Tennis
Europameister: Sissacher siegen auf spanischem Sand

Vor einem Jahr wurde der TC Sissach Schweizer Meister bei den Jungsenioren. In Spanien reichte es nun sogar zum Europameistertitel. Die Sissacher hatten nicht mit diesem Erfolg gerechnet und mussten daher sogar einen Flug umbuchen.

Patrick Pensa
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La Manga Club, Spanien. Ein Ferienresort, wie man es kennt. Pools, eine Cocktailbar, verschiedene Sportmöglichkeiten. Das Meer nur wenige Minuten entfernt. Mittendrin der TC Sissach. Obwohl die Jungsenioren, die 2011 Schweizer Meister wurden und in diesem Jahr erst im Halbfinal vom späteren Meister Chiasso gestoppt wurden, ihre Familien dabei haben, sind sie nicht nur zum Vergnügen hier. Nein, sie nehmen als Vertreter der Schweiz an den Senioren-Klub-Europameisterschaften teil. Ausser ihnen ist nur noch ein zweites Schweizer Team anwesend, die Luganesi.

Ohne Erwartungen angereist

Ohne Erwartungen seien sie angereist, sagt Peter Tschudin. Ein paar schnelle Spiele, dann Ferien, so der Plan. Bei der Auslosung können sie noch nicht einschätzen, ob sie Losglück oder -pech haben. Immerhin sind sie in der kleineren Gruppe und müssen nur zweimal antreten. England 2 und Lettland heissen die Gegner. Am ersten Spieltag lässt die Organisation zu wünschen übrig. Tschudin ruft um sieben Uhr im Spielbüro an, um endlich zu erfahren, wann sein Team Einsatz hat. Irgendwann heisst es 15 Uhr. Der Gegner soll England zwei sein.

Die Sissacher Eins, Jörg Baumgartner, der bekannt ist für sein flaches und schnelles Spiel, hat seine liebe Mühe mit dem böigen Wind. Trotzdem gewinnt er sicher. Serge Lutgen und Michael Purek tun es ihm gleich und gewinnen ihre Einzel souverän. Nachdem Lutgen und Daniel Mundschin das erste Doppel gewonnen haben, darf im zweiten sogar der «Non-Playing-Coach» Peter Tschudin gemeinsam mit Jörg Baumgartner ran: 6:4, 6:4 das klare Verdikt. Der erste Sieg auf europäischem Terrain endet also sogleich mit 5:0.

Lettland auf dem Papier Favorit

Am zweiten Turniertag folgte Lettland. Nach dem Ranking der haushohe Favorit. Im ersten Einzel entwickelte sich gleich ein harter Fight. Baumgartner gewann den ersten, verlor aber den zweiten Satz. Schliesslich konnte er sich fangen und entschied den Match für sich. Nach dieser Knacknuss stellten die Letten kein Problem mehr dar und die Sissacher gewannen wiederum zu null: Finale. In der anderen Gruppe lieferten sich die Kontrahenten allesamt enge Begegnungen. Schliesslich setzten sich die Holländer durch.

Flug musste umgebucht werden

Weil die Finalteilnahme nicht eingeplant war, musste der Rückflug von Jörg Baumgartner umgebucht werden, der ursprünglich früher nach Hause reisen wollte. «Wir wussten, dass wir ganz nah am Titel waren und es ohne ihn nicht schaffen würden. Deshalb liess er sich überzeugen und wir haben für den Flug zusammengelegt», erzählt Tschudin.

Tatsächlich entwickelte sich ein enges Duell. Baumgartner gewann, nach drei Einzeln und einem Doppel stand es aber 2:2. Das letzte Match musste entscheiden. Je später der Abend, je prekärer wurden die Bedingungen. Flutlicht: Fehlanzeige. Schliesslich verwerteten die Sissacher im zweiten Doppel mit Lutgen und Baumgartner ihren vierten Matchball im Champions-Tiebreak zum 13:11. Sissach ist Europameister, die fünf Akteure können es gar nicht fassen. «Es war eine super Woche. Sonst sehen wir uns nur während der Interclub-Saison und den Rest des Jahres nicht. Jetzt waren wir eine Woche durchgehend zusammen und hatten viel Spass. Und dann dieser Titel. Selbstverständlich werden wir versuchen, im nächsten Jahr zur Titelverteidigung anzutreten», sagt Tschudin.