Judo
Evelyne Tschopp muss weiter auf die erste Weltcup-Medaille warten

Auch in der tieferen Gewichtsklasse bis 52 kg konnte sich die Muttenzer Judo-Kämpferin vorerst auf Welt-Niveau noch nicht durchsetzen.

Brigitta Pflugshaupt
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Evelyne Tschopp (oben) konnte sich trotz guter Leistungen nicht in den vordersten Rängen klassieren.

Evelyne Tschopp (oben) konnte sich trotz guter Leistungen nicht in den vordersten Rängen klassieren.

Zur Verfügung gestellt

Nach ihrem sehr guten 7. Rang am Grand Prix in Samsung (Türkei) dieses Jahr bestritt sie den Grand Slam in Baku, also wie die Grand Prix ein Turnier auf höchstem Level der Welt. Der Beginn war vielversprechend. Den ersten Kampf gegen die Algerierin Djazia Haddad konnte Tschopp klar für sich entscheiden und gewann mit zwei Wazaari (Halbpunkten) für je einen Fusswurf.

In der zweiten Runde gegen die Finnin Jaana Sundberg kämpfte sie zwar gut, geriet aber am Boden in einen Festhalter, aus dem sie sich nicht mehr befreien konnte und verlor damit Ippon. Da die Anzahl der Kämpferinnen recht gross war, reichte ihr dieser eine Sieg nicht für die Hoffnungsrunde.

Ärgerliche Niederlage in der Hoffungsrunde

Letztes Wochenende reiste die Schweizerin ans European Open (Weltcup-Turnier) nach Cluj in Rumänien. Dort musste sie zuerst gegen die einheimische Roxana Joanca antreten. Der Kampf verlief ausgeglichen und wenig spektakulär, da beide Gegnerinnen keine Angriffe zuliessen und dafür Passivitätsstrafen kassierten. Tschopp versuchte öfter direkt anzugreifen, die Rumänin blockte aber und verteidigte praktisch nur, ohne selber aktiv zu werden.

Die logische Folge war ein Shido-Sieg (3:1) für die Baselbieterin. Sie bekam nur eine Strafe, die Osteuropäerin deren drei – Wertungen gab es keine in diesem Fight. Die zweite Runde ergab die Paarung Evelyne Tschopp gegen Roni Schwartz, eine sehr gute Kämpferin aus Israel. Diese dominierte den Kampf; sie drängte Tschopp in die Defensive und gewann verdient mit einem Ippon für einen Hüftwurf.

In der Hoffnungsrunde traf Tschopp auf die Holländerin Miranda Wolfslag. Tschopp gab alles und kämpfte ausgeglichen gegen die Niederländerin. Die beiden schenkten sich nichts, aber keine konnte punkten. Am Ende der Kampfzeit verlor Tschopp mit dem ärgerlichsten möglichen Resultat, nämlich mit einem einzigen Shido (für Blocken). Sie erreichte damit auch in Cluj keine Rangierung unter den ersten 7 ihrer Gewichtsklasse.

Traum von Rio bleibt in Reichweite

Ab Juni 2015 (ein Jahr vor den Olympischen Spielen von Rio) zählen die erkämpften Punkte nun zu 100% für die Qualifikation. Jetzt heisst es nach vorne schauen – eine Teilnahme in Rio ist immer noch möglich, obwohl die Luft an der Weltspitze immer dünner wird.

Im Sommer stehen die European Games, wiederum in Baku, auf dem Programm. Die Meisterschaften geben viele Punkte und hier wäre es sehr wichtig, sich weit vorne zu klassieren. Ende Juni folgt die Universiade in Südkorea, also die Olympics der Studenten. Tschopp ist trotz ihrer Durststrecke hochmotiviert und voll auf die nächsten Turniere fokussiert. Sie verliert das Ziel nicht aus den Augen und glaubt weiterhin an ihre Chance, in Rio dabei zu sein.

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