Eishockey

Ex-Shark Louis Heinis will seine Karriere bei Heilbronn neu lancieren

Louis Heinis blickt nach vorne.

Louis Heinis blickt nach vorne.

Louis Heinis, der 23-jährige Basler Verteidiger, will sich in Deutschland bei Heilbronn in einem neuen Umfeld weiterentwickeln. Bereits jetzt hat er einige Unterschiede zwischen dem Hockey zur Schweiz ausgemacht.

Eigentlich hat sich für Louis Heinis seit dem Konkurs-Schock Ende Juni in Basel nicht viel verändert. Er spielt immer noch in einer zweithöchsten Liga, der DEL 2, in seinem zweiten Heimatland, bei den Heilbronner Falken, knapp 300 Kilometer nördlich seiner Heimatstadt Basel. Und dem Doppelbürger gefällt die neue Umgebung sichtlich: «Ich habe mich gut eingelebt. Heilbronn ist eine schöne, kleine Stadt, die alles hat, was man braucht. Meine Zwei-Zimmerwohnung ist zentral gelegen, ich kann zu Fuss ins Stadtzentrum oder ins Stadion gehen. Die Bedingungen rund ums Eishockey sind echt gut. Da kann ich mich überhaupt nicht beklagen.»

Heilbronn sei viel kleiner als Basel, dafür habe das Eishockey einen deutlich höheren Stellenwert. «Da die Falken der einzige Profi-Verein der Stadt sind, erhält man hier schon mehr Aufmerksamkeit. Sei es von den Medien oder auch von den Leuten auf der Strasse. Das hab ich auch an der Unterstützung des Vereins gemerkt. Alles ist sehr professionell organisiert,» sagt er und lässt auch den Seitenhieb auf seinen ehemaligen Klub nicht aus: «Da wird schon besser geschaut als in Basel.»

Alles soll besser werden

Für Heinis und seine Falken geht’s am kommenden Wochenende – gleich wie in der NLB – mit dem Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars, die letztes Jahr in der Qualifikation 40 Punkte mehr erreichten als Heilbronn, los. Nach den Problemen im letzten Jahr, die in der Teilnahme an der Abstiegsrunde gipfelten, soll dieses Jahr alles besser werden: «Wir sind ein junges Team, sehr jung sogar, was ich als positiv betrachte. Wir hatten einen guten Start in die Vorbereitung, sind nach einem Durchhänger wieder auf Kurs. Das Ziel ist mit dem Erreichen der Playoffs klar umrissen.» Ein Platz unter den ersten Sechs garantiert die direkte Qualifikation, die Teams auf den Plätzen 7 - 10 spielen in einer Dreier-Serie die letzten beiden Playoff-Teilnehmer aus.

Einiges körperbetonter

Heinis hat einige Unterschiede zwischen der DEL 2 und der NLB ausgemacht. Die Schweizer Top-Teams schätzt er als «ein bisschen stärker als die besten DEL2-Mannschaften ein.» Das Spiel an sich sei in Deutschland um einiges körperbetonter. «Es gibt viele grosse und schwere Spieler, da rumpelts bisweilen gewaltig.» Heilbronn gehöre weniger zu den Rumpelteams, «da wir allgemein nicht zu den Schwersten und Grössten in der Liga gehören. Dafür setzt unser Trainer auf Schnelligkeit.» Und dieser Trainer, Igor Pavlov, Russe mit kurzer Schweizer Erfahrung in Rapperswil, führt das Team auch mal mit harter Hand: Nach der blamablen Niederlage gegen den Oberligisten Freiburg gabs um Mitternacht ein einstündiges Straftraining. Wie im Film «Miracle on Ice», dem Hockey-Kultfilm über das amerikanische Olympia-Wunder von Lake Placid. «Sowas hatte ich vorher noch nie erlebt.»

Einen grossen Unterschied zur NLB hat Heinis bereits hautnah erlebt, die Reisen nämlich: «In der Schweiz dauerte die längste Reise etwa vier Stunden. Hier in Deutschland gilt das als nahe. Auf uns werden einige acht- bis elf-stündige Roadtrips zukommen.» Und als kleines, eher belustigendes Detail fügt er bei. «Bei uns in der Garderobe wird nicht mehr nur englisch und französisch gesprochen, sondern russisch.» In der Tat spielen neben vier Kanadiern zwei russischstämmige Spieler, ein Slowake, ein Weissrusse und ein Deutsch-Kasache in Heilbronn.

Für Heinis geht es in der kommenden Meisterschaft «um sehr viel. Ich wünsche mir eine verletzungsfreie Saison und eine Weiterentwicklung meiner Fähigkeiten.» Das wird es brauchen, denn Heinis hat in Heilbronn nur einen Ein-Jahresvertrag unterschrieben. Danach stehen alle Wege offen: Derjenige in die DEL, ein Verbleib in Heilbronn oder der Weg zurück in die Schweiz.

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