Basketball

Exploit-Sieg und Derby-Niederlage an einem Wochenende für die Starwings

Die Starwings schlugen am Freitagabend den früheren Serienmeister Lugano mit 91:84 (37:46) und verloren am Sonntagnachmittag das Derby in der Ajoie gegen Boncourt mit 80:94 (33:55).

Wer geglaubt hatte, dass die Starwings-Basketballer ihren Exploit vom Freitagabend 40 Stunden später wiederholen könnten, wurde enttäuscht. Denn mit einem 6-Mann-Kader kann man eigentlich unmöglich eine Doppelrunde spielen. Und so war das einst brisante Derby zwischen Jurassiern und Unterbaselbietern schnell entschieden. Spätestens nach fünf Minuten (15:6) war allen klar, dass die Gastgeber einen ungefährdeten Sieg einfahren würden. Zur Pause musste man gar befürchten, dass es eine Kanterniederlage absetzen würde, doch in den zweiten 20 Minuten fanden die Birsfelder besser ins Spiel und konnten die zweite Halbzeit für sich entschieden. Namentlich in den ersten beiden Viertel hatte Li­ga-Topskorer Xavier Ford (27, 203cm) «zum Tanz» gebeten und aus allen möglichen und unmöglichen Lagen geskort.

Schön, dass mit Aleksa Pavlovic (19) ein Birsfelder Eigengewächs zu einer 18-minütigen Spielzeit kam und andeutete, dass er – richtig eingesetzt und mit klaren Aufgaben verse­hen – durchaus den etablierten Jacori Payne und/oder Branislav Kostic nötige Verschnauf­pausen geben kann. Mit der U21-Equipe, welche in der 1. Liga spielt, erzielt Pavlovic schon mal 30 und mehr Punkte.

«Grande Lugano» entzaubert

Nein, diesmal wollen und dürfen wir nicht alle bekannten Mängel der «Wings» aufführen. Wir erfreu­ten uns an einer starken Kollektivleistung, denn sechs Akteure boten ebenso vie­len Luga­no-Profispielern Paroli. Sicher, die Südschweizer sind nicht mehr das «Grande Lugano» von einst; aber die Tigers können weiterhin auf vier Top-Ausländer zählen, so dass sie auf der Ausländerposition stets rotieren können. Dies ist den Birsfeldern vergönnt.

Nach einem fulminanten Start (8:0 nach drei Minuten) war es der Gast, der von Minute zu Minute stärker wurde und in seiner Spielweise abgeklärter und reifer war. Die allerwenigs­ten der treuen Starwings-Anhänger hätten zur Pause auf einen Erfolg der Gastgeber ge­wettet; vor allem, weil Topskorer Jacori Payne nach 20 Minuten weiterhin… Null Skorer­punkte aufwies. Seine ersten Zähler erzielte der Spielmacher erst nach 25 Minuten; bis dato hatten Branislav Kostic (starker Auftritt), Nemanja Calasan (massiv verbessert im Ver­gleich zu den letzten Darbietungen) und Center Omar Sherman (unkonventionelle Spiel­weise, aber unter den Brettern sehr präsent) sämtliche Punkte für die Unterbaselbieter ge­worfen.               

Punkt für Punkt aufgeholt

Die Starwings waren ab der 25. Minute an Lugano «dran»; aber jedes Mal, wenn der Aus­gleich möglich schien, streuten die Luganesi, dank Timothy Williams, einen Korb ein, so dass man das Gefühl bekam, dass diese Partie nicht zu gewinnen war. Aber mit der ersten Führung (80:78 nach 37 Minuten) steigerten sich die «Wings», vom Publikum frenetisch unterstützt, in einen veritablen Spielrausch und verrieten in den letzten 150 Sekunde Ner­venstärke und bewahrten kühlen Kopf. Und jetzt trat auch Payne auf den Plan und war je­ner Denker und Lenker, der alle Freiwürfe verwertete (sieben von sieben). Ueberhaupt verzeichneten die Starwings von der Freiwurflinie aus keinen einzigen Fehlwurf – 12 von 12 ist die Perfektion. Chapeau!

Die Playoffs müssen, bei analogen Leistungen wie am Freitagabend, keine Utopie bleiben. Und man sinniert, was möglich wäre, wenn ein 4. Profi möglich wäre oder zwei Schweizer Bankspie­ler mehr im Kaden ständen, welche das Stammquintett entlasten könnten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1