Schützen
Fabian Egger: Der beste Sportschütze hat sich eigentlich zurückgezogen

Der Kantonalmatch der Sportschützen beider Basel ist eine reduzierte Tradition. Die Teilnehmerzahl war überschaubar - Der Match war zwei Stunden früher als geplant zu Ende. Im Dreistellungsmatch dominierte der 25-jährige Fabian Egger.

Patrick Pensa
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Fabian Egger

Fabian Egger

Nein, es gab keinen Teilnehmerrekord beim Kantonalmatch auf der Kleinkaliberschiessanlage «Plättli» in Arlesheim, die so idyllisch im Wald unterhalb der Burg Reichenstein liegt. Im Gegenteil. «Früher hatten wir so dreissig Teilnehmer», erklärt Match-Koordinator Roger Rickenbach, der gleichzeitig einer der zwölf teilnehmenden Gewehrschützen war. «Der Kantonalmatch ist eine Tradition. Früher war immer Auffahrt als Termin reserviert», führt er weiter aus.

Er war enttäuscht über die Teilnehmerzahl, verlor aber nicht seinen Humor. Zu den grauen Wolken hochblickend wünschte er bei der Siegerehrung allen einen schönen Sonntagnachmittag. Der Match war zwei Stunden früher als geplant zu Ende.

Im Dreistellungsmatch dominierte ein junger Schütze, der sich eigentlich im Ruhestand befindet. Gerade mal 25-jährig zog sich Fabian Egger fast komplett aus dem Schiesssport zurück, nachdem er als Junior in der Armbrustnationalmannschaft war.

Heute arbeitet er als Treuhänder und paukt in der Abendschule für den Fachausweis. «Nur am Freitagabend habe ich noch Zeit fürs Training», sagt der Basler, «da kommt ein Match am Sonntagmorgen gerade richtig.» Um sechs Uhr früh ist er aufgestanden und hat sich zusammen mit seinem Vater, der vor Ort gleich noch als Helfer eingesprungen ist, auf den Weg gemacht. «Nein, im Ausgang war ich gestern nicht. Alkohol macht vielleicht die Hand ruhiger, aber gleichzeitig wird die Reaktion beeinträchtigt», erklärt Fabian Egger sein Vorabendprogramm.

Von der Armbrust zum Gewehr

Ursprünglich nahm er das Gewehrschiessen nur als Training für die Armbrustwettkämpfe. «Die Stellungen sind eigentlich identisch, aber der längere Gewehrlauf verzeiht viel weniger.» Dafür sei der Armbrustpfeil wegen seiner Grösse viel anfälliger auf äussere Einflüsse.

Verlernt hat Egger auf jeden Fall nichts. Liegend holt er im halben Programm 199 Punkte, stehend 176 und kniend erst 99 und dann noch 93. «Die zweite Passe war nicht gut. Zwei Schüsse waren schlecht, danach ging nichts mehr. Ich war völlig verunsichert», bilanzierte der Treuhänder. Trotzdem rettete er 13 Punkte Vorsprung auf Senior Robert Nagy, der das zweitbeste Resultat erzielte.

Egger, der hofft vom Verband im Sommer für den Fünf-Länder-Wettkampf in Konstanz aufgeboten zu werden, zeigte sich ebenfalls enttäuscht über die wenigen Teilnehmer. «Heute ist wirklich nur der harte Kern gekommen», andere junge Schützen hätte es gar keine gehabt.

Einen Teilnehmerrekord wird es wohl auch 2013 nicht geben, aber ein etwas vollerer Schiessstand ist den aufgestellten Sportschützen beider Basel auf jeden Fall zu wünschen.