Nikolaustag

Fabian Hertner: «Ich weiss bis heute nicht, wer der Samichlaus war»

Fabian Hertner über den Samichlaus

Fabian Hertner über den Samichlaus

Der Samichlaus besucht den in diesem Jahr eher unglücklichen Prattler OL-Läufer Fabian Hertner. Er erklärt, wieso es im 2011 nicht so gelaufen ist, wie es sich das gewünscht hat. Und er sagt auch, was er an den Festtagen vorhat.

Lieber Fabian, ich bin überrascht, dass wir uns im Wald noch nicht über den Weg gelaufen sind.
Fabian Hertner:
Ja, stimmt. Dich habe ich noch nicht getroffen. Dafür Tiere – und andere Dinge.

Mir kannst du es erzählen, ich bin im Wald zu Hause. Was für Dinge?
Wenn wir in der Nacht mit der Stirnlampe trainieren, treffen wir schon einmal auf ein Auto mit beschlagenen Scheiben. Wobei Manuel bei der WM in Frankreich sogar ein Paar mitten auf der Wiese überrascht hat.

Hoho, die Franzosen, so etwas habe ich noch nie gesehen. Weisst du, wieso du in diesem Jahr die Rute verdient hast?
Rute verdient ist ein bisschen hart. Ich hätte gerne mehr gezeigt in diesem Jahr.

Was lief denn falsch in dieser Saison, nach den tollen Erfolgen 2010?
Es hat relativ früh angefangen. Nach der Knieverletzung bei der EM vor eineinhalb Jahren konnte ich zwei Monate fast nichts tun. Danach bin ich etwas übermotiviert wieder eingestiegen und bekam dafür im Januar in Form von Überbelastungen die Retourkutsche. Das hat sich dann bis März hingezogen. So hat natürlich das für die Grundlage wichtige Wintertraining gelitten.

Deshalb der Patzer bei den Selektionsrennen für die WM?
Dort hat gar nichts funktioniert. Auch im Kopf nicht. Wenn man weiss, dass man physisch nicht auf der Höhe ist, färbt das automatisch auch auf das Selbstvertrauen ab. Wieso ich so viele Fehler gemacht habe, weiss ich aber nicht. Ich bin ja nicht nur ein paar Plätze weiter hinten gelandet, sondern wirklich so schlecht gelaufen wie noch nie.

Somit konntest du als Vize-Weltmeister an der WM nur in der Staffel starten. Würdest du dafür gerne jemandem eine Rute geben, dem Nationaltrainer vielleicht?
Ich habe sicher mit dem Entscheid des Trainers gehadert. Meiner Meinung nach zählen bei der Selektion internationale Resultate mehr als die Selektionsrennen. Immerhin habe ich im letzten Jahr EM-Gold und WM-Silber gewonnen. Deshalb dachte ich, dass es reichen würde, um mehr zu laufen. Aber der Trainer entscheidet und das muss ich akzeptieren.

Wieso meinst du, verdienst du doch noch ein Säckchen?
Ich habe mich gefangen nach der WM und nochmals sauber aufgebaut. Der Weltcup-Abschluss war gut und ich konnte noch ein paar nationale Erfolge feiern. Ich habe mich nicht hängen lassen und kam so noch zu einem versöhnlichen Abschluss.

Das heisst, du bist wieder zuversichtlich?
Ich habe nach dem letzten Wettkampf eine Pause gemacht und den Kopf gelüftet. Jetzt bin ich seit einem Monat wieder voll am Trainieren und fühle mich gut.

Welche Kindheitserinnerungen hast du an den Samichlaus?
Er hat uns immer besucht, wenn wir bei den Grosseltern waren. Ich war damals sehr ehrfürchtig. Meistens ging es darum, das Zimmer aufzuräumen. Die Mahnung hat jedoch nicht viel genutzt. Aber ich weiss bis heute nicht, wer der Samichlaus war.

Wann hattest du eigentlich zum letzten Mal Besuch vom Samichlaus?
Das war vor etwa drei Jahren. Ende Jahr gibt es immer ein Kaderfest, dort war das letzte Mal.

Was steht bei dir an den Festtagen auf dem Programm: trainieren oder schlemmen?
Wir starten eigentlich jetzt schon mit Familienanlässen. Ich werde in der Zeit etwas moderater trainieren. Dafür werden wir nach den Festtagen noch ein paar Tage nach Goms trainieren gehen.

Zum Abspecken direkt in die Berge, sehr gut. Das würde mir auch guttun. Kämpfst du nach den Festtagen denn mit den Pfunden?
Ich nehme bestimmt ein bisschen zu. Dies aber einfach den Winter durch und nicht wegen der Weihnachtszeit. Wenn es in Richtung Saisonstart geht, muss ich mich dann einfach ein bisschen zusammenreissen.

Was gibt es denn für ein Menü bei euch zu Weihnachten?
Jedes Mal etwas anderes. Ich weiss also noch nicht was.

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