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Fabian Hertner ist mit seiner WM-Leistung zufrieden

Fabian Hertner holt sich dank einem vierten Platz im Sprint und einem fünften Platz in der Mitteldistanz zwei Diplome. Praktisch keiner der Favoriten kam im Mitteldistanzlauf ohne Fehler durch, Hertner verlor vor allem beim achten Posten viel Zeit.

Roland Eggspühler, Vuokatti
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Fabian Hertner ist mit seiner Leistung an der WM trotz nicht optimaler Vorbereitung zufrieden. keystone

Fabian Hertner ist mit seiner Leistung an der WM trotz nicht optimaler Vorbereitung zufrieden. keystone

KEYSTONE

«Über die drei Sekunden, die mir im Sprint zur Medaille fehlten, habe ich mich genervt. Aber im Mitteldistanzlauf freue ich mich über meinen Diplomrang», skizziert Fabian Hertner seine Gefühlslage am Ende seines letzten WM-Einsatztages: «Es war ein perfektes Gelände für diese Disziplin, ich fühlte mich sehr gut darauf eingestellt.» Dennoch kam von den Topklassierten nur der neue Weltmeister Leonid Novikov (Russland) fehlerfrei durch, Fabian Hertner suchte den achten Posten während ca. 40 Sekunden. Dieser stand am Fusse einer Felswand, und Hertner steuerte einen höher liegenden Felsen an. Nach der Arena-Passage folgte eine weitere Unsicherheit.

Doch in solch schwierigem Gelände gehört das einfach dazu. Hertner nickt und meint: «Wichtig ist, dass man solche Situationen wegstecken und nach vorne schauen kann.» Der Schlussteil gelang dem Mitteldistanz-Bronzemedaillengewinner des letzten Jahres prima, und er stellte hinter dem früh gestarteten Schweden Gustav Bergmann die bislang zweitbeste Zeit auf. Im Zuge des Duells zwischen Titelverteidiger Thierry Gueorgiou (Frankreich) und seinem Nachfolger Novikov fiel Hertner vom Podest und wurde von letztgestarteten Matthias Kyburz (Frick) auf den fünften Rang geschoben.

Im Qualifikationslauf vom Donnerstag war die Fehlerquote noch deutlich höher als im Final. Fast jeder der Topathleten hatte mit irgendeinem (oder teils mehreren) Posten Mühe. Und erlebte heftige Adrenalinschübe, die ihn dann doch noch ins Finaltableau trieben. Fabian Hertner analysierte den Qualifikationslauf sauber und schloss seine Finalvorbereitung bewusst frühzeitig ab. «Ich muss dem Kopf auch immer etwas Erholung geben, nicht nur den Beinen», erklärt Fabian Hertner und verweist darauf, dass erfolgreiches Orientierungslaufen sehr stark mit der Konzentration und dem Selbstvertrauen zu tun hat: «Mit meiner Entzündung am Schienbein und der Achillessehne war meine Vorbereitung nicht ganz optimal, aber im Weltcup sah ich, dass ich gut bei den Leuten bin. Das war sehr wichtig für mein Selbstvertrauen.»

Für die Staffel ist Fabian Hertner als Ersatzläufer nominiert, er macht die ganze Vorbereitung mit dem Team mit, rückt aber nur nach, wenn einer aus dem Trio Daniel Hubmann, Matthias Kyburz oder Matthias Merz kurzfristig ausfallen würde.

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