Vom Bettler zum König! Noch am Sonntagabend nach dem verpatzten Selektionsrennen im Sprint stand der Baselbieter Fabian Hertner mächtig unter Druck. Sollte er zum zweiten Mal in Folge die Einzelrennen der Weltmeisterschaft verpassen? Und dies ausgerechnet bei der Heim-WM in Lausanne, welche der 27-jährige in der Saisonplanung kühn zum «Karrierehöhepunkt» erhoben hatte.

Drei Tage später sieht der Vizeweltmeister von 2010 die Welt wieder in Rosarot. Er setzte die Prognose, er werde in den abschliessenden zwei Testläufen beweisen, dass er die WM-Wälder im Griff habe, in die Tat um. Nach einem dritten Rang über die Mitteldistanz und einem zweiten Platz im Langdistanzwettkampf stehen ihm auf einmal wieder Türen offen. Darf er die Distanz auswählen oder sogar beide Rennen bestreiten? Und ist sein Platz in der Staffel ebenfalls reserviert? Morgen Freitag wird das Trainerteam über die Selektionen entscheiden. Hertner hat für das Einzelrennen keine Präferenzen. «Ich habe für beide Läufe genügend Selbstvertrauen und das Gelände im Griff. Vielleicht ist es im Langdistanzrennen einfacher, ein Topresultat zu erreichen, weil mehr Läufer physisch an ihre Grenzen stossen», sagt er.

Ebenfalls einen grossen Schritt zu einem doppelten, wenn nicht dreifachen WM-Auftritt hat Ines Brodmann aus Riehen gemacht. Sie war gestern in der «Königsdisziplin» Langdistanz zweitbeste Schweizerin hinter der unerreichbaren Simone Niggli-Luder.