Bei Fragen zu einem Fussballmatch wendet man sich an Spieler und Trainer, bei Transfers an den Sportchef. Die Vertretung des gesamten Vereins gegenüber der Öffentlichkeit gehört dagegen zu den Aufgaben des Präsidenten. «Das ist richtig», bestätigt Alessandro Giangreco und fügt hinzu: «Doch zu diesem Thema kann man eigentlich jeden beim FC Oberwil fragen – alle werden das Gleiche sagen.»

Platz vier von 501

Das angesprochene Thema ist ein Erfreuliches: Als Ende letzter Woche in Bern von der Suva und dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) die fairsten Fussballclubs der Schweiz ausgezeichnet wurden, gehörte auch eine Delegation des FCO zu den geladenen Gästen. Von insgesamt 501 klassierten Verein hatten in der vergangenen Saison lediglich Lancy-Florimont, Lungern und Etoile Biel weniger Strafpunkte gesammelt als die Leimentaler.

Vertreter der zehn fairsten Vereine bekamen deshalb aus den Händen von SFV-Präsident Peter Gilliéron und Nationaltrainer Vladimir Petkovic Urkunden sowie Sportartikelgutscheine überreicht.

Keine grosse Überraschung

So erfreut man bei den Rotweissen war, zu den Preisträgern zu gehören, als Überraschung wertet der Präsident lediglich die Tatsache, dass man ganz vorne war. «Dazu braucht es auch immer ein wenig Glück. Mal lässt der Schiri die Karte stecken, mal zückt er sie», sagt Giangreco und nennt ein aktuelles Beispiel: «Wir haben momentan ungefähr gleich viele Strafpunkte wie letzte Saison zu diesem Zeitpunkt. Im aktuellen Fairplay-Klassement bedeutet dies aber nur den 200. Rang.»

Giangreco war ein Musterspieler

Alessandro Giangreco fiel bereits als Spieler durch seine Fairness auf. «Während meiner ganzen Aktivkarriere wurde ich nie des Feldes verwiesen», erzählt er nicht ohne Stolz. Dabei agierte er beim FC Concordia auf der Spielmacherposition und musste viel einstecken. Der Versuchung, Revanchefouls zu begehen, widerstand er aber stets.

Fairplay ist «IN»

Dass der FC Oberwil in der ersten Spielzeit, in der Giangreco dem Verein vorsteht, so weit oben in der Fairplay-Tabelle zu finden ist, sei aber ein Zufall. «Schon lange vor meiner Zeit wurden Fairplay und Respekt gegenüber den Gegnern, den Schiedsrichtern und den Funktionären gross geschrieben – sie sind praktisch in der DNA des Vereins. Vom Vorstand bis zu den Juniorentrainern hat jeder diese Einstellung zum Fairplay», versichert der Präsident.

Fairplay hat sich praktisch jeder Fussballclub auf die Fahne geschrieben, doch nur bei wenigen klappt die Umsetzung so gut wie bei den Oberwilern. Für Alessandro Giangreco liegt das Erfolgsgeheimnis in der stetigen Wiederholung. Vor jedem Spiel wird den Aktiven und Junioren nochmals ins Gedächtnis gerufen, sich gegenüber den anderen Parteien respektvoll zu verhalten. «Wenn jemand das nicht tut, weisen wir ihn nochmals darauf hin», erklärt der Präsident.