«In der ersten Halbzeit waren wir nicht gut», brachte es Arjan Peço auf den Punkt. Dem Trainer des FC Basel U21 hatte der Auftritt seiner Equipe überhaupt nicht gefallen, auch wenn ihm kurz nach  Spielende die Erklärung dafür fehlte. «Vielleicht hatten wir uns ja zu viel vorgenommen», mutmasste der ehemalige albanische Internationale.

Im Leichtathletikstadion St. Jakob war es jedenfalls der FC Stade-Lausanne-Ouchy, der zunächst den besseren Eindruck hinterliess. Die spielerisch gefälligen Westschweizer gewannen im Mittelfeld die Mehrzahl der Duelle und hatten auch in der Offensive einige gefährliche Szenen. Die 1:0-Pausenführung der Romands, Yanis Lahiouel hatte in der 5. Minute den Ball aus kurzer Distanz ins Tor gestochert, war jedenfalls nicht unverdient.

Bereits vor Ablauf einer Stunde hatte Peço sämtliche Auswechslungen vorgenommen, was auch als Indiz für die Unzufriedenheit des Trainers gewertet werden darf. Jedenfalls steigerte sich das Heimteam nach der Pause und kam dank eines herrlichen 25-Meter-Schlenzers von Afimico Pululu zum verdienten Ausgleich (59.).

Weil die Lausanner einen ihrer wenigen Konter im zweiten Durchgang zu einem weiteren Treffer nutzten – Andreas Soos traf aus eigentlich ungünstigem Winkel in die nahe Torecke (83.) –, entführten sie am Ende drei Punkte aus Basel.

«Gerade als es so aussah, als würden wir den Match drehen, haben sie das 1:2 erzielt», seufzte der FCB-U21-Trainer und stellte fest: «Der Gegner hat es vor dem Tor besser gemacht als wir.»

In der Tat muss sich der rotblaue Nachwuchs an der eigenen Nase nehmen, stand man doch gleich dreimal allein vor Eren Sahingöz, ohne zu reüssieren: Pululu scheiterte einmal am Gästegoalie (27.) und setzte einmal den Ball an den Pfosten (54.). Adriano Ferreira umlief zwar den Keeper und dribbelte zwei zurückgeeilte Verteidiger aus, der dritte verhinderte aber, dass der Abschluss die Linie überquerte (73.).

Spiegelbild der Vorrunde

Falsche Entscheidungen vor dem gegnerischen Keeper mussten sich die Old Boys beim 2:3 in Breitenrain zwar nicht wirklich vorwerfen lassen, auch wenn Leonard Kiener, der Torwart des Berner Quartierclubs, zwei sensationelle Paraden zeigte. Letztlich war der Match ein Spiegelbild vieler Partien aus der Vorrunde, in der die Basler gleichwertig oder besser als der Gegner gewesen waren, aber mit leeren Händen dastanden.

Der Tabellenvierte aus Breitenrain, der fast all seine Punkte in dieser Saison auf heimischem Kunstrasen geholt hatte, bestach vor allem durch seine gnadenlose Effizienz. Oder wie es OB-Sportchef Rafet Öztürk pointiert formulierte: «Wenn der Gegner die Mittellinie überquerte, erzielte er auch gleich ein Tor!»

Die Gelbschwarzen hatten derweil über weite Strecken die Spielkontrolle, doch vor dem gegnerischen Sechzehner fehlten dem Vorletzten oftmals die Ideen, um aus ihrer Überlegenheit Kapital zu schlagen. Pascal Rietmanns zwischenzeitlicher 1:1-Ausgleich aus spitzem Winkel war eine der wenigen Ausnahmen (34.), Onur Akubluts Anschlusstreffer fiel auf Foulpenalty (76.).

Der einzige Basler Amateurverein, der sich am Wochenende über Zählbares freuen konnte, waren der FC Black Stars in der 1. Liga. In einer intensiven, abwechslungsreichen Partie beim Nachwuchs der Grasshoppers setzten sich die schwarzen Sterne mit 2:1 durch. Matchwinner in einer turbulenten Schlussphase war der eingewechselte Sidy Dieng. Der Senegalese traf in der ersten Nachspielminute zum vielumjubelten Sieg.