Eishockey

Fast die Zähne ausgebissen: Olten gewinnt gegen die Basel Sharks nur knapp

Erst im Schlussdrittel konnte sich der NLB-Leader gegen die kriselnden Basler durchsetzen. Den erlösenden Treffer schoss Sandro Tschuor fünf Minuten vor der Schlusssirene.

Zurzeit wird im St. Jakob Park viel Mist produziert. In erster Linie liegt dies an den am CSI beschäftigten Pferden, die auf dem Gelände ihren Geschäften nachgehen. Zuletzt standen die heimischen EHC Basel Sharks den vierbeinigen «Krachern» indes in wenig nach. Nach dem 1:8-Debakel gegen La Chaux-de-Fonds war Handlungsbedarf angesagt. So standen gestern erstmals Nachwuchs-Chef Daniel Baur und dessen Assistent Oliver Sutter an der Bande der Sharks.

Dies anstelle des geschassten Dany Gélinas. «Der Fokus liegt ganz klar auf der Abwehr», hatte Baur vor dem Debüt gesagt. Nun, gegen die offensiv stärkste Truppe der Liga, den EHC Olten, ist man mit einer soliden Defensive immer gut beraten. Kommt im Fall der Sharks hinzu, dass auch eine verunsicherte Equipe hinten hart arbeiten kann. Eine starke Defensive hat fast ausschliesslich mit «chrampfen und kämpfen» zu tun – während dem die effiziente Offensive viel mehr von Genialität, Selbstbewusstsein und Leichtigkeit des Seins lebt.

Impressionen vom NLB-Match Basel Sharks-EHC Olten

Video-Impressionen vom NLB-Match Basel Sharks-EHC Olten

Gäste tonangebend

Erstmals mit dem Elite-B-Junior Raoul Seiler im Aufgebot und dem wieder zurückgeholten Fabian Boss forderten die Sharks den Leader heraus. Einen Leader, der gewarnt war. «Nach dem Trainerwechsel werden sie motiviert sein», sagte EHCO-Verteidiger Romano Pargätzi. Entsprechend bedacht ging der Tabellenführer die Partie an. Scott Beatties Truppe kontrollierte das Geschehen über weite Strecken – ohne dabei jedoch ein defensives Birchermüesli zu fabrizieren. Im Gegenteil. Die Basler, nach zuletzt drei Pleiten «en suite» sichtlich mit noch etwas zittrigen Händen und nicht immer in der idealen Position, kamen derlei vorderhand nur zu wenigen Chancen. «Wir hatten ziemlich Mühe ins Spiel zu kommen, aber wir hatten einen starken Goalie, der uns ins Spiel brachte», hielt Baur fest.

Starker Schlussmann

Aus einer soliden Abwehr heraus zu operieren, und dann noch über starke Goalies zu verfügen, bedeutet nicht selten, dass die Tore auf sich warten lassen. Erst recht, wenn das überlegene Team, in dem Fall Olten, selbst Deluxe-Möglichkeiten gleich rudelweise versiebt, oder, wie in der 33 Minute, nach einer dummen Strafe für Di Pietro eine doppelte Überzahlmöglichkeit fahrlässig vergeigt.

Hochkaräter blieben rar

Mit jeder Minute, während der die Basler das 0:0 halten konnten, wuchs deren Glaube an die eigene Stärke und an die Chance, tatsächlich etwas zu reissen. Hochkarätige Möglichkeiten blieben für die Hausherren zwar rar, aber es gab sie absolut. Prompt war es in der 37. Minute Wright, der eine Zwei-gegen-Eins-Situation erfolgreich zum 1:0 abschloss. Nicht unverdient, aber dennoch eine Backpfeife für Olten.

Olten zeigt Reaktion

Der Leader reagierte und wendete im Schlussdrittel durch Sertich in Überzahl und Cormier das Blatt. Allein 26 Sekunden nach dem 1:2 gelang Sandro Gartmann der Ausgleich zum 2:2. Auf das 3:2 von Tschuor konnten die Gastgeber dann nicht mehr reagieren. «Wir wurden schlecht belohnt für unsere Leistung», hielt Coach Daniel Baur fest. In der Tat – die Sharks schwimmen wieder an der Oberfläche und nicht mehr in der dunkelsten Tiefsee. «Wenn man verliert, kann man zwar nie zufrieden sein», so Baur, «aber ich denke, wir konnten uns für die Pleite gegen La Chaux-de-Fonds rehabilitieren.» Langenthal ist am Sonntag auf jeden Fall gewarnt.

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