Fussball
FC Allschwil katastrophal, Black phänomenal

23 Punkte fehlen also dem FCA noch bis zur magischen Marke, das heisst konkret: gerade einmal sieben mickrige Pünktchen konnten die Baselbieter bisher in dieser wirklich katastrophalen Hinrunde ihrem Konto anrechnen lassen.

Nicolas Lurati
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Allschwils Simon von Rohr am Boden, Adolphe Lengue Lengue vom Wintermeister Black Stars versucht zu helfen. Dass Black den Nachbarn in der Rückrunde auch mit Punkten zu Seite steht, bleibt zu bezweifeln. Archiv

Allschwils Simon von Rohr am Boden, Adolphe Lengue Lengue vom Wintermeister Black Stars versucht zu helfen. Dass Black den Nachbarn in der Rückrunde auch mit Punkten zu Seite steht, bleibt zu bezweifeln. Archiv

bz Basellandschaftliche Zeitung

«In der Rückrunde müssen wir wohl 23 Punkte holen», sagt Allschwil-Sportchef Laurent Longhi. «Total kämen wir dann auf 30 Zähler, da sollte wirklich nichts mehr anbrennen.»

23 Punkte fehlen also dem FCA noch bis zur magischen Marke, das heisst konkret: gerade einmal sieben mickrige Pünktchen konnten die Baselbieter bisher in dieser wirklich katastrophalen Hinrunde ihrem Konto anrechnen lassen. Zudem kommt eine erschreckende Serie von zuletzt sage und schreibe 11 sieglosen Spielen. Die Ziele für die Rückrunde sind daher extrem hoch gesteckt, trotzdem ist natürlich noch nicht alles verloren. Mut sollte dem FCA vor allem die Tatsache bereiten, dass man bis auf einige wenige Ausnahmen mit dem Gegner mithalten konnte. Oft fehlte dabei nur das nötige Quäntchen Glück. Dieses müssen die Blauroten nun einfach erzwingen. Wenn man dann auch noch aufhört, statt Phrasen wie «wir haben unglaubliches Verletzungspech» zu dreschen, sondern den erbarmungslosen Abstiegskampf annimmt, dann ist im Brüel alles möglich. Verinnerlicht jeder Spieler die Maxime, «jedes Spiel ist nun ein Endspiel» (so Longhi), kann der FCA tatsächlich den Klassenerhalt bewerkstelligen, denn das Potenzial ist ohne Zweifel vorhanden.

«Die Abgebrühtheit fehlt»

Auch beim FC Liestal liegen Anspruch und Wirklichkeit relativ weit auseinander. Anders als beim FCA mangelte es den Kantonshauptstädtern aber eher an Routine und Cleverness. «Das Team wurde extrem verjüngt, einige 16-, 17- oder 18-Jährige wurden dabei eingebaut», sagt FCL-Trainer Sandro Kamber. «Da ist es klar, dass noch ab und zu die Erfahrung oder auch die Abgebrühtheit fehlt. Unsere Platzierung empfinde ich deswegen keineswegs als Katastrophe.»

Noch zwei Ränge hinter den Liestalern befindet sich der FC Oberdorf. Wegen der begrenzten Mittel und der auch nicht vermessenen Erwartungen im Oberbaselbiet ist diese Platzierung keine Überraschung. Ein paar Positionen weiter vorne beendeten der FC Therwil (Platz 7) und der FC Laufen (Platz 5) die Vorrunde.

Aufsteiger Therwil konnte vor allem zu Beginn der Hinrunde überraschen; die Leimentaler holten aus den ersten vier Partien satte 10 Zähler. Man dachte schon, dass die Therwiler, die in den letzten zwei Saisons den Durchmarsch von der 3. in die 2. Liga inter schafften, ihre Höhenflüge gar noch fortsetzen könnten. In den letzten drei Partien, aus denen nur ein Punkt ergattert werden konnte, wurde der FCT jedoch wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt.

Laufen hat sich gefangen

Im Gegensatz zu Therwil verlief die Formkurve von Laufen eher gegensätzlich: Der FCL verlor die ersten beiden Begegnungen gegen eigentlich schwächer einzuschätzende Teams und man musste sich tatsächlich sorgen machen, ob der Absteiger sogar durchgereicht würde. Doch die Equipe von Trainer Mario Ritter fing sich und gewann mit zunehmendem Verlauf der Hinserie an Konstanz. Dank einem soliden Mittelfeldplatz kann man sich sowohl im Laufental als auch im 99er-Dorf auf eine geruhsame Rückrunde gefasst machen.

Bleibt als letzter Verein noch der FC Black Stars. Im Gegensatz zu den anderen regionalen Vertretern spielten die Schwarzsterne jedoch alles andere als eine stabile, durchwachsene oder lausige Hinrunde. Nein, die Bilanz von Black ist geradezu phänomenal: 10 Siege und satte 32 Punkte konnte der Quartierclub einfahren. In der Rückrunde wird es wohl auf einen harten Zweikampf zwischen den Schützlingen von Ex-FCB-Akteur Samir Tabakovic und dem FC Moutier hinauslaufen - mit guten Möglichkeiten für Black, am Ende der Spielzeit den Aufstieg in die 1. Liga Classic bewerkstelligen zu können.