Scott Chipperfield wollte eigentlich gar nicht zum FC Basel wechseln. Auf jeden Fall hat es sich der Australier zweimal überlegt. Als er 2001 am Flughafen von Sydney auf seine Maschine in die Schweiz wartet, kassiert sein zukünftiger Klub im ersten Spiel der Saison eine 1:8-Klatsche gegen den FC Sion.

Diese Nachricht erschreckt und verunsichert Chipperfield zutiefst – er erwägt ernsthaft, den Transfer abzublasen und in Australien zu bleiben. Doch Chipperfield reist trotzdem nach Basel. Und bleibt. Weniger als ein Jahr nach seinen Zweifeln am Flughafen stemmt er mit dem FCB den ersten Meisterpokal seit 22 Jahren in die Höhe. Heute ist Chipperfield Basels erfolgreichster Spieler: sieben Meistertitel und sechs Cupsiege hat er von 2001 bis 2012 mit dem FCB gewonnen.

Chipperfield und das Hadern mit dem FCB – das ist nur eine kleine Anekdote von vielen, die Urs Dünner zu erzählen weiss. Der Basler schwärmt für den Fussballverein seiner Stadt, soweit er zurückdenken kann. Zwischen 2003 und 2012 war der gelernte Informatiker im Webteam des FCB tätig. Fotografieren, Livetickern, Matchberichte schreiben, Interviews führen: «Das war eine wahnsinnig schöne Zeit für mich», sagt Dünner rückblickend.

Auch nach seinem Rücktritt aus dem Webteam kann Dünner die Finger nicht vom FC Basel lassen: Er schreibt, filmt und fotografiert weiter für den «Rotblau-Blog» und die «Rotblau-App». 14 Jahre begleitet Dünner den FCB nun schon fotografisch – da sammelt sich einiges an Bildmaterial an. Letztes Jahr beim Sortieren seiner über 20 000 Fotos vom FC Basel sei ihm ein Licht aufgegangen: «Fotografie ist meine Leidenschaft und ich träumte schon lange davon, ein Buch zu veröffentlichen. Also weshalb nicht eines mit meinen FCB-Fotos?»

Emotionen transportieren

Der Bildband von Dünner wäre das erste Fotobuch zum FC Basel. Wenn es denn zustande kommt. Denn: Dünner möchte sein Projekt nicht alleine finanzieren. Den FCB hat er erst gar nicht um Unterstützung angefragt: «Ich möchte unabhängig sein.» Deshalb hat er ein Crowdfunding bei der Basellandschaftlichen Kantonalbanklanciert.

15 000 Franken müssen zusammenkommen, damit die erste Auflage gedruckt werden kann. Dünner ist zuversichtlich: «Ich bin überzeugt, dass dieser Betrag in der vorgegebenen Zeitspanne zustande kommt. Die Kampagne über ‹Rotblau› läuft super und ich durfte viel positives Feedback entgegennehmen.»

Einen Titel für das Projekt hat Dünner schon gefunden: «Ai Stadt, ai Club, ai Liebi – FC Basel 1893». Das passt gut. Denn Dünner will mit dem Buch transportieren, was ihm selbst am wichtigsten ist: die Emotionen. Er hat deshalb vor allem Fotos von Torjubeln, Feiern, Fan-Choreografien und Porträts von Spielern und Funktionären für seinen Bildband ausgewählt. Fotos, die Menschen und ihre Verbundenheit zum FC Basel zeigen.

Dazwischen werden auch unterhaltsame Anekdoten von Chipperfield und Co. zu lesen sein. Dünner möchte das Fotobuch Ende Juni 2017 veröffentlichen. Mit einem Hintergedanken: Der FCB wird dann wohl den zweiten Stern gefeiert haben. «Das gibt sicher spektakuläre Momente, die unbedingt ins Fotobuch müssen», sagt Dünner, der fest daran glaubt, dass Basel den 20. Meistertitel holt.