FC Basel
Das Zittern um den Verbleib von Arthur Cabral hat begonnen

Die Statistiken von Arthur Cabral überragen beim FC Basel alles. Jetzt geht es für den FCB darum, ihn halten zu können. Es wäre ein Coup.

Céline Feller
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Arthur Cabral bejubelt sein drittes Tor im Spiel gegen Hammarby. Es ist sein zweiter Hattrick in dieser Saison – sein erster aber auf europäischer Bühne.

Arthur Cabral bejubelt sein drittes Tor im Spiel gegen Hammarby. Es ist sein zweiter Hattrick in dieser Saison – sein erster aber auf europäischer Bühne.

Bild: Freshfocus

Elf Tage noch. So lange ist das internationale Transferfenster noch geöffnet. Und in Basel werden das mit die längsten elf Tage, die es je zu überstehen gab. Denn in diesen elf Tagen entscheidet sich, ob der Mann in Basel bleibt, der aktuell das Nonplusultra ist: Arthur Cabral.

Es ist in dieser Phase schwierig, stetig neue Superlative dafür zu finden, was er alle drei Tage auf den Platz zaubert. Drei Tore waren es am Donnerstag gegen Hammarby IF im Hinspiel des Playoffs zur Conference League. Der zweite Treffer war einmal mehr einer, den man schlicht in Endlosschlaufe schauen und sich ob seiner Schönheit ergötzen könnte.

Diese drei Tore sind aber gerade nur das Sahnehäubchen. Arthur Cabral befindet sich in einer Frühform in dieser Saison, die schlicht beneidenswert ist. Denn die jüngsten drei Tore sind die Scorerpunkte 16, 17 und 18 des Brasilianers. In dieser Saison. In acht Spielen. Das kann man dann mal sacken lassen.

Eine unfassbare Quote

Seit er im August 2019 von Palmeiras zum FCB kam, hat er 50 Tore in 82 Spielen erzielt und des Weiteren noch 15 aufgelegt. Auch hier: einfach mal sacken lassen. «Diese Quote ist wahnsinnig. Das ist beeindruckend», sagt sein Trainer Patrick Rahmen dazu. Auch Rahmen weiss: Mit jedem Tor, mit jedem Assist mehr, den Cabral verzeichnen kann, steigt das Interesse an ihm.

Aus Italien gab es bereits Interesse, auch in Spanien war sein Name ein Thema. Und bei seinen Werten dürften auch englische und deutsche Teams aufmerksam geworden sein. Cabral interessiert, weil er immer besser wird, weil er der Schweiz gefühlt mit jedem Spiel mehr und mehr entwächst. Fragt man Rahmen, ist die Entwicklung seines Torgaranten aber nur eine logische Konsequenz:

«Er hat viel investiert, ist topfit aus den Ferien zurückgekommen. Seine Form hat er sich erarbeitet und verdient.»

Immer wieder streicht Rahmen auch heraus, dass Cabral weitere Wege gehe, die Freude am Laufen – auch in die Defensive – entdeckt habe. «Und dann diese Entschlossenheit beim zweiten Tor, das ist beeindruckend. Das war kein Verlegenheitsversuch, den wollte er genauso im weiten Eck unterbringen», so Rahmen.

Keine Flucht, sondern die Suche nach dem Richtigen

Aber Rahmen wäre auch nicht Rahmen, würde er nicht nach Optimierung streben. So kritisiert er Cabral am Freitag gar noch ein wenig: «Natürlich ist das schwierig nach so einer Partie, aber das Anlaufverhalten war nicht so, wie wir uns das vorgenommen haben, und das fängt bei Arthur an.» Ein bisschen Kritik – wenn auch auf hohem Niveau – hilft vielleicht auch dabei, die Begehrlichkeiten an Cabral nicht ins Unermessliche steigen zu lassen. Denn nicht nur die Fans, auch Rahmen und seine Mitspieler wollen ihn unbedingt halten.

Klar ist: Der FCB lässt ihn nur dann gehen, wenn eine gewisse Summe geboten wird. Für 50 Prozent der Transferrechte sollen die Basler damals 4,5 Millionen Franken bezahlt haben. Heisst: Erst ab 10 Millionen rentiert ein Verkauf überhaupt, soll er sich aber noch lohnen, müssen noch ein paar Millionen oben drauf.

In Anbetracht früherer gezahlter Summen darf der FCB sicher träumen. Denn mit Cabral bekommt der Abnehmer einen fertigen Spieler, der dennoch noch weiteres Potenzial hat, der Physis mit Technik und Leichtigkeit vereint und noch immer erst 23 Jahre jung ist.

Die Frage ist nur noch, was der Spieler selbst möchte. In den vergangenen Wochen schritt er ob seiner Leistungen öfters zum Interview nach den Spielen. So auch am Donnerstag. Zu einem möglichen Verbleib sagte Cabral gegenüber SRF:

«Ich bin sehr glücklich hier. Ich habe viele Freunde, die Stadt ist toll. Und ich habe noch zwei Jahre Vertrag.»

Eine Antwort, die alles offen lässt. Cabral betont aber, dass eine Teilnahme am europäischen Geschäft von grosser Wichtigkeit wäre – für den Klub, aber auch für ihn. Dass er dem FCB hilft, dieses Ziel zu erreichen, damit darf gerechnet werden. «Es ist nicht so, dass er auf der Flucht ist», sagt Rahmen, und weiter:

«Wenn aber etwas kommt, wird es geprüft. Es ist aber nicht so, dass das konkret der Fall ist. Ich denke nicht, dass er schnell wechseln wird. Sondern so, dass es für ihn Sinn macht.»

Ob Cabral aber in einer allfälligen Gruppenphase noch da ist, ist fraglich. Bei den Leistungen der letzten Wochen dürften es sehr, sehr lange elf Tage werden, bis das Transferfenster schliesst. Das Zittern hat längst begonnen.

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