Das Abenteuer beginnt am Mittwoch um 13 Uhr im Cobham Training Ground. Hier, im Trainingszentrum des FC Chelsea vor den Toren Londons, erfolgt für den Nachwuchs des FC Basel der Startschuss in die neu gegründete Youth League. «Die Uefa hat diesen Wettbewerb eingeführt, damit junge Spieler auch auf Klubebene internationale Erfahrungen sammeln können», sagt Präsident Michel Platini. «Die Klubs können dadurch die Lücke zwischen der ersten Mannschaft und dem Nachwuchs verkleinern.» Massimo Ceccaroni, der Technische Leiter Nachwuchs des FC Basel, sagt: «Es ist eine Plattform für junge Spieler, um sich mit gleichaltrigen ausländischen Talenten zu messen.»

Die gleichen Gruppen wie bei den Grossen

Der europäische Fussballverband hat sämtliche Vereine, die sich für die Champions League qualifiziert haben, zum Mitmachen in der Youth League verpflichtet. Dabei handelt es sich um ein Turnier für U19-Mannschaften. Gespielt wird in denselben Gruppen; der FCB-Nachwuchs bekommt es also ebenfalls mit dem FC Chelsea, dem FC Schalke 04 sowie Steaua Bukarest zu tun. Gespielt wird in der Regel am selben Tag, an dem auch die erste Mannschaft antritt. Meist am frühen Nachmittag, aber nicht in der gleichen Arena, sondern in einem kleineren, nicht zu weit entfernt liegenden Kleinstadion. Der FCB trägt seine Heimspiele im Rankhof aus, erstmals zu Hause tritt er am 1.  Oktober um 15 Uhr gegen Schalke an.

In einem anderen Modus als in der Champions League geht es in der Youth League nach den Gruppenspielen weiter. Ab Februar stehen zwar ebenfalls die Achtelfinals mit den zwei bestplatzierten Teams auf dem Programm, doch werden diese nur in einem Spiel ausgetragen; mit Heimrecht für die Gruppensieger. Die Halbfinals und der Final werden dann am Freitag, 11. April 2014, und Montag, 14. April, im Stadion Colovray in Nyon, am Sitz der Uefa, ausgetragen. Gespielt wird dabei um den Lennart-Johannson-Pokal. Eurosport hat die Fernsehrechte für diesen Wettbewerb erworben und beginnt seine Übertragungen am Dienstag mit dem Spiel Manchester United gegen Bayer Leverkusen.

Nicht kostenneutral

Finanziert wird die Youth League zu einem gewissen Teil von der Uefa. «Die Klubs bekommen Pauschalbeträge für die Flüge und Hotels», sagt Adrian Knup, Verwaltungsrat, Vizepräsident und Nachwuchsverantwortlicher beim FCB. «Es liegt am Verein, wie weit das Geld reicht», sagt Knup, «es wird unter dem Strich aber nicht genügen, um alle Kosten zu decken.» Im Normalfall reist die Mannschaft im selben Flugzeug wie das Fanionteam, logiert aber nie im selben Hotel. «Wir wollen den Nachwuchs nicht mit Luxusunterkünften verwöhnen», sagt Knup. Der 45-Jährige räumt ein: «Das Projekt Youth League hat uns enorm gefordert und wird uns auch weiterhin enorm fordern.» Gut nachvollziehbar, wartet auf Staff und Spieler doch eine enorme Zusatzbelastung. Die jungen Fussballer besuchen Schulen oder gehen in die Lehre, haben Zusammenzüge mit den Nachwuchsnationalmannschaften und sollten auch noch gut trainieren. «Wir müssen für jeden einzelnen Spieler einen Plan aufstellen», sagt Knup. 30 junge Fussballer aus der U21 von Trainer Thomas Häberli und U18 von Raphael Wicky sind der Uefa gemeldet worden, jeweils 18 von ihnen werden für die Spiele aufgeboten. «Es werden nicht immer dieselben sein», sagt Häberli, der dieses Team coacht.

Technische Direktor alles andere als begeistert

Peter Knäbel, der Technische Direktor des Schweizerischen Fussballverbandes, ist alles andere als begeistert vom neuen Wettbewerb. Er hält ihn für störend im Ausbildungsbetrieb und inkompatibel mit dem Wettspielkalender. «Ich teile diese Meinung nicht», sagt Ceccaroni. «Es ist etwas Spannendes, etwas Neues und wird uns weiterbringen.» Allerdings hat der FCB vor zwei Jahren bei den «Next Generation Series», einem ähnlichen, aber privat organisierten Wettbewerb, nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Nach Spielen gegen Inter, Eindhoven und Tottenham hatte Sportdirektor Georg Heitz «von einer zu hohen Belastung» gesprochen.

Beim FCB ist man sich dieser Gefahr bewusst, hat aber gar keine andere Wahl, als aus der Situation das Beste zu machen. «Es ist eine gewaltige Challenge», sagt Häberli, «unser Ziel ist es, den FCB und den Schweizer Nachwuchsfussball in Europa würdig zu vertreten.»