Fussball
FC Basel U21 gewinnt das Derby gegen die Old Boys

Der FC Basel U21 gewinnt das Derby gegen die Old Boys mit 2:1 (0:1). Am Ende war es eine Frage der Kraft und da hatte der FC Basel mehr Reserven. Old Boys hatte noch immer das Cupspiel gegen den grossen FCB in den Knochen.

Alan Heckel
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Old Boys Karim Barry (links) gegen Basels Deni Kadoic

Old Boys Karim Barry (links) gegen Basels Deni Kadoic

Roman Aeschbach

Es war nicht nur die Hereinnahme von Robin Kamber für den wirkungslosen Endogan Adili. Es war punkto Körpersprache ein ganz anderer FC Basel U21, der nach dem Seitenwechsel auf dem holprigen Rankhof-Rasen stand: Der Heimclub ging nun resoluter zu Werke, störte die Old Boys in deren Platzhälfte und eroberte auch Bälle der letzten Zone. Der Lohn für die Leistungssteigerung kam schnell: Nachdem Darko Jevtic eine Riesenchance vergeben hatte (54.), machten Thibault Corbaz (56.) und Admir Seferagic (58.) aus dem 0:1 ein 2:1. Darauf konnten die Gäste nicht reagieren, mehr als Vincent Leuthards Weitschuss, der in der 75. Minute knapp am Tor vorbeiflog, brachte OB nicht zustande.

Es war aber nicht eine Frage der Tempoverschärfung oder der Klasse – Corbaz’ Tor aus 23 Metern mit vorangegangener Körpertäuschung war eine Augenweide, die den Ausschlag zugunsten des FCB-Nachwuchses gab. Es war vielmehr eine Frage der Kraft. «Wir waren einfach platt – körperlich und mental», erklärte Roger Hegi. Nach den 120 Cup-Minuten gegen den «grossen» FCB und dem Mittwochspielgegen Etoile Carouge hatten die Gelbschwarzen keine Reserven mehr. Eine Folge davon waren die drei Wechsel: Patrick Mäder musste nach einer halben Stunde erschöpft raus, Tomi Saarelma und Dominik Ritter zogen sich müdigkeitsbedingte Zerrungen zu. «In der Pause gab es noch andere, die raus wollten», schmunzelte Hegi, hadern wollte der OB-Trainer aber nicht: «So etwas kann halt im Amateurfussball vorkommen.»

Etwas gelöster wirkte Hegis Antipode, restlos zufrieden war Thomas Häberli aber nicht. Er ärgerte sich, dass seiner Elf nach Jevtics Chance nach 13 Sekunden bis zur Halbzeit offensiv nur noch wenig gelang: «Wir müssten führen, stattdessen verlieren wir völlig den Faden.» Zwar gefiel ihm die Reaktion nach dem Seitenwechsel, er monierte aber auch, «dass wir schon wieder in Rückstand gerieten», und wies darauf hin, «dass OB ohne jeglichen Aufwand beinahe 2:0 geführt hätte».

Eine grosse Rolle spielte dabei Simon Dünki. In der 13. Minute verschuldete der stark spielende FCB-Abwehrchef einen zweifelhaften Penalty an Diren Akdemir. «Ich habe nur leicht gezupft und er ging schnell zu Boden», schilderte der Verteidiger. Der nicht immer souveräne Schiedsrichter zeigte auf den Punkt und verwarnte Michael Weber, der weder in die Szene involviert war noch reklamiert hatte. Onur Akbulut verwandelte den Strafstoss sicher zum 0:1. Nach 53 Minuten war Dünki an der zweiten heissen Szene beteiligt: Bei einer Hereingabe Ruben Felipes kam der Verteidiger vor dem Chad Bartlomé an den Ball – sein Klärungsversuch landete an der Latte des eigenen Tores und liess nicht nur Häberlis Puls in die Höhe schnellen.