Es war Juni 2012, als der 1907 gegründete FC Black Stars in die 1. Liga (damals die dritthöchste Spielklasse) aufstieg. Er tat dies sehr souverän. Aus 26 Matches resultierten 21 Siege, vier Punkteteilungen und eine Niederlage, was 67 Zähler ergab. Und das Torver­hältnis von 91:18 zeigt, dass „Blägg“  in einer eigenen Liga spielte. Trainer des FCBS war damals Samir Tabakovic, der den Klub auch in der 1. Liga etablierte.

In den folgenden Spielzeiten belegten die Basler die Ränge 6, 4 und 4, bevor Tabakovic, einst Profispieler beim FC Basel, zum höherklassigen BSC Old Boys wechselte. Die Mär, wonach auf dem Buschweilerhof die Trainer auf einem Schleudersitz hocken, stimmt also nicht. Erst in den beiden letzten Jahren gab es eine stärkere Fluktuation beim Übungslei­ter. Benjamin Huggel begann die Saison 2015/16, warf aber bereits im November 2015 den Bettel hin. Oder war nicht mehr erwünscht. Sein Nachfolger André Fimian beendete die Spielzeit auf dem guten 4. Tabellenplatz, begann auch die letzte Saison als Cheftrai­ner, bevor er nach der Hinrunde durch Dariusz Skryzypczak ersetzt wurde. Aber auch die­se „Ehe“ endete noch vor Ablauf der Rückrunde – und mit Rang 8 erreichten die Black Stars die schlechteste Platzierung seit der Promotion in die 1. Liga.

Kontinuität in allen Belangen

Seit Mai 2017 ist bekannt, dass Samir Tabakovic (49) als Cheftrainer amten wird. Und das ist nicht nur eine gute, sondern wohl die bestmögliche Lösung. Der gebürtige Bosnien-Herzegowiner, der auch die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt, kennt den „Buschwiler­hof“ und sein manchmal umtriebiges Umfeld bis ins letzte Detail. Und er weiss, dass er in Peter Faé einen Sportchef hat, der tagtäglich für seinen Verein „chrampft“. Aber auch wir­belt – und emotional handeln kann. „Aber immer zum Wohle des Gesamtverei­nes“, wirft Faé sofort ein.

Das Kader hat zwar dezente Veränderungen erfahren, doch die markanten Wechsel folg­ten bereits im Laufe der letzten Spielzeit. „Wir wollen nur noch Spieler, welche sich mit dem Verein identifizieren können“, sagen Tabakovic und Faé unisono. Und die Zuzüge sind meist Nachwuchsakteure – der Grossteil stammt aus eigenen Reihen. Aber es gibt auch die langjährigen Teamstützen und Leistungsträger – wir denken da an Torhüter Ste­ven Oberle, Captain Branislav Micic, Torgarant Mickaël Rodriguez (37) oder Ricardo Farin­ha E. Silva. Und weil heuer der Angriff mehr als „nur“ Rodriguez sein wird (die drei Fran­zosen Francesco Cucchiara, Sidy Dieng und Ileyes Meslem sind die weiteren Offensivkräfte), dürfte der französische Routinier seinen langjährigen Status als „Mister 50 Prozent“ (bezüglich Treffer) verlieren.

Tiefstapelei…

Hatte Sportchef Faé manchmal forsch das Wort „Barragespiele“ (verbunden mit einem Aufstieg) in den Mund genommen, so hört man heuer keine konkreten Saisonziele. Auf Insistieren sagt „Mister Black Stars“ dann doch noch: „Unser Ziel ist Platz 9. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre gut, da würden wir nicht in Abstiegsgefahr geraten. Denn fast alle Riva­len haben sich massiv verstärkt“. Der Einwand, dass ein „einstelliger Rang auch die Plätze 1 bis 3 sein könnte, die zu den Aufstiegsspielen berechtigen“, lassen Peter Faé kalt. Er winkt ab. Wer aber seinen Ehrgeiz, und auch jenen von Trainer Tabakovic, kennt, weiss, dass Rang 9 eine diplomatische Art ist, von der Mannschaft jeglichen Erfolgsdruck wegzu­nehmen.

Einige Spieler des FC Black Stars Basel beim Spaghetti-Essen nach dem Gewinn des Sommercups

Einige Spieler des FC Black Stars Basel beim Spaghetti-Essen nach dem Gewinn des Sommercups

Die Testspiele, wiewohl „man die nie überbewerten darf und bei Erfolgen realistisch blei­ben muss“ (Tabakovic), haben gezeigt, dass Black Stars über viel spielerische Substanz verfügt. Gegen das höherklassige OB gab es beim gewonnenen Sommercup einen 3:2-Sieg. Der Ligakonkurrent Bassecourt wurde 5:2 bezwungen – und die letzte Testpartie, ge­gen den Verbandsligisten SV Endingen (die gutes Erstliga-Niveau haben) gewann die Ta­bakovic-Elf in Südbaden gleich mit 5:0.

Der FC Black Stars ist gerüstet. Auch für sein legendäres Sommernachtsfest, das von Freitag bis Sonntag das Klubleben bereichert und die „Blägg zu mehr als einen Fussballklub“ machen. Die Krönung dieser Festtage soll ein Auftaktsieg über einen der Aufstiegsfavori­ten sein.

So tippt die bz Basel:

  1. SR Delémont
  2. FC Solothurn
  3. SC Buochs
  4. FC Baden
  5. FC Black Stars Basel
  6. Grasshoppers Club Zürich U21
  7. FC Langenthal
  8. FC Luzern U21
  9. FC Münsingen
  10. FC Schötz
  11. FC Kickers Luzern
  12. FC Bassecourt
  13. FC Sursee
  14. Zug 94