Fussball
FC Sion: Die Wundertüte aus dem Wallis

Wieder einmal ist für FCB-Trainer Murat Yakin eine seriöse Gegneranalyse nicht möglich. Der Sieg am vergangenen Wochenende gegen YB war eines dieser Spiele, über die noch am Ende der Saison und darüber hinaus diskutiert wird.

Sebastian Wendel
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Giovanni Sio steht gegen Sion als Streller-Ersatz bereit. Keystone

Giovanni Sio steht gegen Sion als Streller-Ersatz bereit. Keystone

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Aufholjagd, Traumtore, strittige Schiedsrichterentscheidungen – der Spitzenkampf zwischen Basel und YB am vergangenen Wochenende bot dem Zuschauer Unterhaltung vom Feinsten. Und hatte eine mediale Aufarbeitung zur Folge, die FCB-Trainer Murat Yakin mit einem süffisanten Lächeln als «interessant» bezeichnet.

Zu wenig gewürdigt

Dass nach Duellen zwischen Rot-Blau und Gelb-Schwarz die Leistung des Unparteiischen zum Thema wird, gehört mittlerweile schon fast zur Tradition. Auch Yakin liess unmittelbar nach Spielschluss kein gutes Haar an Nikolaj Hänni, sagte aber gestern: «Es gibt in jedem Spiel auf beiden Seiten strittige Situationen. Am Schluss geht die Rechnung auf oder nicht.» Dass sie in diesem Fall auch aus sportlichen Gründen für seine Mannschaft aufging, fand Yakin zu wenig gewürdigt. «Das war kein glücklicher, sondern ein verdienter Sieg. Wir hatten in beiden Halbzeiten mehr Ballbesitz, YB hatte nach der Pause nur eine Torchance. Das sagt eigentlich alles.»

Die Qual der Wahl im Mittelfeld

Schauen wir nach vorne auf das heutige Heimspiel gegen Sion und das Vorhaben der Basler, auch im
16. Meisterschaftsspiel in Folge ungeschlagen zu bleiben: Wieder einmal steht bei den Wallisern ein neuer Trainer an der Seitenlinie (siehe Seite 19), wieder einmal ist vor dem Aufeinandertreffen mit Sion eine seriöse Gegneranalyse im Voraus nicht möglich. So muss Yakin frühere Gespräche mit seinem Bruder Hakan aus seinem Gedächtnis hervorkramen, um eine Vorahnung davon zu haben, wie Raimondo Ponte spielen lässt. Hakan Yakin war Spieler in Bellinzona, als es den Klub noch gab und Ponte dort ein kurzes Gastspiel als Trainer gab. «Es würde mich nicht überraschen, wenn Sion mit einer Dreierabwehr spielt», lässt sich Murat Yakin entlocken. Mehr nicht, denn wie es sich für den Ligakrösus gehört, konzentriert man sich dort vor dem Duell mit dem Zweitletzten der Tabelle auf die eigenen Stärken.

Aus sieben mach fünf

Und die sind so gross wie lange nicht mehr: Abgesehen von den langzeitverletzten Ivan Ivanov und Fabian Schär und dem gesperrten Matias Delgado steht Yakin das gesamte Kader zur Verfügung. Ein Selbstläufer wie noch zu Beginn der Rückrunde wird die Aufstellung heute nicht. Im Mittelfeld ist das Gedränge am stärksten, streiten sich doch mit Frei, Serey Die, Elneny, Xhaka, Diaz, Stocker und Callà gleich sieben Spieler mit Potenzial zur Stammkraft um die fünf Plätze.

Yakin wird wohl auch das Hinspiel der Europa-League-Sechzehntelfinals am Donnerstag in Tel Aviv in seine Überlegungen einbeziehen. Was für Marco Streller bedeuten könnte, dass er heute gegen Sion geschont wird. Der Captain brach am Mittwoch das Training mit Adduktorenproblemen ab und stiess erst gestern wieder zur Mannschaft. Für ihn steht Giovanni Sio als Ersatz bereit.

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