Nationalmannschafts-Pausen sind bei Klub-Trainern selten gerne gesehen. Beinahe die ganze Mannschaft fliegt aus, verteilt sich auf die ganze Welt und kommt erst spät zurück. Ein normaler Trainingsbetrieb ist unmöglich, eine grosse Vorbereitung auf das erste Spiel nach dem Unterbruch schwierig. 

Dennoch kann Raphael Wicky der eben zu Ende gegangenen Nati-Pause auch Positives abgewinnen. «Ich konnte ein bisschen auftankten. Wir hatten letztes Wochenende ein paar Tage frei. Da war auch für mich Pause angesagt, das tut gut.»

Die Trainings gestalteten sich seit der Wiederaufnahme des Betriebs am Mittwoch aber schwer, die erste Mannschaft wurde von vielen jungen Akteuren komplettiert. «Für die ist es natürlich gut, bei denen läuft die Meisterschaft ja weiter.»

Balanta und van Wolfswinkel fehlen 

Am Freitag dann konnte Wicky endlich wieder auf all seine gestandenen Kader-Spieler zurückgreifen, nachdem die Nati-Spieler auch noch ein paar freie Tage geniessen konnten. Wicky pflegte auch in deren Abwesenheit Kontakt mit ihnen. «Nicht jeden Tag. Aber an Spieltagen habe ich ihnen viel Glück gewünscht oder ihnen gratuliert, wenn sie etwas Tolles geschafft haben. Das sind kleine Zeichen, die man sendet.» 

Das Wichtigste sei aber ohnehin, «dass alle gesund zurück gekommen sind.» Dafür machen ihm zwei Spieler, die in Basel geblieben waren, Sorgen. Zum einen Eder Balanta, der noch immer nicht mit der Mannschaft trainieren kann. Immerhin solle er bald wieder beginnen können zu joggen. Das Duell am Montag gegen YB kommt aber sicher zu früh. 

Ob dies auch für das andere Sorgenkind, Ricky van Wolfswinkel, gilt, ist noch unklar. Der Holländer fehlte am Donnerstag und Freitag im Training aufgrund einer Stirnhöhlen-Entzündung, die ihn schon am Wochenende zuvor geplagt hatte. «Mit ihm schauen wir am Samstag, wie es ihm geht.»

Suche nach Kontinuität

Am Sonntag macht sich der FCB dann bereits auf in Richtung Bern. Zu einem Spiel, dessen Bedeutung sich alle bewusst sind. Gewinnt der FCB nicht, ist das Meisterrennen gelaufen. Wie schwierig das werden wird, zeigt aber die Tatsache, dass YB in diesem Kalenderjahr noch kein Spiel verloren hat. «Sie sind sehr stabil», sagt auch Wicky. 

Sein Team hingegen ist noch immer etwas auf der Suche nach der Kontinuität. Die Mannschaft müsse sich finden, um Sicherheit kriegen zu können. Wicky habe das Gefühl, «dass wir da schon etwas weiter sind. Hierarchisch haben wir uns wieder gefunden, die Rollen sind wieder eingespielt.» Wenn jetzt auch noch im offensiven Bereich alle Spieler wieder ihre Bestform finden, sei vieles mögliches. 

Über eine mögliche Meisterschaft will man aber dennoch nicht reden. Auch deshalb, weil für Wicky weiterhin klar ist: «YB ist der Favorit. Daran hat sich nichts geändert seit dem letzten Aufeinandertreffen.»