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FCB-Coach Raphael Wicky zur Stürmer-Hierarchie: «Ich habe Van Wolfswinkel meine Gründe erläutert»

Raphael Wicky hat im FCB-Sturm eine deutliche Hierarchie geschaffen. Auch vor dem Spiel gegen GC deutet viel darauf hin, dass sich daran in Zukunft nichts ändern wird.

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Sein Weg führte ihn zuletzt sechs Mal auf die Bank statt als Startelf-Spieler auf den Platz: Ricky van Wolfswinkel.

Sein Weg führte ihn zuletzt sechs Mal auf die Bank statt als Startelf-Spieler auf den Platz: Ricky van Wolfswinkel.

Keystone

Es hätte nicht unbedingt noch das Tor in der Nachspielzeit gebraucht. Aber es hat noch einmal unterstrichen, auf wessen Seite das Momentum im Basler Sturm zurzeit ist: Auf jener Albian Ajetis. Dem 21-jährigen Team-internen Liga-Topscorer des FC Basel.

Und nicht auf jener Ricky van Wolfswinkels. Dem 29-jährigen Sommer-Königstransfer. Am 11. März beim 0:1 stand dieser zum letzten Mal in der Startelf. Seither musste er sechs Mal in Folge zu Beginn auf die Bank. Auch sein Tor gegen den FC Zürich, das erste seit dem 27. September, änderte nichts daran.

Ajeti hingegen stand gegen Lausanne das sechste Mal in Serie in der Startelf. Er dankt mit Scorerpunkten. Regelmässig. In Lausanne beim 1:1 war es ein Assist, gegen den FCZ deren zwei, und beim 1:0 gegen Sion und am Sonntag beim 2:1 über Lausanne erzielte er jeweils den Siegtreffer.

«Natürlich ist das enttäuschend für ihn»

Es sind viele Argumente, die Ajeti aktuell liefert, um weiterhin in der Startelf zu stehen. Und van Wolfswinkel wiederum auf die Bank zu verdrängen. «Natürlich ist das für Ricky enttäuschend», sagt Raphael Wicky. «Er geht relativ professionell damit um», sagt der FCB-Coach.

Im Gespräch habe er dem Holländer die Gründe dargelegt, weshalb er sich zuletzt für Ajeti entschieden habe. «Damit hat es sich. Er ist lange genug Profi, um zu wissen, dass er weiter gut trainieren und dann Leistung bringen muss, wenn er in ein Spiel rein kommt.» Details wollte Wicky keine Preis geben.

Weit suchen muss aber nicht, wer die Gründe finden will. Denn neben den erwähnten Scorerpunkten liefert Ajeti in jedem Spiel weitere Argumente mit. Er ackert defensiv mehr als sein Konkurrent, was Wicky gefällt. Schliesslich forderte er erst am Sonntag, dass man «genau so leidenschaftlich verteidigen wie offensiv agieren muss».

Vorteil Ajeti

Hinzu kommt die Integration ins Mannschaftsspiel, die in einer Zeit, in der sich eine Elf finden soll, ebenso bedeutend ist. Auch dort weist van Wolfswinkel mehr Probleme auf, ist oft isoliert. Je länger die Saison dauert, desto weniger überrascht es, dass der FCB seine beste Phase hatte, als van Wolfswinkel verletzt fehlte. Denn ihm geht auch die Robustheit eines Ajetis ab.

Diese ist insbesondere gegen abstiegsbedrohte Teams, die alles in Zweikämpfe werfen, von Vorteil. Und solche Teams warten in den kommenden Spielen viele auf den FCB – zum Beispiel GC heute Abend. So spricht vieles dafür, dass sich van Wolfswinkel zum siebten Mal in Folge auf die Bank setzen muss.

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