Mit dem Heimspiel gegen Etoile Carouge geht die 1.-Liga-Promotion-Saison für den U21 des FC Basel heute zu Ende (16 Uhr, Rankhof). Im Falle eines Sieges könnte man sich von Rang 8 maximal auf Rang 7 verbessern, letztes Jahr war der rotblaue Nachwuchs noch Gruppenzweiter geworden.

Die Gründe für den tabellarischen Absturz liegen einerseits im jungen Durchschnittsalter der Mannschaft. Viele Spieler könnten noch in der U18 spielen. Die Umstellung vom Junioren- zum Aktivfussball halten viele Trainer für die schwierigste. Wegen der Abgänge von Kwang-Ryong Pak (leihweise zu Vaduz) und Thibault Corbaz (leihweise zu Biel) verblieb nach der Winterpause mit dem 21-jährigen Captain Aurélien Chappuis nur noch ein «routinierter» Spieler im Kader.

Andererseits wurde der Basler Nachwuchs in der Rückrunde aufgrund der zahlreichen Verletzungen und Sperren im Fanionteam viel stärker tangiert als in den Vorjahren. Naser Aliji, der die Vorrunde in der U21 bestritten hatte, schaffte den Aufstieg. Albian Ajeti, Simon Dünki oder Breel-Donald Embolo konnten mehrfach nicht oder nur dosiert in der U21 spielen, weil sie im «Eins» gebraucht wurden. Letzterer hatte gar mehr Einsatzminuten in der Super League als in der 1. Liga.

Trainer Thomas Häberli wusste oftmals erst am Spieltag, wen er auf den Platz schicken konnte – Fluch und Segen eines Ausbilders. «Das ist es doch, was meinen Job so interessant macht», sieht Häberli das Positive an seiner Situation.

Old Boys litten am Aderlass

Das Ende der letzten Saison mit dem abrupten Abgang von knapp einem Dutzend Spieler wirkte sich ganz klar auf die jetzige Spielzeit der Old Boys aus. Der Quartierverein kam zu Beginn kaum aus einer Pechs- und Niederlagenspirale hinaus. Einsamer Höhepunkt war der gute Auftritt gegen den FCB im Cup (0:1 nach Verlängerung), doch auch dort wurde man wegen eines dramatischen Schiedsrichterentscheides aus dem Konzept geworfen.

Erst die beiden Transfers von John Baggio und Seyfettin Kalayci brachten den erhofften Umschwung und somit den Klassenerhalt. Nun wollen sich die Gelbschwarzen nächstes Wochenende mit einem Sieg gegen Brühl SG und der Qualifikation für den Schweizer Cup versöhnlich aus der Saison verabschieden.

Doch bereits jetzt gibt es wieder einen kleinen Paukenschlag: Delémont-Goalie Beat Weber soll zu den Old Boys stossen. Dies ist kein Vertrauensbeweis für den jetzigen Stammgoalie Steven Oberle, der gerne bei OB bleiben würde und diese Saison konstant gute Leistungen gezeigt hat. Abgesehen von den vielen Abgängen im letzten Jahr, verliess im Winter auch Fitim Sadriji den Verein aus Gründen abseits des Fussballplatzes. Es darf zu hoffen sein, dass mit dem neuen Sportchef Walter Schneider solche «nichtsportliche» Probleme der Vergangenheit angehören.