Als Goalie Tomas Vaclik im Sommer zum FC Sevilla wechselte, tauchten Fragen auf: Kann ihn Jonas Omlin wirklich ersetzen? Reicht ein Goalie, der etwas mehr als eine Saison auf höchstem Schweizer Niveau gespielt hat, den hohen Ansprüchen des FC Basel?

Schnell war klar: Es reicht. Mehr noch, Omlin überzeugte während des schwierigen Saisonstarts als einziger FCB-Akteur restlos. Das belegen die Zahlen. Tomas Vaclik parierte während der vergangenen Saison 74 Prozent aller Schüsse, die aufs Tor kamen. Omlin stand ihm in den acht Spielen, die er vor seiner Verletzung machte, nicht im geringsten nach: 101 Schüsse feuerten die Gegner in diesen Partien ab, 47 davon kamen aufs Tor, 35 hielt Omlin. Das entspricht in Prozenten genau der gleichen Quote wie jener von Vaclik.

Debüt in Rot-Blau

Dann kam das Hinspiel gegen Apollon Limassol im Europa-League-Playoff, Omlin hängt am Rasen ein und verletzt sich am linken Oberschenkel. Wochenlang muss er pausieren. Und ganz unverhofft kommt Martin Hansen an diesem Abend Ende August zu seinem Debüt in Rot-Blau.

Seither steht der Däne im Tor der Basler. Neun Spiele hat er unterdessen für den FCB gemacht. Zwar haben die Gegner in diesen neun Spielen deutlich weniger aufs Basler Tor geschossen (75 Schüsse, wovon 30 aufs Tor kamen), dennoch hat er mit 17 Gegentoren klar mehr kassiert als Omlin (Quote von 43 Prozent).

Koller nimmt Hansen in Schutz

Trainer Marcel Koller relativiert: «Wenn man allein in einem Spiel sieben Tore kassiert, kommt da halt einiges zusammen.» Die Blamage von Bern. Das 1:7 zieht Hansens Bilanz deutlich nach unten. Aber auch wenn man die Statistiken aus diesem Spiel herausrechnet, bleibt die Quote von Hansen mit 54,5 Prozent gehaltener Bälle deutlich unter der von Stammkeeper Omlin.

Trotzdem sagt Koller: «Schon bevor er zum Einsatz kam, fiel Martin als gute Persönlichkeit auf, als einer, der Anweisungen gibt, aktiv ist, aufmerksam. Das hat er seither bestätigt.»

Die Gründe dafür, dass der FCB trotzdem so viele Gegentore kassiert hat, ortet Koller nicht beim Goalie allein: «Wenn du als Torhüter eine oder gar zwei Mauern vor dir hast, die alles ablaufen und wegköpfen, dann ist es auch für dich einfacher. Wir haben allgemein zu wenig konsequent, zu wenig gut verteidigt.»

Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor

Das soll am Samstag gegen St. Gallen anders werden. Denn gegen die Ostschweizer haben die Basler noch eine Rechnung offen. Das 1:2 zum Saisonstart hat den FCB gleich zu Beginn in Rücklage gebracht. Jetzt soll endlich der erste Auswärtssieg her. Dazu aber braucht es nicht nur eine starke Defensive, sondern auch Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. «Wir müssen unsere Chancen auch besser nutzen», so Koller.