Promotion League
FCB U21 - Old Boys: Zum Start der Rückrunde kommt es zum «Partner»-Derby

Die Zusammenarbeit im Juniorenbereich des FC Basel mit den Stadtrivalen Old Boys wurde trotz gegenteiliger Ankündigung nicht wie geplant beendet. Am Sonntag empfängt nun die Basler U21 die Old Boys zum Auftakt der Rückrund in der Promotion League.

Jeremy Weill
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Der FCB und die Old Boys arbeiten weiterhin zusammen.

Der FCB und die Old Boys arbeiten weiterhin zusammen.

Roman Aeschbach

Schlussendlich kann man sagen: Das war ganz einfach nur viel Wirbel um nichts. Der FC Basel und die Old Boys gaben im vergangenen Herbst das Ende ihrer Partnerschaft im Juniorenbereich bekannt.

Nach kurzem Aufschrei – in erster Linie aus den Reihen der Old Boys – hiess es im vergangenen Monat, die Partnerschaft im E12- bis U15-Bereich werde wie gehabt fortgesetzt. Gründe für die plötzliche Umstimmung wurden keine genannt. Es war ein weiteres Kapitel in der von Misstönen begleiteten Beziehung der beiden Stadtklubs.

Die letzte Aktion, die zwischen dem FCB und OB für Verstimmung sorgte, war die Verpflichtung Giuseppe Morellos vor anderthalb Jahren: Der 31-jährige Stürmer wurde damals nach nur drei Partien in Gelbschwarz vom FCB mit einem lukrativen Angebot weggelockt.

2013 trafen die Old Boys im Cup auf die erste Mannschaft des FC Basel.

2013 trafen die Old Boys im Cup auf die erste Mannschaft des FC Basel.

Keystone

Seither hat sich die Tabellensituation der beiden Teams geändert. Die U21 des FCB spielte unter dem neuen Trainer Raphael Wicky eine hervorragende Vorrunde und liegt auf Platz zwei, die Old Boys sind mittlerweile Zwölfter, gerade einmal einen Punkt über einem Abstiegsplatz. Der Rücktritt von Trainer Samir Tabakovic, der seine Tätigkeit bei OB in der Winterpause aus beruflichen und zeitlichen Gründen beendete, kam für Aussenstehende dennoch sehr überraschend.

Mit Aziz Sayilir verpflichtete man nun einen Trainer, der im Verein ein halbes Jahr lang die U15 trainiert hat. Davor war Sayilir eineinhalb Jahre lang Übungsleiter bei Solothurn (2014 bis 2015) in der 1. Liga. Der zeitliche Aufwand des in Rothrist lebenden Familienvaters ist wohl ähnlich gross wie jener von Tabakovic.

Aziz Sayilir ist seit einem halben jahr Trainer der Old Boys.

Aziz Sayilir ist seit einem halben jahr Trainer der Old Boys.

Marcel Bieri

Gewichtiger Abgang bei den Old Boys

Probleme, alles unter einen Hut zu bringen, sieht er jedoch nicht: «Ich mache das schon lange so, zudem ist es für mich eher Hobby als Arbeit.» An der Transferfront fällt vor allem der Abgang Dario Terzics auf – und vielleicht in der Rückrunde auch ins Gewicht.

Der torgefährliche Flügelspieler muss die Old Boys wegen Komplikationen mit seinem Nicht-EU-Bürger-Status verlassen. Neu zum Kader gestossen ist dafür unter anderen Artan Shillova. Der ehemalige FCB-Junior ist zwar kein Unbekannter in der Basler Regionalfussballszene, spielte in den vergangenen dreieinhalb Jahren jedoch auf deutlich tieferem Niveau bei Dardania (2. Liga interregional) und Rheinfelden (2. Liga).

Bei zwei Vereinen aktiv

Den Klassenerhalt für die Old Boys womöglich etwas vereinfachen könnte die unglaubliche Tatsache, dass YF Juventus-Präsident Piero Bauert nun auch bei United Zürich – einem direkten OB-Konkurrenten im Abstiegskampf – eingestiegen ist und dort mächtig umgekrempelt hat. Sage und schreibe 13 Spieler verliessen den Verein und wurden vor allem durch Spieler aus unterklassigen Ligen ersetzt. Was Bauert mit der Mannschaft plant, ist ungewiss. Wie viel Sinn es jedoch für einen Präsidenten macht, zwei Vereine in der Promotion League zu führen, ist unklar.

Vollkommen anders ist die Ausgangslage vor Beginn der Rückrunde beim FCB-Nachwuchs: «Dass die Vorrunde so gut sein würde, konnte ich nicht ahnen», sagt U21-Trainer Wicky. Platz zwei ist tatsächlich ein sehr starkes Ergebnis, bedenkt man, dass der FCB vor einem Jahr noch in der unteren Tabellenhälfte stand. Doch auch Basel hatte einige Abgänge zu verzeichnen: Arxhend Cani ist neu bei Cuphalbfinalist Winterthur, Charles Pickel bei GC, während Raoul Petretta im eigenen Fanionteam Fuss fassen konnte.

Raphael Wicky trainiert die U21 des FC Basel.

Raphael Wicky trainiert die U21 des FC Basel.

Uwe Zinke

Kompensieren will man diese Abgänge mit eigenen Spielern, Wicky hofft vor allem auf eine baldige Rückkehr der langzeitverletzten Huser, Pepsi und Pululu. Dass nach den Abgängen in der ersten Mannschaft wohl nicht mehr ganz so oft Spieler im «Zwei» aushelfen werden, ist sicherlich auch kein Nachteil. «Es hat jeweils gut geklappt in der Hinrunde, aber klar ist es einfacher, mit Spielern anzutreten, mit denen man auch unter der Woche trainiert.»