Auch wenn es ein Duell war, das für die Restsaison – in Bezug auf die Playoffs – keine Bedeutung mehr hatte, sahen die Zuschauer eine hartumkämpfte, intensive, vor allem unterhaltsam und bis zum letzten Sirenenton spannende Partie.

Der Gastgeber bringt es immer wieder fertig, für die Vergleiche mit den Wings ihren Rou­tinier Ngueyep Nana Harding (38, 202cm) – einfacher nur Nana genannt – auf die Beine zu be­kommen. Ansonsten hat der kamerunesische Ex-Internationale ganz wenige Natio­nalliga-A-Partien bestritten.

Und zu Beginn legte Central furios los – nach zwei Minuten stand es 10:0, später auch 16:4 (5.), doch nach dem ersten Viertel führten die Starwings mit 22:26. Der Gast hatte dabei mit einem unkonventionellen Stammquintett begonnen. Wäh­rend von der Central-Bank 14 Zähler kamen, steuerten die Bankspieler der Star­wings gleich deren 50 Punkte bei.

Lehmann und die Profispieler

Von Beginn an wurde klar, dass mehr Augenmerk auf die Offensive denn auf eine solide Defense gelegt wurde. Zu verübeln ist dies den beiden Aushängeschildern des alemannischen Basketballes nicht.

Und sowohl bei Luzernern wie Unterbaselbietern gab es Exponente, die individuell zu brillieren vermochten. Marco Lehmann, Fast-Nationalspieler und bei Central im Denkmal-Status, erzielte zum wiederholten Male, auch gegen die Landes­grössen, gegen 30 Punkte.

US-Spielmacher Derek Jackson und der senegalesische Cen­ter Ibrahima Camara waren bärenstark; ebenso stark, und eine Spur spektakulärer, war auf der Gegenseite Antonio Hester. Ein Mann, den man gerne auch in der kommenden Saison in Birsfelden sehen würde.

Verdienter Erfolg

Routinier Nemanja Calasan (33) war omnipräsent, während sich Spielmacher Justin Mit­chell zehn feine Assists notieren lassen konnte. Und weil Joël Fuchs jetzt zum Saisonende zur Höchstform aufläuft (man hätte sich den Ex-Captain im Herbst in dieser Verfassung gewünscht) und Branislav Kostic namentlich bei den Dreier (vier von sechs) brillierte, kamen die Gäste zu einem hochverdienten Erfolg.

Doch selbst 62 Sekunden vor dem letzten Sirenenton, beim Stand von 92:101, war die Partie noch nicht gegessen. Mit drei "Bom­ben" (Dreiern) schaffte Central den Anschluss und erst der letzte Ball, ein Gegenstoss, den Mitchell mit einem brachialen Dunking abschloss, entschied dieses Derby.

Am Mittwoch das Derby gegen Boncourt

Damit werden die Starwings ihren Status als beste Deutschschweizer Mannschaft der letzten 15 Jahren bewahren. Und dies in einem Jahr, das durch (zu) viele Fluktuationen bei den Profispielern geprägt war.

Auch ein nötiger Trainerwechsel von Roland Pavloski zu Donati (der immerhin auf eine Erfolgsquote von 40 Prozent kam, nachdem sein Vor­gänger all seine neun Auftaktpartien in der Nationalliga A verloren hatte) brachte zwar Bes­serung, aber nicht die erhoffte Playoff-Qualifikation ein.

Zum Saisonabschluss steht am Mittwochabend noch das Verbands-Derby gegen den BC Boncourt auf dem Programm. Mit einem Erfolg werden die Starwings auch Lausanne Pully überholen und somit Rang 9 belegen. In Anbetracht der Umstände eine akzeptable Klassierung.