Eishockey

Frau im Männerteam: Larissa Friant hütet das Tor bei den EHC-Olten-Junioren

L. Friant.

L. Friant.

Larissa Friant aus Muttenz ist Torhüterin bei den Junioren des EHC Olten und kennt sich aus mit den Vorurteilen, denen Frauen in der männerdominierten Sportart begegnen müssen. Sie hat sich als einzige Frau im Männerteam etabliert.

Dass Frauen Eishockey spielen, ist ungewöhnlich. Erst recht, wenn sie dies nicht in einem Frauenteam, sondern bei den Männern tun. Larissa Friant spielt seit dreizehn Jahren Eishockey, von Anfang an hatte sie vor allem männliche Teamkollegen. Angefangen hat alles ganz klassisch. Als junges Mädchen begann Larissa mit Eiskunstlauf. «Richtig gepackt hat mich dieser Sport nie», erzählt Friant. Ihr Bruder spielte damals schon Eishockey und so nahm sie einmal an einem Schnuppertraining teil. Von da an gab es für Friant nur noch Eishockey.

Am Anfang trainierte die Muttenzerin ausschliesslich mit den Jungs, mittlerweile spielt sie auch in einem Frauenteam. Auch in der Nationalmannschaft sammelte Friant bereits Erfahrungen. «Wegen der anstehenden Lehrabschlussprüfung bin ich dort aber ausgetreten», gibt die angehende Malerin an. Ob sie wieder zurückkehre, lässt sie offen. Denn die 19-Jährige möchte im Männer-Eishockey Fuss fassen. «Das Spiel der Männer ist viel intensiver, schneller, technischer und ich bin als Goalie viel mehr gefordert», zählt sie auf. Aktuell ist sie die Ersatztorhüterin bei den Junioren des EHC Olten und fühlt sich dort nach Anfangsschwierigkeiten rundum wohl. «Zu Beginn musste ich mir schon ein paar Sprüche anhören lassen. Manchmal wurden ehemalige Teamkollegen auch persönlich und meinten, Eishockey sei ausschliessliche eine Männersportart», schaut Friant zurück. Mittlerweile sei sie jedoch bestens akzeptiert im Team und verbringe auch abseits des Eisfeldes Zeit mit den Teamkollegen.

Körperliche Nachteile

Momentan spielt Friant beim erfolgreichen Juniorenteam des EHC Olten. Später möchte sie sich in einem Männerteam in der 2.Liga etablieren. Ein sehr ambitioniertes Ziel. Doch Friant, dessen grosses Vorbild die ZSC-Goalie-Legende Ari Sulander ist, ist gewillt, dieses zu erreichen. «Im Kraftaufbau und in der Schnelligkeit habe ich ganz klare Defizite gegenüber Männern», ist sich Friant im Klaren. Doch sei vieles auch eine Frage der Erfahrung, ergänzt die 19-Jährige. Und Erfahrung kann sie beim EHC Olten sammeln. «Ich komme zu Teileinsätzen und versuche, mich zu profilieren.» Die Muttenzerin hat gelernt, mit Vorurteilen umzugehen und meint mit einem Lächeln: «Ich werde oftmals unterschätzt und das ist während des Spiels meine grosse Chance.»

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