Handball
Frauen des ATV/KV Basel zerbrechen an der Härte

Die Frauen des ATV/KV Basel verlieren in der höchsten Spielklasse ein grobes Spiel gegen Thun klar mit 16:26.

Pascal Del Negro
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Basler Handballerinnen verlieren hartes Spiel
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Kimberly Carmine kann sich am Kreis durchsetzen.
Aus elf Versuchen nur zwei Tore erzielte Basels Anja Scherb.
Kimberly Carmine hat gegen die gute Abwehr von Thun einen schweren Stand.
Basels beste Werferin an diesem Abend mit sechs Toren: Eliane Estermann.
Basels Trainer Alexander Ernst war nicht immer mit den Schiedsrichterentscheidungen einverstanden.
Duell der Topskorerinnen: Basels Flaka Dervisaj (rechts) erzielte an diesem Tag keinen Treffer.

Basler Handballerinnen verlieren hartes Spiel

Uwe Zinke

Alexander Ernst konnte kaum fassen, was sich gerade in der Rankhofhalle abspielte. Der Basel-Coach sah, wie seine Spielerin Monika Pelka-Fedka mit einem überharten Einsteigen zu Boden befördert, die Aktion aber nicht sanktioniert wurde. Schlimmer noch: Das Spielleiter-Duo liess die Partie weiterlaufen, obwohl die Baslerin, sich vor Schmerzen krümmend, auf dem Feld liegen blieb.

«Da muss man die Schiedsrichter wirklich mal hinterfragen!», meinte der aufgebrachte Ernst nach dem Spiel, «das oberste Gebot ist doch immer die Gesundheit der Sportlerinnen. Dass man die Partie, wenn eine Spielerin am Boden liegt, nicht unterbricht, ist für mich unbegreiflich.»

Basel wirkte verunsichert

Die Partie wurde generell sehr grob geführt – dies auf beiden Seiten. Allerdings hatte das Heimteam mehr Mühe damit. Je länger die Partie dauerte, desto mehr wirkten die Baslerinnen verunsichert. Immer seltener gingen sie dorthin, wo es wehtut. Die Thunerinnen nutzten diesen Vorteil eiskalt aus und kamen durch ihr weiterhin gnadenloses Spiel, hart an der Grenze zum Erlaubten, zum letztlich klaren Erfolg.

Aus Sicht der Baslerinnen begann die Partie eigentlich optimal. In einer von vielen Fehlwürfen geprägten Startphase konnte die Heimmannschaft das Spiel lange ausgeglichen gestalten. Bis zum Zwischenfall mit Pelka-Fedka nach etwa 25 Minuten und dem Zwischenstand von 7:7. «Das war der Knackpunkt in diesem Spiel, Monikas Ausfall brachte uns aus dem Konzept», fasste Ernst zusammen.

Denn danach brachen die Baslerinnen ein, zur Pause lagen sie bereits mit 7:12 zurück. In der zweiten Hälfte erholten sie sich nicht mehr und gerieten immer mehr in Rückstand, bis zum bitteren Schlussverdikt. Ernst: «Nach 25 Minuten setzten wir die Taktik nicht mehr um, suchten viel zu voreilig den Abschluss. Da war es vorbei.»

Es war das letzte Spiel der Qualifikation, nun geht es für Basel in die Abstiegsrunde. In dieser trifft der Tabellen-Sechste (11 Punkte) auf Winterthur (5./13), Zofingen (7./9) und Stans (8./5). Die vier Teams spielen noch je zweimal gegeneinander und nehmen dabei ihre Punkte aus der Qualifikation mit. Die zwei Letzten bestreiten dann die Barrage gegen Teams aus der SPL 2.

Zofingen steigt freiwillig ab

Dabei präsentiert sich die Ausgangslage für Basel ziemlich rosig. Denn am Ende der Abstiegsrunde wird Zofingen, aufgrund der freiwilligen Relegation in die 1. Liga, automatisch ans Tabellenende gesetzt. Also muss der ATV/KV lediglich Stans hinter sich lassen. Eine schwierige Aufgabe sieht anders aus, oder? «Klar, momentan sieht es sehr gut aus für uns, wir haben sechs Punkte Vorsprung auf Stans», meint Ernst, «allerdings haben wir den Tritt in diesem Jahr noch nicht gefunden.»

Tatsächlich konnten die Baslerinnen 2015 noch nicht überzeugen und verloren acht von neun Ligaspielen. Nur logisch, dass in Basel manch einer zu zweifeln beginnt. Auch Trainer Ernst ist es nicht entgangen, dass sich bei seinen Spielerinnen «Unsicherheit breitmacht.» Der Basler Übungsleiter bleibt aber zuversichtlich. Er ist sich sicher, dass die letzten Punkte schon bald unter Dach und Fach gebracht werden und man auch die Saison 2015/16 in der SPL 1 in Angriff nehmen wird.

Für diese hat man bereits vorgesorgt und sich auf der Goalieposition weiter verstärkt. Vom aktuellen Ligakonkurrenten TV Zofingen wechselt die 21-jährige Aargauerin Marion Ort ans Rheinknie. In Basel freut man sich, eine zwar junge, aber sehr talentierte Torhüterin für sich gewonnen zu haben. «Sie ist eine richtige Verstärkung und passt sehr gut in unser Team», sagt Trainer Ernst über seinen ersten Neuzugang.

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