Tischtennis
Frauen und Männer von Rio-Star Muttenz kämpfen nach unten und oben

Währenddessen die Muttenzerinnen um den Ligaerhalt kämpfen, geht es bei den Männern um den Einzug in den Nationalliga-A-Final. Dabei fehlen beiden Mannschaften in den entscheidenden Partien Spieler. Dies trifft vor allem die Frauen.

Patrick Pensa
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Fehlt den Männern: Das deutsche Talent Maikel Sauer. Nars

Fehlt den Männern: Das deutsche Talent Maikel Sauer. Nars

Kenneth Nars

Cheftrainer Karl Rebmann will sich nicht festlegen. Er weiss nicht, bei welcher Partie die Ausgangslage am spannendsten ist. Klar, die Männer sind auf dem Papier gegenüber Halbfinalgegner Meyrin klar im Vorteil. «Es muss aber immer erst gespielt werden», sagt Rebmann. Lieber nicht abheben, ist die Devise beim Schweizer Meister.

Ohne Sauer, aber top besetzt

Die absolute Topbesetzung von Muttenz im heute beginnenden Halbfinalduell mit Chengbowen Yang, Jiashun Hu und Lionel Weber zeugt aber nicht von Angst vor dem Gegner. Hu, sonst Leader der NLB-Equipe, ersetzt vielmehr das deutsche Talent Maikel Sauer, der an der Schulter verletzt ist.

Final wohl Muttenz - Locarno

Im zweiten Halbfinal bekommt es Qualifikationssieger Lugano mit Wil zu tun, welches sich gegen Rapid Luzern durchgesetzt hat. Werden beide Favoriten ihrer Rolle gerecht, kann sich der Tischtennisfan langsam auf die Finalpaarung Muttenz – Lugano freuen.

Dort würde chinesische auf italienische Tischtenniskunst treffen. Lugano weiss mit Simone Spinicchia einen ehemaligen italienischen Meister in seinen Reihen.

Barrage gegen Münsingen

Geht es bei den Männern also eher darum, keine Blösse zu zeigen, kämpfen die Frauen ums Überleben in der Nationalliga A. Dabei sind zwei Dinge interessant. Erstens, wie Barrage-Gegner Münsingen zu seinem Glück kam.

Da Neuhausen, das die NLB-Gruppe 2 gewann, bereits eine Mannschaft in der höchsten Spielklasse hat, war es nicht aufstiegsberechtigt. So musste Rapid Luzern, das in beiden NLB-Gruppen ein Team hat und eine Gruppe gewann und die andere auf Rang zwei beendete, ein klubinternes Duell austragen.

Luzern 1 setzte sich durch und stieg auf. Dadurch war Luzern 2 nicht mehr aufstiegsberechtigt und Münsingen kam zum Handkuss.

Ist die NLA die richtige Liga?

Die Frauen von Rio-Star Muttenz, welche die NLA-Saison auf dem 5. Rang beendeten, sollten im Normalfall also gegen den Vierten der NLB auf der sicheren Seite sein. Dies sieht auch Karl Rebmann so: «Wenn wir dieses Duell nicht gewinnen, bekomme ich Zweifel, ob wir in der richtigen Liga sind.»

Es gibt aber noch einen Haken. Zweitens: Grundsätzlich forciert der Verband den Einsatz von Frauen in Männerteams. So spielt zum Beispiel die Nummer 1 von Rio-Star, Tatana Svobodova parallel für Zofingen in der 1. Liga.

Erfolgreich: Die Aargauer bestreiten am Wochenende die Aufstiegsspiele für die NLB. Dadurch wird Muttenz zumindest heute zu Hause gegen Münsingen die Nummer 1 fehlen. Morgen könnte ein Einsatz möglich sein.

«Wenn Zofingen am Samstag klar gewinnt, wird Tatana am Sonntag für uns spielen», sagt der Cheftrainer. Er fragt sich, wie der Verband einerseits für den Einsatz von Frauen sein und andererseits Aufstiegsspiele und Playouts parallel ansetzen kann.

Vivian Tang für Tatana Svobodova

Positiv aber die zweite Frauenmannschaft. Sie hat sich vor einer Woche mit dem Sieg gegen Péry den Verbleib in der NLB erspielt. Rebmann sagt, dass der Platz in der NLB wichtig sei, um junge Spielerinnen an die erste Mannschaft heranzuführen. Spielerinnen wie Vivian Tang, die heute Tatana Svobodova ersetzen wird.