An der Richtigkeit des Resultats, das bereits nach knapp 70 Minuten feststand, gab es nach Spielende in der Allschwiler Muesmatt-Halle nichts zu deuteln. «Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir die Partie verlieren könnten», sagte Michelle Herzog nach dem glatten 3:0 (25:17, 25:16, 25:18) für ihr Team. Den Grund dafür sah der Captain des VBC Allschwil, dass der KTV Riehen nur mit sieben Spielerinnen angetreten war. «Wir hingegen waren zu zwölft und hatten automatisch mehr Optionen.»

Herzogs Antipodin Melinda Suja wollte die Kaderknappheit aber nicht als Ausrede gelten lassen, «schliesslich haben wir die letzten zwei Spiele zu siebt gewonnen». Die Aussenangreiferin anerkannte zwar die gute Leistung des Heimteams, sah die Ursachen der Niederlage aber im Auftritt der eigenen Mannschaft: «Unser Spiel war zu statisch. Druck und Aggressivität waren lediglich phasenweise vorhanden.»

Man hat sich gefunden

Blickt Riehens Captain auf die vergangenen Monate zurück, spricht sie von einer «speziellen Saison». Denn eine Handvoll Schlüsselspielerinnen trat am Ende der letzten Saison zurück. Die neue Spielzeit musste der KTV Riehen mit einem verjüngten 9-Frau-Kader und ohne Trainer in Angriff nehmen. «Nach schwierigem Start mit vielen verletzungsbedingten Ausfällen hat sich das Team in den letzten Wochen gefunden, wie auch die Resultate zeigen», erklärt Melinda Suja, die das Trainervakuum provisorisch ausfüllt. Im Vergleich zu den letzten Jahren, als Riehen meist vorne mitgespielt hat und zwischenzeitlich auch in die NLB aufgestiegen ist, muss der Verein nun kleinere Brötchen backen. Primäres Ziel ist der direkte Klassenerhalt, der momentan mit Rang 7 gewährleistet wäre. «Zudem wollen wir weiter junge Spielerinnen ins «Eins» integrieren und spätestens bis zur nächsten Saison endlich einen Trainer finden», blickt die Interimstrainerin voraus.

Aufruf via Facebook

Derbygegner Allschwil war hingegen bei der Trainersuche bereits erfolgreich. Weil Nico Moser, mit dem man in die Saison gegangen war, aus familiären Gründen immer weniger Zeit hatte, beschloss das Team sich selbst zu trainieren, bis ein Nachfolger gefunden wurde. «Ich startete an einem Montag einen Aufruf via Facebook – und am Donnerstag stand der neue Trainer in der Halle», erzählt Michelle Herzog.

Mit Onno Bos scheint sich der Richtige gemeldet zu haben. «Er ist hart und fordernd, wir profitieren sehr viel von ihm», urteilt der Captain über den holländischen Coach, der auch seinen Anteil am Allschwiler Hoch hat. Der Verein, der in den letzten Jahren gegen den Abstieg gekämpft hat, ist derzeit an dritter Stelle klassiert. Da man ohnehin nicht in die Playoffs zur NLB will, sagt Michelle Herzog zur aktuellen Lage: «Es ist gut so, wie es ist.»