Im Basketball geschehen Wunder – in Form von Siegen des Underdogs – selten bis nie. Im Fussball kann man einen 1:0-Erfolg mit einem Konter und anschliessendem «Mauern» er­kämpfen. Im Basketball geht alles schnell und innert Sekunden kann eine Partie entschieden sein. Bis zum 6:6 konnten die Gastgeber jeweils nachlegen – doch bereits nach drei Minu­ten spürte man, dass dieses Fribourg mindestens eine Nummer zu gross war. Nach sechs Minuten konnte die Equipe von Cheftrainer Pascal Donati nochmals auf 10:14 verkürzen – doch dann rollte der Olympic-Express und machte deutlich, dass zwischen dem Meister und Titelkandidaten Nummer 1 und einer Mannschaft, die es schwer haben wird, die Playoffs zu errei­chen, eine grosse Diskrepanz besteht.

«Wings» bestenfalls Sparringpartner

Fribourg hat in dieser Saison ein feines Stück Schweizer Basketball-Geschichte geschrieben. Der Einzug in die Champions League würde in etwa einem Finaleinzug eines Schweizer Fussballklubs für die UEFA Champions League entsprechen. Und weil sich die Romands von September 2018 bis Februar 2019 in 22 internationalen Partien gegen russische, türkische, italienische, spanische, griechische, israelische und deutsche Grössen messen durften (und teils bravourös bestanden haben), ist für FO ein Vergleich mit den «Wings» wohl eine Art «Sparringtraining». 

Die Saanestädter sind in allen Belangen besser: ball- und wurftechnisch, aber auch physisch. Sie spielten ihre Systeme schneller und sauberer durch und gegen den Ball arbeitete der Gast mit europäischer Härte und Intensität. Die Birsfelder mussten forciert werfen und immer, wenn sie unter Druck gerieten, entstanden «unforced errors».

Zweite Halbzeit ging an die Birsfelder

Schade, dass Antonio Hester schnell foulbelastet war – nach 23 Minuten hatte der Mann aus Florida bereits vier Fouls und war somit «aus dem Spiel». Ein Justin Mitchell wirbelte und versuchte, die Gästeabwehr ins Rotieren zu bringen – es blieb meist beim Versuch. «Wir sind an Fribourg abgeprallt; aber die zweite Halbzeit konnten wir für uns entschei­den», so Trainer Donati. Dass Olympic zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die «Grossen und Bösen» (um die Schwingersprache zu bemühen) auf dem Feld hatte, sei auch noch er­wähnt. Dies ermöglichte es einem Ryan Smith, zuletzt sein Punktekonto zu äufnen.

Die zahlreichen Zuschauer kamen in den Genuss einer flotten Partie; und wenn die Unter­baselbieter ihre Leistung konsolidieren und in einzelnen Phasen steigern können, dürften sie gegen den BBC Monthey am nächsten Samstag zuhause den Rivalen (der zu den Top 4 der Schweiz gehört) mehr fordern, vielleicht sogar so ärgern, dass die Partie länger offen bleibt. Aber für Basketball-Wunder braucht es den perfekten Abend. Und das gibts nur ganz selten.