Kanu
Frühlingsslalom in Hüningen: Viel Spass, aber nasskalte Füsse

Mit dem Frühlingsslalom wurde im Hüninger Parc des eaux Vives die Saison eingeläutet. Am Ende hatte mit Lukas Werro ein Kanute mit Basler Vergangenheit die Nase vorn. Für das beste regionale Resultat sorgte die Baslerin Andrea Gratwohl mit Rang 3.

Hans Peter Schläfli
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Trotzte den Witterungen am besten: Lukas Werro vom Kanuclub Biel Magglingen gewann den Final des Frühlingsslaloms. Schläfli

Trotzte den Witterungen am besten: Lukas Werro vom Kanuclub Biel Magglingen gewann den Final des Frühlingsslaloms. Schläfli

Kalte Füsse haben sie alle bekommen. Mitte März am Kanuslalom im Hüninger Wildwasserkanal teilzunehmen, das braucht eine gehörige Portion Überwindung, denn das Rheinwasser war in Basel offiziell exakt 5,6 Grad Celsius kalt – und der fahle Sonnenschein half bei der frostigen Bise auch nichts. «Wenn man im Kanu sitzt, dann spürt man die Kälte nicht», meinte der Birsfelder Kanute Manuel Munsch, der sich nach der Operation seiner Schulter noch im Formaufbau befindet und am Frühlingsslalom im Parc des eaux Vives nur als «Vorläufer» teilnahm. «Richtig weh tut es erst, wenn einem das kalte Wasser auf dem Weg ins Klubhaus aus den Kleidern über die Füsse läuft.»

«Schlag auf Schlag»

«Jetzt geht es Schlag auf Schlag los und der Frühlingsslalom zählt bereits für den Swiss Cup», erklärte Patricia Schwager, Nationaltrainerin der Schweizer Junioren, die Bedeutung des Rennens. «Man merkt manchmal schon, dass es der erste Freiluftwettkampf des Jahres ist.» Der Hüninger Kanal gilt als eher einfach, aber ganz ohne ist er nicht. Dem einen oder anderen ging deshalb bei den letzten Toren der Schnauf aus und die übersäuerten Muskeln wurden «gstabig», was zu Berührungen der Torstangen führte.

Lukas Werro holt sich den Sieg

Die Organisatoren hatten sich nach den beiden Vorläufen mehrfach in den Windungen ihres Computerprogramms verirrt und bekundeten grosse Mühe, die Startliste für den Final zusammenstellen. Die Sportler nahmens gelassen. So hatten sie wenigstens genug Zeit, sich von den beiden Vorläufen zu erholen und sich im schönen Klubhaus aufzuwärmen und sich vorzubereiten.

In Basel studiert

Am besten gelangt dies Lukas Werro. Gar nicht «gstabig» schlängelte sich der 22-jährige Bieler, der an der Uni Basel studiert hat, durch den Slalom. Werro – derzeit die Nummer 100 im Worldranking – gewann souverän den Finallauf vor den beiden Deutschen Malte Neumann und Fabian Schwenkert. Letzterer war zwar ganz wenig schneller, bekam aber wegen eines Fehlers zwei Sekunden Strafe addiert. Bester «echter» Basler war 22-jährige Jeremias Schläfli von den Rennpaddlern. Der Schweizer Meister der Junioren 2009 belegte den 5. Schlussrang.

Andrea Gratwohl beste Baslerin

Bei den Frauen belegte die Baslerin Andrea Gratwohl, die heute in Magglingen trainiert, den guten 3. Schlussrang. Auf die Genferin Elise Chabbey, die Nummer 72 im Worldranking und souveräne Siegerin, verlor die 23-jährige Gratwohl aber fast neun Sekunden, was doch eine kleine Weltreise darstellt.