CSI Basel

Fuchs taktiert und siegt - Der Schweizer gewinnt mit Clooney das erste Weltcupspringen in Basel

Martin Fuchs bleibt auf seinem Schimmel Clooney fehlerfrei und gewinnt den allerersten Weltcup in Basel.

Martin Fuchs bleibt auf seinem Schimmel Clooney fehlerfrei und gewinnt den allerersten Weltcup in Basel.

Zum ersten Mal ist es mucksmäuschenstill in der Basler St. Jakobshalle. Wo bleibt Martin Fuchs? Als Letzter von drei Reitern, die sich nach einem fehlerfreien ersten Umlauf fürs Stechen des ersten Weltcups in Basel qualifiziert hatten, reitet Martin Fuchs mit etwas Verzögerung in den Parcours.

Am Fernseher hat sich der 26-Jährige die beiden Auftritte seiner Konkurrenten Marc Houtzager aus Holland und Pieter Devos aus Belgien angeschaut. Fuchs weiss: «Es braucht einen fehlerfreien Ritt, aber ich muss nicht komplett volles Risiko gehen.»

Sein 13-jähriger Wallach Clooney, am Samstag zum Schweizer Pferd des Jahres 2018 gekürt, schnaubt. Jetzt gilt es ernst. Martin Fuchs steuert Clooney über das erste Hindernis. Kein Problem. Auch den Fähri-Sprung, das mit 1,63 Meter höchste Hindernis des Parcours, überspringt Clooney ohne Probleme. Die Zuschauer halten gebannt den Atem an.

Voller Emotionen: Martin Fuchs freut sich über seinen zweiten Sieg in Basel.

Voller Emotionen: Martin Fuchs freut sich über seinen zweiten Sieg in Basel.

Martin Fuchs treibt sein Pferd zwischen den Hindernissen immer wieder an. Es geht auch um die bessere Zeit gegenüber dem fehlerfreien Holländer. Bei der Doppelkombination berühren die Vorderhufe von Clooney den Holzbalken. Das Publikum raunt. Der Balken wackelt beträchtlich, entscheidet sich aber dann, nicht zu fallen. Noch zwei Sprünge bleiben.

«Ich habe alles richtig gemacht.»

Den Fasnachtssprung, an dem im ersten Umlauf sowohl der Weltranglistenerste Steve Guerdat als auch Pius Schwizer gescheitert waren, ist für das Duo kein Problem. Vor dem letzten Hindernis kann sich Martin Fuchs sogar erlauben, das Tempo zu drosseln. Clooney überspringt es und die Zeit stoppt bei 37,61 Sekunden.

Sieg. Eine Sekunde schneller als Houtzager. Martin Fuchs reisst sich den Helm vom Kopf, schleudert ihn weg und jubelt auf der Ehrenrunde über seinen allerersten Weltcupsieg in der Heimat. Er weiss: «Ich habe alles richtig gemacht.»

Martin Fuchs entschied sich im Vorfeld, seinen Titel im Grand Prix nicht zu verteidigen und sein Spitzenpferd Clooney für den Weltcup zu schonen. Als Generalprobe setzte Martin Fuchs sein Lieblingspferd nur auf einer kleineren Prüfung am Freitagnachmittag ein. Obwohl die Hindernisse nur maximal 1,50 Meter hoch sind, leistete sich Clooney dort gleich mehrere Abwürfe.

«Normalerweise sind Fehler bei Clooney sehr rar. Wenn er mal welche macht, dann bleibt er anschliessend lange fehlerfrei», weiss Martin Fuchs und ist damit nicht allein. Steve Guerdat geht schon am Freitag zu seinem guten Kollegen und sagt zu ihm: «Clooney hat seine Fehler schon gemacht. Der Weltcup am Sonntag wird unfair. Denn es ist schon jetzt klar, wer gewinnt.»

Basel ist ein gutes Pflaster

Nach dem Grand Prix von 2018 gewinnt Martin Fuchs auch 2019 die Hauptprüfung des CSI Basel. «Clooney gefällt es hier, er ist konzentrierter und mich pusht die gute Atmosphäre zusätzlich», erklärt Martin Fuchs sein Erfolgsrezept. Durch seinen Sieg springt der Schweizer in der Weltcup-Wertung von Rang 11 auf 3.

Die Qualifikation für den Weltcup-Final von Göteborg im April ist ihm nicht mehr zu nehmen. Ob er dann mit Clooney oder seinem weiten Paradepferd Chaplin antritt, lässt der Basel-Sieger noch offen. Martin Fuchs ist froh, dass er 2019 zwei siegfähige Pferde in seinem Stall hat.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1