Analyse

Für die Playoffs braucht es Leistungsschübe

Luca Engeler ist einer der Hoffnungsträger des RTV Basel.

Nach sieben Runden sind die Handballer des RTV Basel Letzter. Doch nicht alles ist so schlimm, wie es der Tabellenstand vermuten lässt.

«Mit dem bisherigen Saisonverlauf sind wir rein punktemässig natürlich nicht wirklich zufrieden.» RTV-Basel-Präsident Alex Ebi und der gesamte Vorstand finden in einer Stellungnahme gegenüber der bz klare Worte: Trotzdem war in den bisherigen sieben Partien nicht alles so negativ, wie die Bilanz vermuten lässt. Die Spiele lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen.

In die erste fallen die Spiele gegen Top-Teams. Bei den Kadetten Schaffhausen und zu Hause gegen Pfadi Winterthur gab es zwei klare, dem Leistungsniveau entsprechende, Niederlagen. Die zweite Rubrik bilden Spiele, die der RTV eher überraschend auf Augenhöhe führen konnte. Hier haben die Basler lediglich ein Ergebnisproblem: Man spielte gegen St. Gallen, Kriens und Bern zwar gut, verlor aber trotzdem. Es waren häufig Kleinigkeiten und die individuelle Klasse einzelner Spieler, welche jene Partien gegen den RTV entschieden. Die dritte Kategorie umfasst Spiele gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt. Beim Unentschieden in Endingen und im Heimspiel gegen GC verhinderte die eigene Chancenverwertung mehr Punkte. Das Spiel gegen GC war bisher das einzige, in dem der RTV wirklich enttäuschte. Doch gleich in der nächsten Partie gegen Bern zeigte das Team wieder ein anderes, positives Gesicht.

Die Abgänge haben grosse Lücken hinterlassen

Klar ist: Die Abgänge der vielen Legionäre haben Lücken hinterlassen. Gemäss der Vereinsstrategie kamen meist junge, regionale Spieler zum Einsatz. Von ihnen kann man nicht sofort die Übernahme einer tragenden Rolle erwarten. Gian Attenhofer tat es trotzdem. Er spielte bis zu seiner Verletzung äusserst konstant. Solche Entwicklungen erhofft sich der Vorstand von weiteren Spielern. Sie erhielten dafür «viel Einsatzzeit, nutzen diese, müssen und werden sich laufend verbessern». Luca Engler zeigt trotz Trainingsrückstand Leistungen, die hoffen lassen, dass er die Mannschaft tragen und führen kann. Auch Abwehrchef Dennis Krause und Spielmacher Tibor Jurjevic überzeugten zu weiten Teilen. Gesamthaft stellt der RTV also eine erste Sieben, die sich in der Liga nicht zu verstecken braucht. Spielerausfälle kann der RTV momentan in der Breite allerdings nicht auffangen.

Trainer Christian Meier ist vor der Saison ebenfalls neu zu den Baslern gestossen. Im Spiel des RTV zeigen sich bereits einige taktische Varianten. Ein neuer Trainer benötigt jedoch auch Zeit, um dem Team seine Vorstellungen vermitteln zu können. Für den Vorstand sind «klare Fortschritte erkennbar» und er appelliert deshalb auch daran, geduldig mit dem Team zu sein. Die Umstellungen auf der Trainerposition und im Kader waren für einen besseren Saisonstart wohl zu viel. Vom Saisonziel, dem Klassenerhalt, ist man aktuell trotz allem nicht weit entfernt. GC befindet sich mit zwei Punkten Vorsprung auf Rang acht, dem letzten Playoff-Platz, welcher gleichbedeutend mit dem direkten Ligaerhalt ist. Wenn sich das Team weiter eingespielt hat, Verletzungen ausbleiben und noch ein oder zwei Spieler einen Leistungssprung vollziehen, sollte dem Klassenerhalt, aber auch positiven Überraschungen nichts im Wege stehen.

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