Die Tabelle der Nationalliga A nimmt jene Konturen an, die vor der Saison 2017/18 prognos­tiziert wurden. Mit einer Ausnahme: Die Starwings haben bereits eine Punktzahl totalisiert und belegen eine Rangierung, die weit, aber sehr weit über den Erwartungen liegt.

Dies kam zustande, weil ein Exploit (Heimsieg über Lugano) und Erfolge über die «kleineren» Teams (Lausanne, SAM Massagno, Boncourt und Luzern) gelang. Wobei ge­gen dieses Quartett die Birsfelder sogar Auswärtssiege schafften, was im Basket bekannt­lich besonders schwer ist.

Ein neues US-Duo

Und es war am 19. November 2016, als das Birstaler Kombinat in der Ajoie, bei den «Ro­ten Teufeln». wie der BC Boncourt im Volksmund genannt wird, seine reifste Leistung zeigte und mit 82:73 siegte.

Aber seither hat sich einiges verändert. Die Jurassier haben ihr damaliges amerikanisches Trio (wegen Dopingvergehen Cannabis) entlassen und mit Richard Carter (der Topskorer der Saison 2015/16, als der US-Playmaker bei Central Lu­zern sein eigenes Spiel zelebrierte) sowie Jarvis Williams, einem Tausendsas­sa, der sogar in der hochdotierten Profiliga D-League «rockte», zwei neue Elemente ver­pflichtet, die zu allem fähig sind.

Kurzum: Boncourt ist wesentlich stärker geworden und weiss, dass sie nur mit einem Sieg noch Hoffnungen auf Rang 6 hegen dürfen.

Denn Rang 6 ist die vorzeitige Playoff-Qualifikation. Ein Platz, der nicht für die «Wings» vorgesehen ist. Eine Rangierung aber, die mit einem Erfolg über Boncourt nahezu mathe- matisch besiegelt wäre. Dafür muss aber beim Gastgeber alles stimmen.

Das tut es seit einigen Monaten nicht, denn Verletzungen (so dürfte Alexis Herrmann, der Zuzug aus Bon­court, am Sonntag wegen seiner Schulterverletzung aus dem Monthey-Spiel fehlen) und Krankheiten haben dazu geführt, dass das Kader eine beänstigend dezimierte Dimension angenommen hat. Und nicht immer kann und wird Chris Jones in Alleinregie den Gegner bezwingen können.

Gestern Freitagabend siegte Boncourt zuhause gegen das Schlusslicht Winterthur sicher mit 98:87 (53:38), wobei bei den Jurassiern die hervorragende Trefferquote auffiel. Die beiden Amerikaner Carter und Williams trafen alle ihre 17 Freiwürfe. Und der serbisch-montenegrinische Center Nemanja Calasan holte sich sagenhafte 22 Rebounds. Durzum: Der BC Boncourt  scheint bestens gerüstet zu sein und dürfte von einer grossen, lauten Anhängerschar nach Birsfelden begleitet wer­den.