In der zehnminütigen Pause und beim Spielstand von 1:1 nach Sätzen, wurde es in der Gästekabine aussergewöhnlich laut. Sm’Aesch Pfeffingen-Headcoach Timo Lippuner hielt seinen Spielerinnen eine äusserst energische Standpauke. Was war passiert. Nachdem Sm’Aesch im Startsatz schnell mit fünf Punkten in Front gelegen hatte, liess man in der Folge die Zügel unverständlicherweise schleifen.

Nur mit viel Glück ging danach der Startsatz letztlich doch noch ganz knapp an die Baselbieterinnen. Doch irgendwie spürten die wenigen Zuschauer in der Könizer Weissensteinhalle, dass die zum Teil lasche Einstellung der Gästespielerinnen bestraft werden würde. Und genau so kam es. Das bislang in der Finalrunde noch punktelose Heimteam trumpfte mit seinen beiden Brasilianerinnen Dos Santos und Renata sowie der ehemaligen Sm’Aesch-Angreiferin Laura Sirucek plötzlich gross auf und liess dem klaren Favoriten aus Aesch beim 25:15-Satzgewinn kaum eine Chance.

Gute Reaktion der Sm’Aesch-Teamleaderinnen

Die deutlichen Worte des Trainers verhallten nicht an den Garderobenmauern, sondern zeigten eindrückliche Wirkung. Mit einer jetzt stark verbesserten und beweglicheren Rosane Maggioni am Pass und einer ihre Mitspielerinnen mitreissenden Anu Ennok fand Sm’Aesch Pfeffingen gerade noch rechtzeitig in die (Erfolgs-)Spur zurück und konnte nach Sätzen mit 2:1 in Führung gehen.

Im vierten Durchgang wurde dann die zu Beginn der Partie eingenommene Komfortzone (Zitat Lippuner) endgültig verlassen und das Angriffsduo Laura Künzler/Jekatarina Stepanova machte die von ihm erwarteten Punkte. Da nun auch die bislang nicht auf Touren gekommene Libera Thays Deprati endlich zu überzeugen wusste und gleichzeitig der nötige Kampfgeist in die Mannschaft zurückkehrte, gingen die drei budgetierten Punkte doch noch relativ klar nach Aesch.

Harte Arbeit für die hohen Ziele nötig

«Wir haben uns hohe Ziele gesteckt und diese kommen nicht von alleine. Dafür muss man täglich hart arbeiten. In einer Finalrunde oder in den Playoffs verträgt es kein Ausruhen oder Zurückstecken», sagte ein immer noch leicht genervter Lippuner nach dem Spiel. Schon am Mittwoch können die Sm’Aesch-Akteurinnen um Capitaine Kerley Becker zeigen, dass sie aus den im Berner Vorort gemachten Erfahrungen gelernt haben.

Dann heisst der Gegner Neuchâtel UC (20.30 Uhr, Halle des Sports de la Riveraine). Und auch dort müssen Punkte geholt werden, wenn man am Ende einer bislang sehr erfreulich verlaufenen Saison auf dem Podest stehen will.       

Volley Köniz – Sm’Aesch Pfeffingen  1:3

Weissenstein. – 100 Zuschauer. – SR Stanisic/Grellier. - Sätze: 26:28, 25:15, 20:25, 15:25.

Köniz: Bento, Dos Santos, Renata, Schauss, Wilson, Frankova, Belotti (Libera), Sirucek; Vergé-Dépré, Trösch.

Sm’Aesch Pfeffingen: Becker, Maggioni, Künzler, Ennok, Deprati (Libara), Matter, Stepanova; M. Duarte, B. Duarte, Sacher, Leu (Libera).

Bemerkungen: Sm’Aesch ohne Koch und Storck (verletzt).