Mit rund 650 Startern zählt das Swiss-Karate-League-Turnier in Liestal zu den grössten Turnieren in Europa. Auch wenn die Teilnehmerzahl im Vergleich zum letzten Jahr etwas zurückging. Giuseppe Puglisi, der Leiter des Budo Sport Centers Liestal und Organisator des Turniers, kennt aber die Gründe: «In einigen Kantonen beginnen bereits die Osterferien. Zudem finden an diesem Wochenende Konfirmationen statt, sodass viele Jugendliche nicht kommen können.

Wir mussten auf andere Wettkämpfe achten und konnten deswegen keinen anderen Termin wählen.» Damit spricht Puglisi in erster Linie die Karate-Europameisterschaften an, die bereits anfangs Mai in Kloten stattfinden. Aber auch das erste Turnier der Swiss Karate League, das vor einem Monat in Sursee stattfand. «Weniger als vier Wochen zwischen den Turnieren macht einfach keinen Sinn», sagt Puglisi.

Nicht unbedingt zu einem Anstieg der Teilnehmerzahl trägt auch das BSC Liestal selbst bei. Marco Puglisi, letztes Jahr Dritter, nimmt nicht mehr an Turnieren teil, weil er sich auf sein Studium konzentriert. Fabrice Stutz, 2010 Zweiter in seiner Kategorie, laboriert an einer Handgelenkverletzung, die er sich im letzten Kampf in Sursee zuzog. Ob er kämpfen kann, ist offen. Sicher auf der Matte stehen werden Maurice Rösch und Ramona Brüderlin. Die 16-jährige Prattlerin redet nicht lange um ihr Ziel herum: «Natürlich will ich gewinnen. Schliesslich ist es unser Heimturnier und es wird viele Zuschauer haben.»

Die 1,74 Meter grosse Karateka hat einen intensiven Jahresbeginn hinter sich. Das Auftaktturnier zur Swiss League in Sursee konnte sie gewinnen und im Februar war sie bereits in Serbien an der Junioren-EM mit dabei. Dort wurde sie Neunte in der Kategorie U18 bis 59 Kilogramm. «Es wäre mehr dringelegen, aber da es meine erste Einzel-EM war, bin ich mit dem Resultat zufrieden», sagt Brüderlin.

Kategorienwechsel nach EM

Nach der EM hat die ehrgeizige Sportschülerin die Kategorie gewechselt. Statt bis 59 Kilogramm, startet sie nun plus 59 Kilogramm. «Ich schaue einfach nicht gerne aufs Gewicht», ist die simple Begründung Brüderlins. Schwieriger sei es in der neuen Kategorie nicht unbedingt. Jede Kämpferin sei anders. Sie selbst sei wegen ihrer Grösse zum Beispiel gut zu werfen, dafür sei sie mit den Händen sehr schnell.

Neben den Turnieren der Swiss League will Brüderlin dieses Jahr auch international gut abschneiden. Grosses Ziel sind die Weltmeisterschaften im Herbst in Malaysia. Natürlich in der Kategorie plus 59 Kilogramm.