Wäre alles wie immer, hätten die RTV-Spieler ihren Kater von der Aufstiegsfeier längst ausgeschlafen. Aber der Handballverband hat auf diese Saison hin den Modus angepasst. Neu steigt der Erste der Nationalliga B nicht automatisch auf, sondern er duelliert sich in einem Playoff mit dem Zweiten darum.

Maximal fünf Spiele also stehen für den RTV noch an, spätestens am 24. Mai ist dann klar, ob er die kommende Saison in der höchsten oder in der zweithöchsten Liga bestreitet.

Kurze Vorbereitungszeit

«Für uns ist der Modus ein Seich. Wären wir Zweiter, würde es anders aussehen», sagt RTV-Präsident Alex Ebi. Was er damit antönt: Die Zeit für die Planung der kommenden Saison hat sich wesentlich verkürzt.

Hätte der Verband am bisherigen Modus festgehalten, der RTV hätte schon im Februar mit der Planung für die Nationalliga A beginnen können, so klar war der Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Nun wird man bestenfalls am 19. Mai wissen, in welcher Liga man spielt. Gute zwei Monate später. Und schon Ende August geht es dann wieder los.

Kader müsste verstärkt werden

Knapp drei Monate bleiben dem RTV also, um sein Kader im Erfolgsfall fit für die Nationalliga A zu machen. «Es bringt ja nichts, wenn wir Spieler schon vorher kontaktieren und ihnen sagen, wir spielen dann allenfalls ganz oben», erklärt Ebi.

Tibor Jurjevic: Auch ihn will der RTV Basel unbedingt halten.

    

Zugleich ist klar, dass man die Mannschaft verstärken muss, wenn der Aufstieg gelingen sollte. Teammanager Oliver Haevel sagt: «Florian Göpfert beendet seine Karriere. Wir bräuchten also einen neuen Mann für den linken Rückraum. Denn wir sind zwar daran, zwei junge Schweizer auf dieser Position aufzubauen, aber ohne Verstärkung würde das nicht funktionieren.»

RTV ist grosser Favorit

Wenn man das Kader verstärken will, braucht man entsprechend mehr Geld. Und genau hier macht sich die verkürzte Vorbereitungszeit speziell bemerkbar. Die Suche nach Sponsoren und Gönnern erschwert sich wesentlich.

«Das ist ohnehin ein schwieriges Unterfangen, und zwar für fast ausnahmslos alle Vereine in der Schweiz», ist RTV-Präsident Ebi überzeugt. Ohne Mäzen gäbe es in der Schweiz kaum etwas zu gewinnen, egal in welcher Sportart, behauptet Ebi zudem.

In einem Playoff ist alles möglich, das hat man im Schweizer Eishockey zur Genüge gesehen. Trotzdem steigt der RTV als grosser Favorit in diese Ausmarchung. Zweimal trafen die beiden Teams während der regulären Saison aufeinander, zweimal gewann der RTV klar: Ende November in Baden mit 32:27 und Ende März in Basel mit 40:28.

Topskorer und Spielmacher will man halten

Cheftrainer Samir Sarac sagt: «Wir sind bereit. Egal, ob es über drei, vier oder fünf Spiele geht.» Noch deutlicher drückt es Teammanager Haevel aus: «Wir wollen unbedingt aufsteigen, dafür haben wir acht Monate hart gearbeitet. Jetzt wollen wir die Früchte ernten.»

Sollte der Aufstieg klappen, möchte man den rumänischen Topskorer Rares Jurca (171 Tore) und den kroatischen Spielmacher Tibor Jurjevic (131 Tore) unbedingt behalten. «Ihre Verträge laufen aus, aber sie sind beide Gold wert», sagt Haevel. Ob es dann noch reicht für weitere Verstärkungen, geschweige denn den Verbleib in der höchsten Klasse, wird sich weisen. Der Modus jedenfalls hilft dem RTV nicht.