Radsport
Für Lukas Gerber ist die erste Saison bei der Elite ein hartes Pflaster

Lukas Gerber blickt vor der U23-SM in Gippingen auf ernüchternde erste Rennen zurück. Wegen einer hartnäckigen Erkältung konnte er sich bisher sportlich nur bedingt beweisen. Unter Druck will er sich aber nicht setzen.

Jonas Burch
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Lässt sich nicht beunruhigen: Lukas Gerber fährt neu in der Elite-Kategorie mit. ZVG

Lässt sich nicht beunruhigen: Lukas Gerber fährt neu in der Elite-Kategorie mit. ZVG

49,39,106,71,34,104,31. Die Platzierungen in der neuen Saison entsprechen noch nicht Lukas Gerbers Erwartungen. «Aber es geht langsam aufwärts», sagt der Böckter selbstbewusst. Seit dieser fährt Gerber im Elite-Feld mit, bekommt die neue Realität knallhart zu spüren. Doch der 19-Jährige nimmt die Herausforderung an, lässt sich vom harzigen Start ins neue Abenteuer nicht aus dem Konzept bringen. «Ich wusste, was auf mich zukommen wird, also bin ich nicht überrascht», sagt Gerber.

Es waren nicht nur sportlich keine einfachen Monate für den Baselbieter. Während des Rennens in Troyes-Dijon am 17. März fing er sich eine hartnäckige Erkältung ein, die ihn bis Ende April begleitete. Nach dem GP in Luzern am 5. Mai verordnete ihm sein Arzt eine zehntägige Pause. «Um abzuschalten und die Batterien wieder aufzuladen», sagt Gerber. Mit Erfolg. Anfang Juni setzte er am GP in Kirchdorf mit dem 31. Rang ein erstes Ausrufezeichen und fuhr sein bisher bestes Resultat in der Elite heraus. «Eine Leistung, die mich motiviert und in meinem Aufwand bestätigt», fügt das Mitglied des Teams Hörmann an.

Die Leistungssteigerung führt Gerber auch auf den Trainer-Wechsel von Thomas Rentsch zu Hubert Schwab zurück. Mit Schwab kann der Elite-Fahrer noch «individueller» an den Stärken und Schwächen, wie er selbst sagt. Im Hinblick auf die bevorstehende U23-SM morgen in Gippingen, kam der Befreiungsschlag in Kirchdorf genau zur richtigen Zeit. Trotzdem gibt sich Gerber bescheiden, sieht das vergangene Rennen als einen ersten Teilerfolg. «Mein Ziel ist ein Platz in den Top Ten. Ich bin mir bewusst, dass mir derzeit viele Fahrer ein Stück voraus sind», zeigt er sich vor dem ersten Saisonhighlight realistisch. Gerber denkt dabei an Fahrer wie Stefan Küng, der mit seinen ebenfalls 19 Jahren bereits als Vollprofi an den Start geht.

Gerber plant diesbezüglich zweigleisig und arbeitet per 1. Juli zu 20 Prozent als KV-Angestellter beim neuen NKL-Präsidenten Thomas Rutishauser. Am vergangenen Mittwoch schrieb er noch seine LAP. Ab August soll dann in der Abendschule die Berufsmatur angehängt werden. Diesen Mehraufwand nimmt Gerber nur allzu gerne auf sich. «Ich brauche diesen Ausgleich, um auf andere Gedanken zu kommen.» Insofern läuft alles nach Plan. Überhaupt blickt Gerber entspannt in die Zukunft. «Es ist normal, dass man als Neuling zwei, drei Jahre braucht, um sich in der Elite zu etablieren.» Da spielt es auch keine Rolle mehr, wenn es am Anfang etwas länger dauerte, um den richtigen Tritt zu finden.

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