Fussball

Fussball alleine wäre zu wenig

Der 28-jährige Aescher Cyrill Gloor kickt auf Rasen, Sand und in der Halle Fussball. Im Berufsleben ist er Controller bei der Firma IWB.

Gerade jetzt, Ende Herbst, wenn sich der Frost langsam über die Fussballplätze der Region legt, klagen viele Spieler über die lange Saison. Die 1.-Liga-Fussballer tragen am Wochenende noch die 17. Meisterschaftsrunde aus und freuen sich dann auf die verdiente Winterpause.

Es gibt aber Ausnahmen: Eine davon ist Cyrill Gloor. Der Zentralverteidiger der ersten Mannschaft der Old Boys spielt nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in der Halle. Und im Sand.

Fussball das ganze Jahr. «Vielleicht fünf oder sechs Wochenenden in meinem Kalender sind frei von Fussball», erklärt der 28-Jährige. Ob er denn nie Motivationsprobleme habe, gerade jetzt, wenn das Wetter nasskalt ist und es doch so viele angenehmere Varianten der Abendgestaltung als Fussballtraining gäbe? «Natürlich muss ich mich manchmal etwas zwingen, aber das geht allen so in dieser Jahreszeit und hat nichts mit meinem Engagement zu tun. Sobald ich im Training bin, gebe ich mein Bestes.»

Erstes Spiel endete mit Forfait-Niederlage

Bereits am letzten Oktoberwochenende hat die Futsal-Saison begonnen, früher als vor einem Jahr. Deswegen gibt es grössere Überschneidungen mit der Meisterschaft.

Der Spielertrainer der Futsal-Mannschaft des FC Basel hält fest, dass diese Ausdehnung für sein Team natürlich negativ sei. «Das erste Spiel mussten wir direkt Forfait geben.» Er führt weiter aus, dass Hallenfussball sehr intensiv sei und dass ähnlich wie beim Eishockey viel gewechselt wird. Ohne ausreichend Ersatzspieler habe man praktisch keine Chance.

Zudem werde Futsal immer professioneller und es sei schwierig, sich ohne reine Hallenspieler überhaupt in der höchsten Spielklasse zu halten. «Letztes Jahr erreichten wir die Playoffs, sind dann aber gleich an einem Meisterschaftskandidaten gescheitert. Diese Saison geht es wieder um den Ligaerhalt», nennt Gloor das Ziel.

Dafür muss der FCB aber möglichst schnell eine Aufholjagd starten. Nach drei Runden stehen die Basler nämlich mit null Punkten am Tabellenende. Die Chance dafür bietet sich bereits am Sonntag, wenn die Mannschaft in Appenzell gegen MNK Croatia 97 die nächste Partie bestreitet.

Neben dem Fussball das Leben als Controller

Dabei wird Cyrill Gloor allerdings fehlen, weil er einen zweiwöchigen Weiterbildungskurs in Berlin besucht. Er arbeitet Vollzeit als Controller bei der IWB. Im Sommer hat er parallel zum Arbeiten und Fussballspielen seinen Master in Wirtschaft abgeschlossen.

Gloors Tage scheinen mehr als 24 Stunden zu haben. Gleichwohl gibt er zu, dass es zuweilen kreative Lösungen brauche, um auch noch genügend Zeit für die Beziehung zu finden.

Nach Gloor unterscheiden sich die drei Fussballarten klar voneinander. Auf dem Rasen spiele die Kondition eine grosse Rolle, Beachsoccer sei kraftbetont und in der Halle habe man eher eine Intervallbelastung und es werde technikbetont gekickt.

Diese technischen Fertigkeiten würden ihm auch auf dem normalen Fussballfeld helfen. Der Rasenfussball hat für ihn weiter Priorität.

Besonders hart war dies im Sommer bei Saisonbeginn. Mit dem Beachsoccer-Team des FCB hatte Gloor als Aufsteiger die NLA dominiert und sich für die Finalrunde in Zürich qualifiziert.

Platz vier

Parallel fand aber bereits das erste 1.-Liga-Spiel statt. Ohne die Rasenakteure wurde der Final verpasst und der FCB erreichte am Ende den undankbaren vierten Platz. Bitter für Gloor, der Captain des Teams ist. Dass sie nach der Qualifikation Erste der NLA waren, sei eigentlich unglaublich. «Vor Saisonbeginn hatten wir nur 5 Sandtrainings. Im Futsal wäre das nicht möglich.»

Trotzdem würde ihm Beachsoccer viel Spass bereiten, gerade weil es nicht so ernst sei und man nach den Spielen auch noch zusammensitze. Augenzwinkernd fügt der Aescher, der früher bei Aarau spielte, an, dass der Aufstieg der FCB-Beachsoccer-Mannschaft 2009 ihn in eine besondere Sphäre katapultierte: «Ich bin wohl einer der wenigen, der behaupten kann, alle drei Beläge auf Nationalliga-A-Niveau gespielt zu haben.»

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