Es war kein schlechtes Spiel. Die Teams standen beide sehr gut und haben so dem Gegner fast während der ganzen Partie keine grösseren Chancen zugestanden. Zum Schluss machte es den Anschein, Riehen suche den Sieg eher als die Baselbieter, was bei einem Blick der Tabelle auch Sinn macht.

Vor der Pause gab es einige nennenswerte Szenen. Nach einer guten halben Stunde, als sich Prattelns Innenverteidiger Remo Kessler ein Herz fasste und den Ball aus 35 Metern an die Latte hämmerte. Amicitia stand sehr tief und versuchte über Konter zu Abschlüssen zu kommen. Die Prattler, die in den letzten zwei Meisterschaftsspielen immerhin die Aufstiegsaspiranten Binningen und Timau besiegt hatten, fanden dagegen kein Mittel. «In den vorherigen Spielen hatten wir mehr Platz, um unser Kurzpassspiel durchzuführen, was heute in der Tat schwer zu verwirklichen war», meinte Pratteln-Trainer Gilberto Ferreira nach dem Spiel. Auch auf den schlechten Boden macht Ferreira aufmerksam. Trotzdem sei man mit dem Unentschieden zufrieden, wusste man doch, dass der Druck bei Riehen lag. Ferreiras Gegenüber Marco Chiarelli begründete die defensive Haltung damit, «dass wir in den letzten Partien ein wenig unter die Räder gekommen sind, zudem wussten wir, dass Pratteln einen Lauf hat.»

Nach der Pause spürte man diesen Druck bei Riehen förmlich. Vermehrt wurde der Abschluss gesucht. Nach zwanzig Minuten in der zweiten Hälfte traf Nocera nach einer schönen Kombination nur den Pfosten. Die Gastgeber hatten das Spielgeschehen erst danach wieder im Griff, was auch den alteingesessenen Fans auf der Tribüne auffiel. Aber die Riehener Defensive verhinderte jegliche Prattler Abschlussversuche. Zehn Minuten vor Schluss hätte dann das 1:0 für Amicitia fallen müssen, als bei einem Konter Uebersax auf der Seite durchlief und den Ball Suhanthan schön auflegte, doch Pratteln-Torhüter Clemente war bei diesem unplatzierten Schuss zur Stelle. Eine allerletzte Möglichkeit für die Rotweissen hatte in der Nachspielzeit der eingewechselte Wipfli, dessen Kopfball jedoch knapp neben dem Tor landete.

Amicitia hofft auf Rückrunde

Somit blieb es beim 0:0, das beiden Teams wenig bringt. Pratteln verpasst zwar den Anschluss an die Spitzenteams, doch Trainer Ferreira betont, dass das Ziel «einen gesicherten Platz im Mittelfeld», trotz der guten Hinrunde erhalten bleibt. Für Amicitia-Trainer Chiarelli ist klar, dass man bisher nicht an die letzten Saisons anknüpfen konnte. Viele Spieler dachten einfach es könne gleich weitergehen: «Wir müssen uns nun wieder fangen, in der Winterpause gut trainieren und hoffen, dass wir in der Rückrunde vom Verletzungspech und Abwesenheiten verschont bleiben.» Nur so könne das erklärte Ziel «Top fünf» erreicht werden.