18. September 2013

Gänsehaut trotz Corona: Gegen Chelsea wird der Stern von Mohamed Salah so richtig heiss

Torschützen unter sich: Mo Salah und Marco Streller

Torschützen unter sich: Mo Salah und Marco Streller

In der fussballfreien Zeit präsentiert die bz in einer Online-Serie die zwanzig emotionalsten FCB-Spiele der letzten zwanzig Jahre. Spiel 12 findet im September 2013 statt. Trotz Rückstand gewinnt der FCB in der Champions League bei Chelsea London noch mit 2:1. Hier sind die Bilder, die Highlights und der Matchbericht von damals. Mögen die Erinnerungen wieder aufgefrischt werden.

Die Bilder:

Die Highlights im Video:

Das Telegramm:

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Das Zitat:

Der Matchbericht von damals:

Titel: Mit Anstand frech

Lead: Basel ist von der Stamford Bridge unbeeindruckt und schlägt Chelsea zum Auftakt der Champions League 2:1. Der Schweizer Meister dosiert in London seinen Respekt vor Chelsea im richtigen Mass und dreht einen Rückstand innerhalb von 11 Minuten mit den Toren von Mohamed Salah und Marco Streller (71./82.) in einen Sieg.

von Michele Coviello (nzz)

Eigentlich ist sein Gegenüber der Frechere. José Mourinho, der Trainer des FC Chelsea, hat sich mit Attacken gegen Schiedsrichter und Kollegen, einmal auch tätlich, einen Namen als Rüpel gemacht. Und trotz einer offenbar eingetretenen Altersmilde wird er diesen wohl nicht so schnell los.

Am Mittwochabend war allerdings ein anderer der Respektlose – der Basler Trainer Murat Yakin. Doch er war es mit Anstand und nur dort, wo die Aggressivität im Fussball auch wirklich zählt, auf dem Platz. Sein FC Basel zeigte gegen den haushohen Favoriten an der Stamford Bridge keine Komplexe und siegte nach dem Tor Oscars kurz vor der Halbzeit trotzdem 2:1. Es war ein Basler Auftritt voller Leidenschaft, voller Disziplin und taktischer Reife. Der FC Basel präsentierte sich als Einheit, die nicht nur die eigenen Wege kennt und sich gegenseitig in Szene setzt, sondern auch als Gemeinschaft, welche die Strategien ihrer Gegner kennt und sie in Grenzen halten kann.

108:1

Der Sieg gegen Chelsea in der Champions League ist ein wenig der Ritterschlag für Murat Yakin. Er hatte im vergangenen Jahr einen 11-Punkte-Rückstand in der Meisterschaft auf GC wettgemacht und wurde Meister. Er liess in der Europa League Sporting Lissabon, Dnjepr Dnjepropetrowsk, Zenit St. Petersburg und Tottenham hinter sich – und erst im vergangenen Mai, im Halbfinal, war er gegen Chelsea ausgeschieden. Aber eben: Europa League. In Basel war der Zweifel nicht gänzlich ausgeräumt, ob es auch eine Stufe höher prickelnde Abende gegeben hätte. Ob es wieder ausserordentliche Spiele wie das 3:3 2011 mit Thorsten Fink im Old Trafford gegen Manchester United, wie den Heimsieg gegen dieselben im Rückspiel und den Coup gegen Bayern unter Heiko Vogel geben würde.

Yakin hat den Beweis erbracht. Und zwar gleich in seinem ersten Spiel als Trainer in der Champions League. Er tat dies im Wissen, dass sein Gegenüber, José Mourinho, 107 Partien mehr in der Königsklasse im Portfolio führte und diesen Wettbewerb mit dem FC Porto und Inter Mailand bereits zwei Mal gewonnen hat.

Mehr noch: Auch wenn Chelsea bis zum gestrigen Mittwoch seit dem 1. Oktober 2003 keines der 29 Heimspiele in der Gruppenphase der Champions League mehr verloren hatte, griff Yakin zu einer frechen Taktik. Er lies die Mannschaft mit einem höchst offensiven 4-1-4-1-System auflaufen mit Mohamed Salah und Giovanni Sio auf den Seiten und Valentin Stocker und Marcelo Diaz hinter der einzigen Spitze Streller. Der FC Basel konnte zeitweise begeistern. Auch wenn der Ballbesitz in der ersten Halbzeit mit über 60 Prozent zugunsten der Heimmannschaft gelegen hatte, war der Unterschied nur gering zwischen den zwei Equipen, und Basel kombinierte, einmal gar über sechs Stationen, bis in die Gefahrenzonen.

Richtige Vorsicht

Als Oscar vor der Pause zum 1:0 für die Blues traf, hatte das Basler System im Zentrum Lücken gezeigt. Dann kam Yakins Vorsicht zurück. Er verstärkte zuerst das defensive Mittelfeld mit Diaz und warf danach Delgado für Sio ins Spiel. Der FCB wurde etwas anständiger, aber nicht minder frech: Salah und Streller drehten in 11 Minuten das Spiel.

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