7. Dezember 2011

Gänsehaut trotz Corona: Steini haut den Ball an die Latte, ganz Basel ist in Extase und Man United weint

Jung und wild: Die Herren Dragovic, Sommer, Xhaka und Abraham nach dem Schlusspfiff

Jung und wild: Die Herren Dragovic, Sommer, Xhaka und Abraham nach dem Schlusspfiff

In der fussballfreien Zeit präsentiert die bz in einer Online-Serie die zwanzig emotionalsten FCB-Spiele der letzten zwanzig Jahre. Spiel 9 findet im Dezember 2011 statt. Dank eines 2:1-Siegs im Joggeli gegen das grosse Manchester United schmeisst der FCB die Red Devils aus der Champions League. Hier sind die Bilder, die Highlights und der Matchbericht von damals. Mögen die Erinnerungen wieder aufgefrischt werden.

Die Bilder:

Die Highlights im Video:

Das Telegramm:

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Das Zitat:

Der Matchbericht von damals:

Titel: Der FC Basel macht die Fussballschweiz glücklich

Lead: Mit einem 2:1-Heimsieg über das grosse Manchester United qualifiziert er sich für die Achtelfinals

von Markus Brütsch (bz)

Um 22 Uhr 26 explodierte der Kessel. Alex Frei hatte mit seinem fünften Treffer im sechsten Spiel sechs Minuten vor Schluss nach einer Flanke von Xherdan Shaqiri das 2:0 geschossen. Das Wunder war Tatsache – der FCB hatte das grosse Manchester United geschlagen und sich für die Achtelfinals der Champions League qualifiziert.

Dachten alle. Doch dann traf Phil Jones nach gut 88 Minuten zum 2:1 und bescherte dem FCB und seinen Fans das grosse Zittern, letzte Minuten, die nicht mehr auszuhalten waren. Endlich, nach 93 Minuten pfiff Schiedsrichter Björn Kuipers ab, und es stand fest: Der FC Basel macht glücklich. Eine Stadt, eine Region, die gesamte Schweizer Fussballgemeinde – und sich selber. Glücklich, stolz und ziemlich reich, mit den 3,8 Millionen Franken, die der sensationelle 2:1-Sieg über Englands Rekordmeister dem bestehenden Champions-League-Konto von 9,8 Millionen zufügt.

Aber halt! Warum denn zuerst den finanziellen Aspekt beleuchten, statt mit der sportlichen Heldentat zu beginnen? Denn ohne den Young Boys oder dem FC Zürich zu nahe zu treten, die schon mal Halbfinalisten im Meistercup gewesen sind; oder den Grasshoppers, die einst Real Madrid rausgeworfen haben: Der Sieg des FC Basel über Manchester United und die damit geschaffte Qualifikation für die Achtelfinals in der Königsklasse ist der grösste Exploit, den ein Schweizer Klubteam je geschafft hat. Und weil es gestern eben ein Sieg gewesen ist und nicht «bloss» ein Unentschieden wie vor neun Jahren, als der FCB mit einem 3:3 gegen Liverpool die Engländer ausschaltete, ist der Triumph der aktuellen Basler Mannschaft wohl noch ein My höher einzuschätzen, als jener, der 2002 das ganze Land verzückte.

Doch vielleicht ist auch dieser schnelle Vergleich schon wieder so typisch wie unnötig. Wieso sich nicht einfach nur ganz der Freude hingeben über einen gigantischen Schweizer Erfolg in der weltweit populärsten Sportart? Ein Glanzlicht, das angesichts der Hunderttausende von United-Fans in aller Welt, und vor allem auch in Asien, den FC Basel mit einem Schlag weltberühmt gemacht hat. Wetten, dass heute in den Anden im peruanischen Hochland genauso über den FCB gesprochen wird wie in Hongkong, Saigon und Melbourne? Über Marco Streller, der nach neun Minuten eine Flanke von Shaqiri zum 1:0 verwertet und die Weichen für das grosse Ereignis gestellt hatte.

Die Basler, denen ja nur ein Sieg zum Weiterkommen reichte, hatten die richtige Balance zwischen Angriff und Verteidigung gefunden. Sie kamen zwar kaum zu vielen Torchancen, aber dies war ja schon gegen Luzern nicht anders gewesen. Doch sie überzeugten durch eine gnadenlose Effizienz, ein Markenzeichen internationaler Reife und Qualität.

Der FCB ist defensiv besonders stark

Manchester tat sich schwer, die gut organisierte und unter Heiko Vogel noch besser abgestimmte Basler Defensive auszuhebeln. Einmal allerdings setzte sich Nani gegen Aleksandar Dragovic durch, doch die Hereingabe des Portugiesen vermochten weder Wayne Rooney noch Ji-Sung Park zu nützen. Und nach der Pause hatten der FCB und sein Rechtsverteidiger Markus Steinhöfer dann fast schon unverschämt viel Glück, als der Deutsche nach einer Flanke von Nani mit seinem missglückten Befreiungsschlag die Lattenunterkante des eigenen Tores traf. Doch dies interessierte am Ende niemanden mehr. Der FCB hatte das Wunder vollbracht.

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