26. November 2013
Gänsehaut trotz Corona: Mo Salah sprintet, trifft, siegt und wechselt dann zum Gegner Chelsea

In der fussballfreien Zeit präsentiert die bz in einer Online-Serie die zwanzig emotionalsten FCB-Spiele der letzten zwanzig Jahre. Spiel 13 findet im November 2013 statt. Nach dem Sieg im Hinspiel schiesst der FCB in Person von Mo Salah auch im Joggeli den FC Chelsea ab. Hier sind die Bilder, die Highlights und der Matchbericht von damals. Mögen die Erinnerungen wieder aufgefrischt werden.

Jakob Weber
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Der entscheidende Moment: Mo Salah trifft in der 87. Minute.

Der entscheidende Moment: Mo Salah trifft in der 87. Minute.

Keystone

Die Bilder:

FCB gegen Chelsea. Zum fünften Spieltag der Champions League 2013 kommt es nach dem Europa-League-Halbfinale und dem Hinspiel zum vierten Duell dieser beiden Teams in diesem Jahr.
25 Bilder
Angeführt werden die Teams von den beiden Captains Marco Streller und John Terry.
So sieht es kurz vor dem offiziellen Mannschaftsbild aus.
Murat Yakin hat den FCB gut eingestellt.
Taulant Xhaka gegen Samuel Etoo.
Hier pariert Petr Cech noch.
Willian gegen Serey Die
José Mourinho ist schon jetzt not amused.
Marco Streller kann von Branislav Ivanovic nur unfair gestoppt werden.
Petr Cech...
...und Mo Salah. Später sollte der Ägypter den Tschechen bezwingen.
Fabian Schär gegen Frank Lampard
Fernando Torres schirmt den Ball gegen Kai Voser ab.
Valentin Stocker mit fescher Frisur.
Schär kommt zum Abschluss, doch der Ball geht nicht rein.
Dann kommt die 87. Minute. Fabian Schär mit einem langen Ball.
Der entscheidende Moment: Mo Salah trifft in der 87. Minute.
...den Ball über Petr Cech ins Netz.
John Terry zappelt ebenfalls in den Maschen.
Chelsea ist geschlagen.
Mo Salah...
... und der FCB jubeln.
Durch diesen überraschenden Sieg gegen den Tabellenersten ist der FCB wieder in der Verlosung ums Weiterkommen
Das letzte Gruppenspiel gegen Schalke geht dann aber verloren und der FCB rutscht trotz zwei Siegen gegen Chelsea als Dritter in die Europa League.
Doch das weiss Yann Sommer zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

FCB gegen Chelsea. Zum fünften Spieltag der Champions League 2013 kommt es nach dem Europa-League-Halbfinale und dem Hinspiel zum vierten Duell dieser beiden Teams in diesem Jahr.

Keystone

Die Highlights im Video:

Das Telegramm:

Transfermarkt

Das Zitat:

Irgendwann will ich in einem der besten Teams der Welt spielen. Meine Favoriten sind Real Madrid, Manchester United oder Chelsea.

(Quelle: Mo Salah)

Der Matchbericht von damals:

Titel: Basel unter Starkstrom

Lead:Dem FCB gelingt die Sensation – das Team von Murat Yakin bezwingt Chelsea mit 1:0.

von Francois Schmid-Bechtel und Sebastian Wendel

Exakt vor 120 Jahren hat der FC Basel sein erstes Spiel bestritten. Die Helden von damals tanzen wahrscheinlich jetzt noch vor Freude. 1:0 gegen Chelsea. Und das, nachdem Basel schon in London 2:1 gewonnen hat. Das ist der Wahnsinn. Und nun haben die Basler das, was sie sich gewünscht haben. Ein Endspiel in Schalke am 11. Dezember. Wobei ihnen bereits ein Unentschieden reicht, um in die Achtelfinals der Champions League einzuziehen.

5:0 lautet das Eckball-Verhältnis nach 13 Minuten. Es spielt nur eine Mannschaft: der FC Basel. Und er spielt in der ersten Halbzeit so, wie in diesem Frühjahr beim heroischen 2:0 gegen den russischen Spitzenklub St. Petersburg im Achtelfinal der Europa League. Der FCB ist dominant, agiert in der Offensive variantenreich und in der Defensive konzentriert. Die Mannschaft von Murat Yakin wirkt, als stünde sie unter Starkstrom. Was José Mourinho dazu veranlasst, 92 Minuten am Spielfeldrand zu stehen und immer wieder korrigierend einzugreifen.

Chelsea überraschend defensiv

Dabei heisst der Gegner nicht Thun oder Lausanne. Sondern Chelsea. Doch das grosse Chelsea wird vom FCB zu einer Karikatur seiner selbst degradiert. Was einerseits daran liegt, dass Mourinho seine Befehlsempfänger defensiv einstellt. Andererseits aber einfach im fabelhaften Auftritt der Basler gründet.

Die Dominanz der Basler – Chelsea kommt erst in der 36. Minute zum ersten Eckball – hat viele Gesichter. Mohamed Elneny, zuletzt in ein Formtief gefallen, tritt so selbstbewusst auf wie seit Wochen nicht mehr. Abfangjäger Geoffroy Serey Die verliert kaum einen Zweikampf. Kay Voser, dieser furchlose, tapfere und unermüdliche Aussenverteidiger avanciert gar zur auffälligsten Figur der ersten Halbzeit. Ivan Ivanov, der bulgarische Innenverteidiger mit Startschwierigkeiten in Basel, kommt fehlerfrei über die Runden. Mohamed Salah macht das, was er gegen grosse Mannschaften fast immer macht: die gegnerische Abwehr aufmischen. Und Valentin Stocker, dieses Perpetuum mobile, ist die personifizierte Souplesse.

Einziges Manko: Basel geht mit 0:0 in die Pause. Marco Streller ist in der 1. Minute überrascht, dass Cahill über den Ball schlägt. Zwei Minuten später verpasst Streller nur ganz knapp eine Freistossflanke von Taulant Xhaka. In der 13. Minute entschärft Obi Mikel vor der Linie einen Ablenker von Ivanov. In der 17. Minute übersieht Schiedsrichter Stéphane Lannoy ein Hands im Strafraum von Frank Lampard. Und in der 24. Minute pariert Chelsea-Torhüter Petr Cech einen perfiden Schuss von Salah mirakulös.Die Aufwand- und Ertragsrechnung des FCB geht in der ersten Halbzeit nicht auf.

Sturmlauf in der Schlussphase

So verwundert es nicht, dass er die hohe Pace der ersten Halbzeit nicht halten kann. Stocker (65.) kommt zwar noch zu einer Kopfballchance. Aber es dauert bis in die Schlussphase, ehe die Basler nochmals zum Sturmlauf ansetzen.

Chelsea indes verlagert nach der Pause sein Spiel weiter nach vorne. Die Partie wird ausgeglichener und Basel ist nun auch defensiv gefordert. Aber eine veritable Torchance kreiert das Starensemble aus London nicht, weil die Basler Defensive nie die Ordnung und Konzentration verliert.

Die Entscheidung fällt in der 87. Minute. Fabian Schär schlägt zehn Meter vor dem eigenen Strafraum einen langen Pass, den selbst Franz Beckenbauer nicht besser hingekriegt hätte. Salah schüttelt erst Ivanovic, dann Cahill ab und bezwingt Cech souverän zum 1:0.

Trainer Murat Yakin hat nun etwas erreicht, was nur die Grössten seiner Zunft (Pep Guardiola, Jupp Heynckes, Rafael Benitez und Vicente Del Bosque) geschafft haben. Er hat Mourinho in einer Saison zweimal bezwungen – wir verneigen uns.