FC Basel
Gastgeschenke abgelehnt: Trotz Totalrotation besiegt der FC Basel den FC Luzern mit 3:2

Die zweite Garde des FC Basel zittert nur kurz und besiegt den FC Luzern mit 3:2. Nach einem kurzen Abstasten startet der FCB besser in die Partie als die Luzerner, muss sich dann aber zwei Gegentore gefallen lassen - letztlich gelingt es den Baslern aber doch, den Sieg zu sichern.

Jakob Weber
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Den FCB im Herzen: Über den knappen 3:2-Sieg freut sich nicht nur Ignazio Torreno (Leiter Fitness).
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Nach dem 3:2 durch die Luzerner fällt kein weiterer Treffer mehr. Die Basler können somit nach einer knappen Partie doch noch drei Punkte einfahren.
Feiert heute sein Liga-Debüt: Der 19-Jährige Yannick Marchand (l.) im Zweikampf mit Marvin Schulz (r.).
Doch Luzern kämpft. In der 51. Minute erzielt Luzerns Shkelqim Demhasaj (r.) das 3:1 - Marek Suchy (l.) kann das nicht verhindern. Nur wenig später erzielt Demhasaj auch noch das 3:2.
Albian Ajeti (l.) umkurvt Olivier Custodio (r.) und erzielt das 3:0.
Der Torschütze jubelt kurz nach der Pause, während Luzern scheinbar am Boden und bedient ist...
Der FC Basel blickt nach vorsichtigem ersten Abtasten auf eine gelungene 1. Halbzeit zurück: 67% Ballbesitz, 2 Tore und 5 Torschüsse - das lässt sich sehen
Otar Kakabadze (l.) im Kampf gegen den Torschützen Balanta (r.).
Der FCB führt mit zwei Toren, tankt Selbstvertrauen - und befindet sich dazu auch noch im Chancenplus.
In der 37. Minute fällt bereits schon das 2:0, der Torschütze Eder Balanta (2.v.l.) bejubelt seinen Treffer.
Eder Balanta gegen FCL-Torhüter David Zibung - für Zibung leider kein Duell auf Augenhöhe. Balanta trifft zum 2:0.
Kein Durchkommen an der Seitenlinie: Christian Schneuwly (l.) bremst den Lauf von Raoul Petretta (r.) aus.
In der 18. Minute bekommt der FCB einen Penalty zugesprochen: Zdravko Kuzmanovic verwandelt eiskalt zum 1:0.
FCL-Torhüter David Zibung hechtete in die falsche Ecke und hat so das Nachsehen.
Albian Ajeti (l.) und Zdravko Kuzmanovic (r.) freuen sich über den Treffer - die Luzerner ziehen im Hintergrund lange Gesichter.
Auch Marek Suchy (l.) gratuliert dem Torschützen.
Marvin Schulz (l.) beim Versuch, Samuele Campo (r.) aufzuhalten.
FC Basel - FC Luzern (15.05.2019)

Den FCB im Herzen: Über den knappen 3:2-Sieg freut sich nicht nur Ignazio Torreno (Leiter Fitness).

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Neun Änderungen in der Startelf. Die Luzerner Fans interpretierten die Totalrotation von FCB-Trainer Marcel Koller vor dem Spiel als verspätetes Gastgeschenk. Schliesslich hatten die Innerschweizer im Cupviertelfinal YB gleich mit 4:0 ausgeschaltet und so dem FC Basel den Weg in den Cupfinal und zum ersehnten Titel erheblich erleichtert. Doch das vermeintliche Gastgeschenk entpuppte sich vielmehr als trojanisches Pferd.

Denn ein Unterschied zwischen der Basler B-Elf und der Basler A-Elf ist am gestrigen Mittwochabend zumindest in der ersten Halbzeit zu keiner Zeit ersichtlich. Nur in der Startphase hat der FC Luzern ein bisschen mehr vom Spiel.

Ein Freistoss von Custodio aus 17 Metern ist die beste Chance, doch FCB-Ersatzgoalie Martin Hansen kann dessen Schuss parieren. Basel geht dagegen schon mit der ersten Aktion im Strafraum der Luzerner in Führung.

Angeschlagener Silvan Widmer

Kevin Bua setzt in der 18. Minute Raoul Petretta über die linke Seite in Szene. Dessen Flanke trifft im Strafraum die nach oben gestreckte Hand von Schulz. Zdravko Kuzmanovic lässt keinen Zweifel daran, dass dieser Penalty ihm gehört. Er schnappt Bua den Ball weg und schickt FCL-Keeper Zibung in die falsche Ecke. Es ist das erste Super-League-Tor des Serben seit Dezember 2006.

Kurz darauf muss mit Silvan Widmer ausgerechnet ein nicht geschonter Spieler angeschlagen raus, auf den Koller am Sonntag im Cupfinal nur ungern verzichten wird. Taulant Xhaka ersetzt ihn ab der 20. Minute auf der Rechtsverteidigerposition.

Dem Spiel schadet dieser Wechsel nicht. In der 37. Minute geht Eray Cömert nach einem Campo-Freistoss im Strafraum völlig vergessen. Seine Kopfballvorlage drischt Eder Balanta auf Hüfthöhe sehenswert zum 2:0 in die Maschen.

Doppelschlag macht es spannend

Als Zibung dann direkt nach dem Seitenwechsel zum dritten Mal den Ball aus dem Netz holen muss, scheint das Spiel gelaufen. Albian Ajeti hatte sich willensstark in eine Flanke von Campo geworfen und per Flugkopfball seinen 14. Saisontreffer erzielt.

Doch dann überlegt sich Luzern, das Basler Wechsel-Gastgeschenk vielleicht doch noch anzunehmen. Innert knapp drei Minuten trifft Demhasaj gleich doppelt. Allerdings brauchte es dafür eine weitere Einladung.

Der Überbringer ist FCB-Innenverteidiger Cömert, der zweimal nicht gut aussieht. Erst steht er nicht dicht genug beim FCL-Stürmer, dann fällt er beim zweiten Gegentor auf eine simple Körpertäuschung herein. Luzern ist in der 54. Minute plötzlich wieder im Spiel.

Super-League-Debüt

In der 69. Minute ermöglicht Koller Yannick Marchand sein Super-League-Debüt. Dem 19-jährigen FCB-Nachwuchsspieler des Jahres attestieren Experten eine grosse Zukunft. Gegen Luzern lädt der Youngster den Gegner aber zunächst mit einem Ballverlust zum Ausgleich ein.

Doch der ehemalige FCB-Stürmer Pascal Schürpf lehnt das neuerliche Geschenk dankend ab, indem er die Kugel aus bester Position am Tor vorbei schiesst. Es sollte die letzte Möglichkeit für Luzern sein.

Basel ist in der Schlussphase näher am vierten Treffer als der FCL am Ausgleich. «Wir müssen uns an den Kopf fassen, dass wir den Gegner überhaupt noch einmal haben rankommen lassen», analysiert Kuzmanovic nach dem Spiel treffend. «Doch am Ende haben wir gewonnen. Nur das zählt.»

Die Highlights im Video:

Thun kassiert Auswärtsklatsche

Während der Cupfinal-Gegner Thun gegen den FC Zürich mit 0:3 untergeht, sammelt die Reserve des FCB Selbstvertrauen. Denn eines ist sicher: Auch wenn viele von ihnen am Sonntag in Bern nicht in der Startelf stehen werden, könnten sie als Einwechselspieler den Unterschied ausmachen. Denn wie sagte Marcel Koller: «Wir haben nur A-Teams. Jeder kann eingesetzt werden und uns helfen.»

Die Noten der Spieler:

Martin Hansen: Note 4 - Sein achter und damit erster Einsatz für den FCB seit Oktober gründet nur auf der Tatsache, dass Omlin geschont wird. Erneut nicht zu null.
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Silvan Widmer: - Nach 14 Minuten fragt man sich bereits: Wieso hat man ihn nicht rausrotiert? In der 19. muss er dann wirklich raus. Ob es ihm für den Sonntag reicht?
Eray Cömert: Note 3 - Zwar bereitet er das 2:0 vor, aber bei beiden Gegentoren macht er eine schlechte Figur. So drängt er sich alles andere als auf für den Sonntag.
Marek Suchy: Note 4 - Neben Widmer der Einzige, der gestern nicht geschont wird. Beim 3:2 ist er zu wenig geistesgegenwärtig. Versprüht auch sonst nicht die gewohnte Ruhe.
Raoul Petretta: Note 4 - Seine mit der Hand gestoppte Flanke führt zum Penalty. Sonst scheint er etwas aus dem Rhythmus. Am Sonntag fehlt er ohnehin gelbgesperrt.
Eder Balanta: Note 5 - Taucht in der 37. vor Zibung auf und verwandelt per Volley. Nur zwei Minuten später könnte er nachdoppeln. Einer der besten in der Basler B-Elf.
Zdravko Kuzmanovic: Note 5 - Mit ihm ist der FCB in dieser Saison ungeschlagen. Dank seines Penaltys in der 16. bleibt er das auch. Es ist übrigens sein erstes FCB-Ligator seit Ende 2006.
Edon Zhegrova: Note 3.5 - In der 37. zieht er in bester Robben-Manier in die Mitte und zieht ab. In der 47. setzt er sich sehenswert durch. Dennoch ist das zu wenig von ihm.
Samuele Campo: Note 4.5 - Bei zwei von drei Toren hat er seinen Fuss im Spiel. Einmal bei einem ruhenden Ball, einmal aus dem Spiel. Ganz überzeugen kann er dennoch nicht.
Kevin Bua: Note 3.5 - Ja, er war tatsächlich auch auf dem Platz. Auffällige Szenen gibt es von ihm kaum zu notieren. Einzig, als er sich pflegen lassen und am Ende raus muss.
Albian Ajeti: Note 4.5 - Er sagt selber, dass ihm Luzern nicht liegt. Immerhin trifft er ein zweites Mal in seiner Karriere gegen den FCL, sonst war das überschaubar von ihm.
Taulant Xhaka: Note 4 - Kommt eine halbe Stunde früher als eigentlich geplant ins Spiel, weil es Widmer zwickt. Gewohnt vorbildlicher Einsatz auf ungewohnter Position.
Yannick Marchand: Note - Der Rookie of the Year feiert in der 69. sein Super-League-Debüt. Auch wenn Streller in ihm den nächsten Xavi sieht, ist er zu kurz im Einsatz für eine Note.
Ricky van Wolfswinkel: Note - Kommt in der Nachspielzeit und darf sich noch ein paar Minuten die Beine vertreten vor dem Cupfinal. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.

Martin Hansen: Note 4 - Sein achter und damit erster Einsatz für den FCB seit Oktober gründet nur auf der Tatsache, dass Omlin geschont wird. Erneut nicht zu null.

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