Neun Änderungen in der Startelf. Die Luzerner Fans interpretierten die Totalrotation von FCB-Trainer Marcel Koller vor dem Spiel als verspätetes Gastgeschenk. Schliesslich hatten die Innerschweizer im Cupviertelfinal YB gleich mit 4:0 ausgeschaltet und so dem FC Basel den Weg in den Cupfinal und zum ersehnten Titel erheblich erleichtert. Doch das vermeintliche Gastgeschenk entpuppte sich vielmehr als trojanisches Pferd.

Denn ein Unterschied zwischen der Basler B-Elf und der Basler A-Elf ist am gestrigen Mittwochabend zumindest in der ersten Halbzeit zu keiner Zeit ersichtlich. Nur in der Startphase hat der FC Luzern ein bisschen mehr vom Spiel.

Ein Freistoss von Custodio aus 17 Metern ist die beste Chance, doch FCB-Ersatzgoalie Martin Hansen kann dessen Schuss parieren. Basel geht dagegen schon mit der ersten Aktion im Strafraum der Luzerner in Führung.

Angeschlagener Silvan Widmer 

Kevin Bua setzt in der 18. Minute Raoul Petretta über die linke Seite in Szene. Dessen Flanke trifft im Strafraum die nach oben gestreckte Hand von Schulz. Zdravko Kuzmanovic lässt keinen Zweifel daran, dass dieser Penalty ihm gehört. Er schnappt Bua den Ball weg und schickt FCL-Keeper Zibung in die falsche Ecke. Es ist das erste Super-League-Tor des Serben seit Dezember 2006.

Kurz darauf muss mit Silvan Widmer ausgerechnet ein nicht geschonter Spieler angeschlagen raus, auf den Koller am Sonntag im Cupfinal nur ungern verzichten wird. Taulant Xhaka ersetzt ihn ab der 20. Minute auf der Rechtsverteidigerposition.

Dem Spiel schadet dieser Wechsel nicht. In der 37. Minute geht Eray Cömert nach einem Campo-Freistoss im Strafraum völlig vergessen. Seine Kopfballvorlage drischt Eder Balanta auf Hüfthöhe sehenswert zum 2:0 in die Maschen.

Doppelschlag macht es spannend

Als Zibung dann direkt nach dem Seitenwechsel zum dritten Mal den Ball aus dem Netz holen muss, scheint das Spiel gelaufen. Albian Ajeti hatte sich willensstark in eine Flanke von Campo geworfen und per Flugkopfball seinen 14. Saisontreffer erzielt.

Doch dann überlegt sich Luzern, das Basler Wechsel-Gastgeschenk vielleicht doch noch anzunehmen. Innert knapp drei Minuten trifft Demhasaj gleich doppelt. Allerdings brauchte es dafür eine weitere Einladung.

Der Überbringer ist FCB-Innenverteidiger Cömert, der zweimal nicht gut aussieht. Erst steht er nicht dicht genug beim FCL-Stürmer, dann fällt er beim zweiten Gegentor auf eine simple Körpertäuschung herein. Luzern ist in der 54. Minute plötzlich wieder im Spiel.

Super-League-Debüt

In der 69. Minute ermöglicht Koller Yannick Marchand sein Super-League-Debüt. Dem 19-jährigen FCB-Nachwuchsspieler des Jahres attestieren Experten eine grosse Zukunft. Gegen Luzern lädt der Youngster den Gegner aber zunächst mit einem Ballverlust zum Ausgleich ein.

Doch der ehemalige FCB-Stürmer Pascal Schürpf lehnt das neuerliche Geschenk dankend ab, indem er die Kugel aus bester Position am Tor vorbei schiesst. Es sollte die letzte Möglichkeit für Luzern sein.

Basel ist in der Schlussphase näher am vierten Treffer als der FCL am Ausgleich. «Wir müssen uns an den Kopf fassen, dass wir den Gegner überhaupt noch einmal haben rankommen lassen», analysiert Kuzmanovic nach dem Spiel treffend. «Doch am Ende haben wir gewonnen. Nur das zählt.»

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Thun kassiert Auswärtsklatsche

Während der Cupfinal-Gegner Thun gegen den FC Zürich mit 0:3 untergeht, sammelt die Reserve des FCB Selbstvertrauen. Denn eines ist sicher: Auch wenn viele von ihnen am Sonntag in Bern nicht in der Startelf stehen werden, könnten sie als Einwechselspieler den Unterschied ausmachen. Denn wie sagte Marcel Koller: «Wir haben nur A-Teams. Jeder kann eingesetzt werden und uns helfen.»

Die Noten der Spieler: