Handball
Gefangen im Teufelskreis: RTV Basel steht vor kapitalem Heimspiel

Der RTV Basel steht in der NLA-Abstiegsrunde am Samstag (19.00 Uhr, Rankhof) unter Zugzwang. Gegen GC Amicitia Zürich geht es um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Jonas Burch
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Hofft nach der Verletzungspause morgen auf ein Comeback: Basels Topskorer Marko Vukelic. wagner

Hofft nach der Verletzungspause morgen auf ein Comeback: Basels Topskorer Marko Vukelic. wagner

Foto Wagner

Auch bei Marko Vukelic haben die letzten Wochen Spuren hinterlassen. Die Frohnatur des RTV Basel wirkt nachdenklich, macht sich Gedanken über sich, das Team, die aktuelle Situation. «Ich reflektiere viel in diesen Tagen», sagt der Nationalspieler. Der 26-Jährige weiss genau, was auf dem Spiel steht – der Klassenerhalt. Sein oder Nichtsein. «Obwohl dieser Kampf um den Ligaerhalt eine neue Erfahrung für mich ist, weiss ich, dass ich jetzt Verantwortung übernehmen muss», zeigt sich der Topskorer im Vorfeld des morgigen Heimspiels (19.00 Uhr, Rankhof) gegen den Tabellenvorletzten GC Amicita Zürich kämpferisch.

Ein Sieg ist Pflicht, das steht ausser Frage. Gewinnen die Realturner den Krisengipfel, geben sie zum ersten Mal seit Monaten die rote Laterne an die Zürcher ab – dem einzig verbliebenen Konkurrenten. Bereits diese Vorstellung ist Motivation genug. «Und dann will ich sehen, wie Amicitia mit dem neuen Druck umgehen wird», so Vukelic. Es wäre ein so wichtiger Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt. Für ein Team, das in dieser Saison so wenig Sonne gesehen hat. Viele Verletzte und die Abgänge der ausländischen Stammkräfte spiegeln sich nun gnadenlos in der Tabelle wieder. Trotzdem glaubt man am Rheinknie weiter an seine Chance, an diesen «fighting spirit», wie es Vukelic nennt.

Als Team mit dem kleinsten Budget der Liga wusste man, was in dieser Saison auf den RTV zukommen wird. Interimstrainer Alex Ebi nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: «Die Klubs sollten ihre Kader auf zwei Ausländer minimieren, sonst haben die Schweizer nie eine Chance zu spielen.» Ein Anliegen, das vom Verband noch zu wenig ernst genommen wird. Dabei verweist Ebi auf die Schweizer Nationalmannschaft, die als Nummer 20 der Welt seit Jahren ein Schattendasein fristet. «So schliesst sich der Kreis», bringt es der Ex-Nationalspieler auf den Punkt.

Im Gegensatz zu den Schweizer Topklubs möchten die Basler auf Nachhaltigkeit setzen und regionale Spieler einbauen. Eigentlich mit Erfolg. Nur wird es schwer, sich mit dieser Strategie in der Liga zu etablieren. Ein Teufelskreis. «Wir möchten jede Partie gewinnen. Wenn wir aber trotzdem absteigen, wäre das kein Weltuntergang», sagt Ebi. An der Nachwuchs-Strategie halte man so oder so fest, egal bei welchem Budget.

Am Ende stellt sich die Frage, was mehr Sinn macht: Eine Mannschaft, die in der NLA fast immer verliert, oder eine Mannschaft die in der NLB fast immer gewinnt?