Die Schweizer Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft steht an der Weltmeisterschaft in Ottawa (2. - 9. April) vor einer schwierigen Aufgabe. Noch ist die Bronzemedaille von 2012 in bester Erinnerung und die Bestätigung das hochgesteckte Ziel des Teams. Mit Katrin Nabholz, Sandra Thalmann und Mariko Dale sind auch drei Baslerinnen dabei.

Der bisher grösste Erfolg im Schweizer Frauen-Eishockey liegt genau zwölf Monate zurück. Nach Siegen über die Slowakei, Schweden, Russland und Finnland eroberte sich das Team erstmals eine WM-Medaille. Damit stiess die Schweiz nicht nur auf Platz vier der Weltrangliste vor, sondern spielt in Ottawa erstmals in der «Top-Gruppe» gegen Kanada, Vizeweltmeister USA und Finnland. Die Qualifikation für die Viertelfinals ist damit bereits gegeben.

Mit Herz und Seele gekämpft

Katrin Nabholz, Stürmerin in den Reihen der ZSC Lions, und Sandra Thalmann, als Verteidigerin in Diensten des SC Reinach, haben das «Wunder von Burlington», wie der Bronzemedaillen-Gewinn auch bezeichnet wurde, hauteng miterlebt. Thalmann erinnert sich: «Im Spiel gegen die Schwedinnen begann etwas, was ich noch nie so stark erlebt habe. Jede einzelne Spielerin hat von Anfang bis zum Ende mit Herz und Seele gekämpft und an den Sieg geglaubt. So haben wir auch gegen die Russinnen gewonnen und schliesslich im Bronzespiel gegen Finnland die Medaille geholt. Es war mein bisher grösster Erfolg.»

Die Top vier sind das Ziel

Dieser Erfolg verpflichtet und es erstaunt nicht, dass sich das Headcoach-Duo Daniel Meier (seit November 2012 im Team) und der Baumeister der bisherigen Erfolge, René Kammerer, viel vorgenommen haben. Der Verbleib in den Top vier ist das erklärte Ziel für Ottawa. Das würde bedeuten, dass sich die Schweizerinnen im Viertelfinal gegen einen der zwei Gruppenersten der «B-Gruppe» (Schweden, Russland, Tschechien, Deutschland) durchsetzen und für die Halbfinals qualifizieren müssen. Meier: «Wir fahren mit acht Rookies nach Ottawa, sie ersetzen zum Teil zurückgetretene und verletzte Spielerinnen oder haben sich mit guten Leistungen ins Team gespielt.» Dass ein Teil des wichtigen Erfahrungsschatzes verloren gegangen ist, will Meier nicht überbewerten. «Die neue Situation ist auch eine Chance. Es liegt an uns, sie zu nutzen.

Katrin Nabholz, mit 27 Jahren, 141 Länderspielen und sechs WM-Teilnahmen (inklusive Olympische Spiele 2010) die älteste und eine der erfahrensten Spielerinnen im Team, gibt den Weg vor: «Es liegt an uns erfahrenen Spielerinnen, das junge Team zu führen und zusammenzuhalten. Dazu gehört zum Beispiel, dass ich versucht habe, die neuen Spielerinnen so schnell wie möglich ins Team zu integrieren, damit sie sich wohlfühlen und ihre beste Leistung abrufen können,» sagt die angehende Tierärztin.

Viele WM-Neulinge

Davon profitieren konnte auch WM-Neuling Mariko Dale, für die «ein Traum wahr geworden ist». Die ehemalige Teamstütze der U18 gilt als kampfstarke Zweiweg-Stürmerin und wird in Ottawa nach 43 Einsätzen im U18-Team ihr 10. A-Länderspiel bestreiten. Die Gymnasiastin wird gar ein wenig poetisch, wenn sie von ihrem Hobby Eishockey spricht: «Eishockey zaubert jeden Tag ein Lächeln auf mein Gesicht. Es ist ein Teil meines Lebens geworden.»

Die angehende Polymechanikerin Sandra Thalmann hat auch schon das Erfolgsrezept für ihre fünfte WM-Teilnahme parat: «Jedes Spiel «Vollgas geben» und gewinnen,» sagt sie in ihrer eigenen Ausdrucksweise, während Katrin Nabholz etwas weniger pathetisch anfügt: «Freude haben am Eishockey und für den Moment spielen, alles andere ist unwichtig.» Sie habe in den letzten Jahren oft erfahren, dass «man ein Spiel auch in letzter Sekunde noch drehen kann. Das versuche ich weiterzugeben.»

Gegen USA, Kanada und Finnland

Die Schweiz spielt in der Gruppe A gegen Finnland (2. April), Kanada (3. April) und USA (5. April). Die beiden Gruppenersten stehen direkt im Halbfinal, die zwei andern Plätze machen der Gruppendritte und -Vierte der Gruppe A gegen den Gruppenersten und -Zweiten der Gruppe B in zwei Viertelfinalpartien aus (6. April). Die Halbfinals werden am 8. April gespielt, der Final sowie das Bronzespiel am 9. April.