Es war beide Male ein Spiel mit dem Feuer – und beide Male zogen die Basler den Kopf noch aus der Schlinge. In der neuen Spielzeit, die heute (15 Uhr, Pruntrutermatte) beginnt, will es der RFC tunlichst vermeiden, zum dritten Mal in Serie in der Barrage um den Ligaerhalt spielen zu müssen.

«Wir haben neue Schwerpunkte im Training gelegt», sagt Coach Andy Kendall. Heisst: Vor allem gegen Ende der Partien ging den Baslern vermehrt die Puste aus. An dieser mangelnden Fitness wurde seit dem Trainingsstart am 15. Juli intensiv gearbeitet. «In den letzten Saisons haben wir uns zu fest auf technische und taktische Elemente fokussiert», gibt der Cheftrainer zu.

Die Neuausrichtung scheint bereits erste Früchte zu tragen. Im Testspiel gegen Neuchâtel vor einer Woche – eigentlicher Barrage-Gegner in der Vorsaison, der im Vorfeld aber freiwillig auf einen Aufstieg verzichtet hat – fuhr man einen ungefährdeten 21:5-Sieg ein. Die Form stimmt, auch wenn es auf diese Saison hin zu einigen Veränderungen im Team gekommen ist. «Wir haben vier wichtige Spieler verloren. Jetzt haben unsere Eigengewächse aber die Chance, diese entstandenen Lücken zu füllen», sagt Kendall.

Jugendlicher Siegeshunger statt langjährige Routine. «Unsere Mannschaft ist nicht besser oder schlechter, sie ist einfach anders geworden.» Gleich sieben Akteure wurden von der 2. in die 1. Mannschaft geholt, dazu kommen drei weitere erfahrene Zuzüge. Ein Wermutstropfen ist die Abwesenheit von Urgestein Patric Senn. Der Captain ist noch im Brasilien-Urlaub und wird den Saisonauftakt verpassen.

30 Punkte sind anvisiert

Trotzdem. Am Ende der Meisterschaft soll ein Schlussrang im gesicherten Mittelfeld angepeilt werden. 30 Punkte sind das erklärte Ziel. Zum Vergleich: In der vergangenen Spielzeit häufte man gerade mal 23 an. Aber auch 30 Zähler hätten in der Vorsaison nur Rang 8 bedeutet – immerhin hätte das für den definitiven Klassenerhalt knapp gereicht.

Was den Baslern sicher in die Karten spielt, ist, dass sie gleich fünf Heimspiele in Folge austragen dürfen. Dies, weil dem RFC jeweils ab Ende der Herbstferien bis Ende März die Pruntrutermatte weder fürs Training noch für Heimspiele zur Verfügung steht. Auch der Aufsteiger aus Yverdon ist als Erstrunden-Gegner ein dankbares Los, um mit einem Sieg die Saison so richtig zu lancieren. «Die Jungen haben jahrelang mit unseren Routiniers trainiert. Vor zwei Jahren hätte ich gesagt, dass dieses neue Konzept nicht funktionieren kann. Jetzt bin ich vom Gegenteil überzeugt», zeigt sich Trainer Kendall kämpferisch. Dazu muss heute gegen die Romands zwingend ein Sieg her – alles andere wäre eine herbe Enttäuschung für den «neuen» RFC Basel.