Geoffroy Serey Die ist unheimlich beliebt. Durch seine Art und Weise, wie er sich auf dem Platz zerreisst für sein Team, und mit seinem blonden Streifen in den Haaren – der mittlerweile verschwunden ist –, wurde er schnell zum Publikumsliebling und zur Kult-Figur beim FC Basel.

Hier hat er seinen blonden Streifen noch: Kultfigur Geoffroy Serey Die

Hier hat er seinen blonden Streifen noch: Kultfigur Geoffroy Serey Die

Als er nach einem Zerwürfnis mit Ex-Coach Paulo Sousa gehen musste, blutete das Fanherz. Umso grösser dann die Freude, als im Sommer seine Rückkehr bekannt wurde. Auch er selber war überglücklich, an jenen Ort zurückzukehren, den er nie hatte verlassen wollen. Und an dem er eine Aufgabe zu Ende bringen will, die er damals abrupt und unvollendet hatte zurücklassen müssen.

Doch so romantisch seine Rückkehr auch war – neun Monate später sieht die Welt anders aus. Denn wirklich angekommen ist Serey Die auch jetzt noch nicht. Von einem Stammplatz ganz zu schweigen. Natürlich spielte ihm nicht in die Karten, dass er als Letzter der Neuen erst am Ende des Trainingslagers in Crans-Montana zur Mannschaft stiess und lange einem Trainingsrückstand nachlief.

Sein erster Einsatz in der Liga datiert vom 21. September. Nach diesem sollten lediglich zehn weitere folgen, der letzte am Samstag gegen Vaduz. Und es war einer zum Vergessen. In keiner Weise konnte Serey Die seine mangelnde Spielpraxis verbergen. Er wirkte behäbig, kam meist einen Schritt zu spät und verlor zu allem Überfluss den Ball viel zu oft und zu leicht. «Das war kein leichtes Spiel. Sie haben es zugegebenermassen gut gemacht, wir hingegen konnten nie unser Spiel aufziehen», sagte Serey Die nach dem Spiel. Gerade seine Darbietung war sinnbildlich für die Mängel der ganzen Basler Equipe.

Natürlich sei er daher nicht zufrieden. «Wir haben nicht gewonnen, dann ist das nicht möglich. Es ist aber nicht der Einzelne, der zählt, sondern der FC Basel. Die Mannschaft ist wichtiger als ich.» Demütige Worte, die er von sich gibt, während er mit gesenktem Kopf in der Mixed Zone steht. Es fällt ihm sichtlich schwer, einzuordnen, was gerade alles vor sich geht.

Die schwache Leistung ist das eine. Dass er nicht unumstrittener Stammspieler ist, das andere. Das Schmerzhaftere. «Es ist wahr, es ist nicht einfach. Das ist etwas Neues für mich in meiner Karriere.» Denn: Ein gesunder Serey Die kam sonst immer und überall zum Einsatz. Nur Sperren oder Verletzungen hielten Trainer davon ab, ihn aufzustellen. Sogar unter Sousa – vor deren Zerwürfnis – spielte er regelmässig.

Ehrgeizige Ergänzung

In dieser Saison hingegen musste er in 18 von 29 Liga-Partien zuschauen. Siebenmal durfte er beginnen, spielte davon viermal durch und wurde dazu noch ebenso oft eingewechselt. Mit Taulant Xhaka und Luca Zuffi hat er derzeit schlicht zu starke Konkurrenz. Selbst der unerfahrenere Alexander Fransson kommt auf fast doppelt so viele Super-League-Spiele. «Das sind Situationen, die man akzeptieren muss. Wenn ich nicht spiele, dann spielen andere. So ist der Fussball, es gibt immer Hochs und Tiefs.»

Geoffroy Serey Die: «Wenn ich nicht Spiele, dann spielen halt andere.»

Geoffroy Serey Die: «Wenn ich nicht Spiele, dann spielen halt andere.»

Aber Serey Die hat «richtig Lust, zu spielen und mein Maximum zu geben». Das will er nun in den Trainings demonstrieren. «Ich muss auf den Punkt bereit sein und werde immer da sein, wenn es mich braucht, und machen, was ich kann.» Zum einen, weil er weiss, dass er nicht der Einzige in dieser Situation ist. Zum anderen aber auch, weil er den FC Basel so sehr respektiere. «Der Verein hat schon sehr viel für mich getan. Und dann muss man auch bereit sein, Opfer zu bringen.»