Zwischenjahr
Geprägt von vielen Neuerungen findet das Swiss Open in diesem Jahr früher statt wie gewohnt

Direkt vor der Tram-Haltestelle St. Jakob liegt ein roter Teppich ausgebreitet. Den ersten Gedanken können wir wieder beiseitelassen, denn: Sie haben sich nicht verlaufen – dies ist tatsächlich der Eingang zu den 28. Yonex Swiss Open.

Deborah Gonzalez
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Alljährlich messen sich Badminton-Spieler aller Welt beim Swiss Open in der St. Jakobshalle in Basel.

Alljährlich messen sich Badminton-Spieler aller Welt beim Swiss Open in der St. Jakobshalle in Basel.

Zur Verfügung gestellt

Das alljährliche Badminton-Turnier steht diesmal unter dem Stern der Veränderungen. Es gibt Erneuerungen in allen Sektoren, vom Aufbau bis zum «Drumherum». Vieles befindet sich noch im Rohbau, andere Aspekte sind noch im Testlauf, «nichtsdestotrotz», sagt der OK-Präsident Christian Wackernagel «ist es schon sehr schön». Vor allem die besagte Frontseite der St. Jakobshalle.

Der Eingang des Swiss Open.

Der Eingang des Swiss Open.

Zur Verfügung gestellt

Das Turnier veranstalten zu können, sei jedoch «nicht ohne» gewesen, erklärt Wackernagel: Strom und Wasser wurden zum Teil abgestellt. Das bedeutet Extra-Arbeit, es müssen neue Leitungen gezogen werden und das Material von weit her geholt werden. «Das wussten wir aber», immerhin befinde sich das 28. Swiss Open in einem «Baustellen-Zwischenjahr», sagt der OK-Präsident. Das liegt daran, dass die St. Jakobshalle momentan umgebaut wird, bis Oktober soll sie jedoch komplett umgestaltet sein. Zwar gibt es Stimmen, die dies bezweifeln, die Betreiber des Badminton-Turniers sind aber zuversichtlich: «Man kann jetzt schon erahnen, wie es aussehen wird», sagt Wackernagel. Die Badminton-Weltmeisterschaft im August 2019 wäre dann der krönende Höhepunkt dieser Evolution – für die Halle wie auch für die Spieler selber.

Nicht alles negativ

Nicht nur die Umbauten stellen ein mögliches Problem dar, auch die Austragungs-Daten: Normalerweise findet das Swiss Open jedes Jahr im März statt. Da jedoch ein bedeutenderes Turnier in England verschoben werden musste, war der Schweizer Anlass «der Leidtragende», wie Christian Wackernagel erklärt. Der Turnierbeginn fiel mit den «drey scheenschte Dääg» in Basel zusammen. Die Fasnacht hat den Swiss Open mit Sicherheit anfangs ein paar Zuschauer gekostet. Man könne es aber nicht allzu negativ sehen, da das Turnier ein WM-Testlauf sei und «ausserdem um die 250 Top-Spieler aus knapp 30 Ländern» dabei seien. Darunter befinden sich auch die ehemaligen Nummer 2 und 3 der Weltrangliste: Kento Momota und Jan Ø. Jørgensen. Ehemalig, weil Momota vom japanischen Verband gesperrt wurde und Jørgensen lange unter einer Verletzung litt.

Im Ranking sind sie zwar zurückgefallen, gemäss Insidern, seien sie aber Weltklasse-Spieler, die das Potenzial haben, wieder in die Top Ten vorzustossen. Darum sei das diesjährige Swiss Open ideal, da nicht alle «Cracks» in Basel präsent sind. Diese ausgeglichene Breite an Spitzenspielern ist auch für die Turnierbesucher interessant.

Ebenso gibt es diverse technische Erneuerungen, die sich im ersten Testlauf befinden: ein grosser Bildschirm, um den Zuschauern besseres Entertainment zu bieten, Speedmessungen und das Hawk-Eye (siehe separater Artikel). All das wird ab morgen Samstag zum ersten Mal angewandt. Da drängt sich die Frage auf, wieso erst am Wochenende? «Es macht mehr Sinn, das Hawk-Eye erst dann einzusetzen, wenn die Fernsehübertragung läuft», lautet Wackernagels Erklärung.

So funktioniert das Hawk-Eye

Das Hawk-Eye (auf deutsch: Falken-Auge) ist ein System, das dabei helfen soll, knappe sportliche Entscheidungen (fast) zweifelsfrei zu klären. Vier bis zehn Kameras, die das Spielfeld aus diversen Blickwinkeln aufnehmen, machen das möglich. Die aufgenommenen Bilder werden dann an einem Computer ausgewertet und der genaue Punkt der Berührung auf dem Boden berechnet. Auf einer Grossbildleinwand wird dann innerhalb von zehn Sekunden nach der strittigen Szene angezeigt, ob der Ball auf oder knapp neben der Linie gelandet ist. Hierfür wird eine 3D-Animation des Shuttlecocks und der Flugkurve erstellt.

Bei der WM solle es aber anders laufen – da werde das Hawk-Eye vom ersten Tag an benutzt: «Wir sollten nicht vergessen, dass die Swiss Open als Probe für die WM gelten.» Ab sofort geht es in die Testphase des Probelaufs: Hawk-Eye, Fernseh-Entertainment und Live-Übertragung.

Das Hawk-Eye zeigt: Der Shuttlecock ist im «out».

Das Hawk-Eye zeigt: Der Shuttlecock ist im «out».

Zur Verfügung gestellt