Der Fricktaler Festsieger Jürg Mahrer klopft dem unterlegenen Michael Gschwind am Basellandschaftlichen das Sägemehl vom Rücken. Knapp einen Monat später schütten Zivilschützer auf der Sportanlage Gartenhof schubkarrenweise Sägemehl auf den Rasen. Das Sägemehl, es ist das gleiche. Recycling auf Schwingerart.

Solothurn verzichtet, Allschwil springt ein

Obwohl turnusmässig der Kanton Solothurn an der Reihe gewesen wäre, findet das 106. Nordwestschweizerische Schwingfest in Allschwil statt, nur zwei Jahre nach der Ausgabe in Arlesheim. «Wir sind eingesprungen», sagt OK-Präsident Hanspeter Frey. Erst im November hat das Allschwiler OK den Zuschlag erhalten. Fast zu spät, um noch auf Sponsorensuche zu gehen. «Ja, der Start war harzig, mitten in der Adventszeit», sagt der ehemalige Landratspräsident.

Budget garantiert tolles Fest

Doch das ist passé. Ein Budget von 400 000 Schweizer Franken wird knapp vier Wochen vor dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf den Schwingern eine mehr als würdige Hauptprobe oder letzte Qualifikationschance bieten.

Platz für 3500 Personen

Eine grosse Festwirtschaft mit Platz für 750 Personen, ein Biergarten, drei Tribünen, davon eine überdacht, insgesamt Platz für 3500 Personen ringsum die Sägemehlringe: es ist angerichtet in Allschwil. Und mit allen NWS-Eidgenossen sowie Matthias Sempach, dem «Schwinger des Jahres 2012» und grossen Favoriten für das Eidgenössische, ist höchste Schwingkunst garantiert.

Geri Henzer setzt auf Sempach

«Ja, ich sehe Sempach auch als Favoriten», sagt Geri Henzer, der Vater der «Henzer-Brothers» Andy und Michael. Der 63-Jährige ist beim Nordwestschweizerischen der Verantwortliche Sport und Technik. Gestern Morgen gab er den Zivilschützern («Ohne die Unterstützung des Zivilschutzes wäre das Fest gar nicht möglich gewesen») Anweisungen, damit die Sägemehlringe genau die vorgeschriebenen Masse von 12 Metern Durchmesser und mindestens 15 Zentimetern Dicke erhalten.

Bringt Söhne zum Schwingen

Der gebürtige Emmentaler, der als Grenzwächter in die Region kam, war als Junger ebenfalls Schwinger. Eher klein und leicht sei er wegen seiner Schnelligkeit ein unangenehmer Gegner gewesen. Seine Söhne hätte er erst in den Schwimmklub geschickt, weil er selbst viel zu spät Schwimmen lernte. Als ihnen dies verleidete, brachte er sie ungefähr im Alter von zehn Jahren in den Schwingclub Binningen. Dort sind sie noch heute.

Söhne wollen keine Tipps mehr

Tipps würden seine «Eidgenossen»-Söhne von ihm keine mehr annehmen, eigentlich auch nicht brauchen. Natürlich würde sich der stolze Vater freuen, wenn beide in Burgdorf dabei wären. Wegen Knieproblemen ist aber zumindest Michael fraglich. Eine Prognose, wie weit es seinen Söhnen am Sonntag reicht, will Geri Henzer keine geben. Er hat mit der Vorbereitung der Sägemehl-Ringe seinen Teil beigetragen, jetzt sind die Söhne an der Reihe.

Eine sportliche Vorschau finden Sie in der bz vom Samstag, mehr Informationen zum Fest auf www.nws-allschwil.ch.